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| Rubrik: Ratgeber A - Z
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Die Eingewöhnung eines Wellensittichs
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Kapitel 2: Die ersten Tage
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Der große Augenblick ist da. Der Wellensittich steckt sehr wahrscheinlich in
einem kleinen Transportkarton und wartet ängstlich darauf, was jetzt mit ihm
geschieht. Man sollte ihn so schnell wie möglich nach Hause bringen und ihn
sein neues Heim beziehen lassen. Halte den geöffneten Karton so vor die offene
Käfigtür, dass er den Weg hineinfindet und schließe die Käfigtür wieder,
sobald er in den Käfig geschlüpft ist. Jetzt beginnt die Eingewöhnung des
Wellensittichs.
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Die ersten Stunden,
der erste Tag
Nachdem der richtige Platz für den
gefiederten Freund gefunden wurde, er den vorbereiteten Käfig bezogen hat,
sollte man sicherstellen, dass er den ersten Tag in Ruhe gelassen wird. Er hat
jetzt ziemlich viel zu verarbeiten: Die neue Umgebung, die fremden Geschöpfe
ohne Federn, die so schrecklich groß sind und ihn neugierig anstarren und vor
allen Dingen eine gewisse Trauer. Er wird seine Artgenossen schrecklich
vermissen.
Vielleicht findet er das Futter sofort,
vielleicht braucht er dafür eine gewisse Zeit. Wenn du das Futter vorsorglich
auf den Boden gestreut oder Kolbenhirse in den Käfig gehängt hast, wird er es
zumindest sehen. Überlasse es ihm, ob er fressen will oder nicht. Wenn sein
Hunger groß genug ist, wird er fressen.
Im Anfang seiner Eingewöhnungszeit wird
er noch keinen Trubel vertragen können, er braucht die Ruhe, um sich auf den
Geräuschpegel, den Tagesablauf, Verkehr, Leute und andere Tiere einzustellen.
Zu viele Menschen, die hektisch vor seiner Nase hantieren und Tiere, die um
seinen Käfig herumstreifen sind allerdings für den Anfang nicht
empfehlenswert.
Einige Vögel sitzen die ersten Tage
ganz ruhig herum, andere entwickeln eine regelrechte Betriebsamkeit und
versuchen, ihrem Käfig zu entkommen. Das ist von Vogel zu Vogel verschieden.
Aber beide Verhaltensweisen zeigen, dass der Vogel sich mit seiner neuen
Situation noch nicht angefreundet hat. Aber das kommt schneller als du denkst.
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Die erste Nacht
Lasse vorsorglich eine kleine schwache
Lampe (Babyleuchte) brennen, so dass er etwas sehen kann, wenn ihn ein
ungewohntes Geräusch erschreckt oder er seinen Schlafplatz verlassen will.
Nachdem er sich eingewöhnt hat, ist das meistens nicht mehr nötig. Nur bei
ganz schreckhaften Vögeln sollte man die Babyleuchte eingeschaltet lassen.
Wenn der Vogelkäfig - aus welchen Gründen
auch immer - abgedeckt wird, dann benutze ein leichtes Tuch und lasse einen Teil
des Käfigs unbedeckt, so dass noch genügend Licht und Luft in den Käfig
gelangt, damit er sich in der Dunkelheit orientieren kann. Es passiert immer
wieder, dass Wellensittiche des nachts umherflattern, weil sie durch fremde Geräusche
oder Alpträume aufgeschreckt wurden, sie könnten sich dann verletzen, wenn es
im Raum zu dunkel ist. Vögel sehen nicht gut in der Dunkelheit!
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Der erste Morgen
Jetzt wird der Wellensittich zum ersten
Mal direkt von dir versorgt. Du kommst ihm also ganz nah. Er braucht von jetzt
an - wie jeden Morgen - sein frisch gefülltes Näpfchen mit Körnerfutter und
frisches Wasser.
Noch ein Tipp: Gewöhne dir an,
das Wasser täglich zu wechseln, auch wenn du einen Wasserautomaten benutzt,
damit sich keine Keime bilden. Manchmal sieht es so aus, als ob der Napf
noch gefüllt ist, aber da Wellensittiche die Körner entspelzen und die
Schalen wieder ausspucken, besteht die obere Schicht nur aus leeren Hülsen, während
darunter das eigentliche Futter ist. Nehme das Näpfchen und blase vorsichtig
darüber, die leeren Hülsen fliegen weg und geben den Weg zum darunter
liegenden Futter frei.
Nähere dich ihm äußerst vorsichtig
und während du ihm das Näpfchen aus dem Käfig nimmst, rede besänftigend auf
ihn ein. Ein stummer Fremder, der seine Hand einfach in seinem Käfig führt,
bereitet ihm Angst. Deine große Hand wird ihn vielleicht erst erschrecken,
bleibe dennoch ganz ruhig und begleite deine Arbeit mit lieben Worten und
sanfter Stimme. Der Sandwechsel wird erst am nächsten Tag fällig, da er
innerhalb eines Tages noch nicht soviel Kot fallengelassen hat.
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Die nächsten Tage
Am zweiten Tag wirst du versuchen,
beruhigend mit dem Vogel zu sprechen, so wie du es am ersten Morgen gemacht
hast, während du den Sandschuber herausziehst, um ihn zu säubern und neuen
Sand einzufüllen und ihm seine Futterration gibst. Wenn er Sitzstangen oder
andere Käfigutensilien beknabbert, bedeutet das, dass er schon langsam auftaut.
Wenn er anfängt, leicht zu zwitschern, fühlt er sich schon etwas wohler und
ist für den Kontakt bereit.
Versuche gewisse Rituale einzuführen,
Wellensittiche lieben das. Begrüße ihn morgens mit freundlichen Worten und
sage seinen Namen oder "Guten Morgen mein kleiner Schatz", während du
abends, bevor du das Licht ausschaltest oder das Zimmer verlässt sagst:
"Gute Nacht, schlaf gut". Während des Tages nähere dich ihm öfter
und rede mit ihm, stecke ihm ab und zu eine Apfelspalte oder ein anderes Stück
Obst zwischen die Gitterstäbe. Er soll merken, dass du es gut mit ihm meinst.
Rufe ihn auch mal von weitem, wenn du
dich in einem anderen Zimmer befindest. Nach weiteren Tagen wirst du bestimmt
versuchen, deinen Finger in den Käfig zu halten, vergesse dabei nie das
liebevolle Ansprechen. Halte einen gewissen gleichbleibenden Tagesablauf ein,
jede Änderung im Programm kann Stress für ihn bedeuten. Also, nicht dass du
kurz nach der Anschaffung des Vogels in den Urlaub fährst und deinen
Wellensittich von anderen versorgen lässt. Er braucht die erste Zeit EINEN
Ansprechpartner, der alle notwendigen Arbeiten wie Fütterung und Säuberung übernimmt.
Da der Wellensittich ein soziales Tier
ist, wird er sich bald schon auf dich freuen und deine Nähe nicht mehr als beängstigend
empfinden. Gebe ihm aber mindestens 14 Tage Zeit. Es ist von Vogel zu Vogel
verschieden und liegt auch an seiner Vorgeschichte. Wenn er in einer großen
Voliere war und miterlebt hat, wie ein Artgenosse nach dem anderen von einer
Hand gefangen wurde und nicht mehr wiederkam, hat er eine gewisse Scheu vor der
Hand, die sich erst einmal durch gute Erfahrungen legen muss. Denke auch daran,
du bist ein Riese für ihn, der große Augen und eine große Hand hat.
Der Freiflug sollte nicht eher eingeräumt
werden, bis der Vogel sich an die Umgebung gewöhnt hat. Das Kapitel Freiflug
wird aber noch extra behandelt.
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Ein gutes Wellensittichbuch, welches in in keinem
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Titel: Der Wellensittich. Artgerecht halten.
Gesund ernähren. Richtig verstehen.
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Autor: Annette Wolters
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