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| Rubrik: Ratgeber A - Z
» Anschaffung » Männchen oder Weibchen? |
Die Anschaffung eines Wellensittichs
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Kapitel 4: Männchen oder Weibchen?
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Wer sich einen Wellensittich anschaffen
und nicht gerade züchten möchte, für den ist die Frage nach dem Geschlecht im
Prinzip zweitrangig. Denn: Männchen und Weibchen, beides können sehr
liebevolle und anhängliche Freunde werden. Früher herrschten einige
Vorurteile bezüglich des Geschlechts, nämlich dass Männchen sprechen und
Weibchen nicht oder das Weibchen nicht zahm werden. Da kann ich aus eigener
Erfahrung sagen, dass das so nicht stimmt. Mein Weibchen ist sehr zahm und anhänglich
und sie konnte ihren Namen sagen, während das Männchen sehr viele Wörter
nachsprach, aber seine Anhänglichkeit nicht so zeigen konnte.
Tatsache ist, dass ein Männchen etwas
leichter sprechen lernt. Das liegt daran, dass ein Männchen von Natur
aus etwas stimmfreudiger ist, denn sein Bedürfnis zu singen und zu schwatzen
ist sehr stark ausgeprägt, möchte er doch bei der Balz seinem Weibchen (oder
Menschen) imponieren. Wenn man sich einen Wellensittich kauft, gehört auch
etwas Glück dazu, ob er sprechen lernt oder nicht, denn es hängt vom Talent ab
und da gibt es große Unterschiede.
Weibchen sowie Männchen können zahm
und sehr anhänglich werden. Das hängt zum Teil viel von der Geduld ab, die man
mit den Vögeln hat und wie oft und intensiv man sich mit ihnen beschäftigt. Männchen
sind im Allgemeinen verspielter und Weibchen sind entdeckungsfreudiger.
Männchen haben aber auch die
Angewohnheit, ihrem ausgeprägten Fütterungsstrieb nachzugehen und das führt
schon mal dazu, dass sie Gegenstände, in denen sie sich spiegeln können, füttern
wollen. Dabei kommt es tatsächlich zu hochgewürgten Futter, welches sie dann
"verteilen". Auch der Paarungstrieb kommt ab und zu zum
Vorschein, dann kopulieren sie auf irgendwelchen Gegenständen wie Sitzstangen
etc. Einige Menschen sind davon so irritiert, dass sie ihren Liebling einfach
einsperren, aber das ist auch keine feine Lösung für den so freiheitsliebenden
Wellensittich. Im Laufe der Jahre verliert sich der Paarungs- u. Fütterungstrieb
aber.
Weibchen brüten normalerweise nur, wenn sie eine Nistgelegenheit vorfinden.
In seltenen Fällen kann es beim Weibchen dagegen zum Eierlegen kommen, auch wenn
keine Nisthöhle vorhanden ist. Da reicht schon eine dunkle Ecke, die ein Weibchen beim
ständigen Freiflug entdeckt hat oder sie legt die Eier einfach auf den Käfigboden. Man
sollte dem Weibchen die Eier niemals wegnehmen, sondern sie einfach brüten
lassen! Denn das Wegnehmen der Eier führt dazu, dass das Weibchen immer wieder
nachlegt, bis sie irgendwann völlig entkräftet ist.
Weibchen können etwas kräftiger zubeißen.
Nur wenige Männchen sind Beißer. Man sollte bei beißenden Wellensittichen in
Betracht ziehen, dass diese eventuell einen Partner brauchen und wünschen, wenn
kein Artgenosse vorhanden ist. Beißende Wellensittiche sollten immer mit
Liebe behandelt werden, auch wenn es noch so weh tut. Sie sind intelligente
Tiere und verstehen nach einiger Zeit, dass sie damit nicht weiterkommen.
In der Regel vertragen sich die Mitglieder eines Schwarmes untereinander ziemlich gut.
Das Zusammenhalten von zwei Weibchen ist etwas umstritten. Sobald sie nämlich in
die Brutreife kommen (nach ca. 9 Monaten), könnte das Gerangel um die besten Plätze im Käfig
losgehen. Die Damen gehen auch meistens etwas zickiger miteinander um und gönnen
sich gegenseitig nichts. Dabei wird auch schon mal heftig gebissen und das
unterlegene Weibchen hat sehr zu leiden. Besonders, wenn eine Nistgelegenheit
vorhanden ist, für die sich zwei Weibchen interessieren, kann das in
(ernsthaften) Beißattacken enden. Bei zwei Männchen ist das
normalerweise kein Problem, da sie auch in der Natur gleichgeschlechtliche
Freundschaften untereinander halten. Eine paarweise Haltung ist sehr zu
empfehlen, Männchen und Weibchen vertragen sich meistens recht gut. Auf eine
ungerade Zahl sollte man wieder verzichten, weil auch das zu Streitigkeiten führen
kann.
Wer sich beide Geschlechter zulegt, muss allerdings wissen, dass man Wellensittiche nicht einfach
züchten darf, sondern dafür eine Zuchtgenehmigung braucht.
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Wie man das Geschlecht
unterscheidet
Man kann das Geschlecht eines erwachsenen Wellensittichs
an der Farbe der Nasenhaut bzw. der Wachshaut erkennen, das ist der Bereich über
dem Oberschnabel, in dem die beiden Nasenlöcher sitzen. Beim Männchen ist sie
kräftig Blau, beim Weibchen kann sie entweder Beige, bräunlich oder Rostbraun
gefärbt sein. Im Alter kann die Nasenhaut des Männchens dagegen Braun werden
und die eines Weibchens Hellblau.
Bei noch ganz jungen Wellensittichen ist es für den
Laien sehr schwierig ein Männchen und ein Weibchen zu unterscheiden. Die Farben
der Wachshaut reichen vom Rosabeige, Rosaviolett über Hellbeige und Bläulichweiß
bei beiden Geschlechtern. Allerdings haben Männchen oft eine intensiver gefärbte
Wachshaut (eventuell Rosaviolett), die bis in die Nasenlöcher hineinreicht. Bei
jungen Weibchen kann man, wenn man ganz genau hinsieht, um die Nasenlöcher
einen weißlichen Hof bzw. einen etwas helleren Kranz erkennen. Im Alter
von 3 bis 5 Monaten ändert sich die Wachshaut: Die des Männchens wird immer
blauer, die des Weibchens immer heller oder brauner. Bei einigen Farbschlägen
ist das Bestimmen des Geschlechts nicht einfach (Lutino, Albino, Rezessiver
Schecke, Lacewing, Falbe und Schwarzauge).
Ganz rechts einige Beispiele, wie man das Geschlecht anhand
der Nasenhaut unterscheiden kann. Für "Nasenhaut" wird in manchen
Büchern auch das Wort "Wachshaut" benutzt.
Übrigens, in Fachkreisen
werden männliche oder weibliche Wellensittiche nicht immer als Männchen oder
Weibchen bezeichnet, sondern man hört sie auch vom Hahn oder der Henne
sprechen. Auf Fotos, in Anzeigen oder Büchern liest man oft von 1,0 für Männchen
und 0,1 für Weibchen. 3,3 bedeuten dann 3 Männchen, 0,3 bedeuten 3 Weibchen.
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Schau doch mal rein!
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| Geschlechts-Merkmale |
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Jungtier-Männchen. Die Nasenhaut ist rosaviolett, sehr
intensiv getönt
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ausgewachsenes Männchen. Die Nasenhaut ist tiefblau.
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Jungtier-Weibchen. Die Nasenhaut ist rosa, blasser
getönt m. weißem Hof.
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ausgewachsenes Weibchen. Die Nasenhaut ist
Beigeblau.
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ausgewachsenes Weibchen in der Brutreife. Erkennbar
an der braunen, schrumpeligen Wachshaut.
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