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| Rubrik: Ratgeber A - Z
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Die Eingewöhnung eines Wellensittichs
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Kapitel 3: Das vogelsichere Zimmer
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Auf den kleinen Wellensittich lauern viele Gefahren und vor seinem ersten
Freiflug sollte diese eine genaue Beachtung erfahren. Es heißt soviel
Gefahrenquellen wie möglich aus dem Weg zu räumen, um ihm auch außerhalb
des Käfigs ein sicheres Vogelleben zu ermöglichen. In diesem Kapitel geht es
hauptsächlich um die Gefahr Nummer 1: Das Wegfliegen und die Fensterscheibe.
Um weitere Gefahrenquellen auszumachen, lese bitte auch das Kapitel
"Gefahrenkatalog" und das verwandte Kapitel "Wellensittiche und
Pflanzen".
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Freiflug-Gefahr
Nummer 1: Wegfliegen
Besonders zur Sommerzeit steht es ab und
zu in den Zeitungen: Wellensittich entflogen! Wellensittich zugeflogen! Der
Wellensittich ist im Grunde genommen ein sehr freiheitsliebendes Tier, welches
von Frischluft magisch angezogen wird. Auch seine Neugierde könnte plötzlich
siegen, so dass selbst ein nur zum Spalt geöffnetes Fenster ihm dazu verleitet,
mal eben nach draußen zu schnuppern.
Von alleine findet ein Wellensittich so
gut wie nie zurück, da er keinen sehr ausgeprägten Orientierungssinn besitzt.
Im Sommer könnte er eine zeitlang überleben, aber im Winter ist das so gut wie
unmöglich. Draußen fällt der bunte Wellensittich aber sofort auf und ist
deshalb eine leichte Beute für Katzen, Habichte und andere Raubtiere.
Und beim Lüften ist das Malheur schnell
passiert. So weit will man es gar nicht kommen lassen und darum beugt man am
besten vor. Deshalb ist das Vergittern zumindest eines Fensterflügels
angebracht. Dazu spannt man ein Drahtgitter mit einer geringen Maschenweite auf
einen Holzrahmen und befestigt diesen mit Schrauben in den Fensterrahmen. In
Mietwohnungen ist das meistens nicht erlaubt, darum gibt es eine Alternative:
man spannt sich einen sogenannten Insektenschutz aus Gittertüll vor das
Fenster. Diese kann man in Supermärkten und Drogerieläden kaufen und werden
mit einem Klebestreifen u. Klettband an den Rahmen befestigt.
Vorsichtig muss man aber trotzdem sein,
denn das Klettband kann sich schon mal lösen, so dass dann eine Lücke
entsteht, durch die der Sittich entweichen kann. Also bitte nie ohne Aufsicht
fliegen lassen! Auch für die Terrassentür gibt es diese Vorkehrung. Hier überlappen
sich in der Mitte zwei Bahnen, die beim Windstoß allerdings den Weg nach draußen
freigeben könnten, hier muss man die Bahnen zusätzlich etwas beschweren.
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Freiflug-Gefahr
Nummer 2: Die Fensterscheibe
Der Wellensittich erkennt die
Fensterscheibe leider nicht als Raumbegrenzung an. Das ist auch klar, da er noch
keinerlei Erfahrungen damit gemacht hat und sie ja nun mal durchsichtig ist. Auf
diese Erfahrung kann er auch gut verzichten, denn in vielen Fällen ist die
Folge eines Aufpralls vor die Fensterscheibe mit einer Gehirn-Erschütterung
oder sogar einem Genickbruch verbunden.
Um dieser Gefahr - die durchaus tödlich
enden kann - nicht hilflos ausgesetzt zu sein, ist er auf unsere Hilfe
angewiesen. Sind also an den Fenstern keine Gardinen oder Stores angebracht,
sollte man das Fenster mit irgendetwas so weit verhängen, dass noch genügend
Licht ins Zimmer gelangt und schaltet zur Sicherheit noch zusätzlich das Licht
an (falls es nicht hell genug sein sollte). Das beste sind natürlich Jalousien
oder Rollos, die man bis zu einem Dreiviertel herunterzieht. Mit jedem Freiflug
zieht man die Jalousien höher bzw. bedeckt etwas weniger von der
Fensterscheibe. Der Wellensittich merkt sich auf diese Art, dass es sich bei der
Fensterscheibe um eine Begrenzung handelt.
Man kann auch zusätzlich den
Wellensittich auf die Hand nehmen und an die Fensterscheibe heranführen, so
dass er mit seinem Schnabel daran stoßen kann. Auch dabei merkt er, dass da
"etwas" ist, obwohl man es nicht sieht.
Es kann allerdings vorkommen, dass er sich mal vor etwas so sehr erschreckt,
dass er in Panik davonfliegt und vor die Fensterscheibe prallt, selbst wenn er
mittlerweile die Fensterscheibe als "Stop" angesehen hat, aber wenn
ein Wellensittich Angst hat, siegt sein Fluchtinstinkt und er denkt nicht nach.
Solche Panikflüge kommen leider vor und man kann dann nur hoffen, dass es gut
ausgeht. Das beste ist immer noch die Gardine als Schutz oder aber man beklebt
die Fensterscheibe mit Windowcolor - Bildern oder Aufkleber mit Vogelmotiven.
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"Ausflug mit
Happy-End"
eine Story zum Thema
Wegfliegen:
Am Samstag um 15 Uhr ist unser Jonny weggeflogen. Er spürte
wohl den Windzug von der geöffneten Balkontür und umflog geschickt den
geschlossenen Vorhang, die auf Ihn zustürzenden Hände meiner Freundin und die
meinen und verschwand über den Balkon. Wir sind ihm sofort nach, allerdings
nicht über den Balkon, sondern durch den Hausflur, und fanden ihn munter auf
einen etwas 10 Meter hohen Baum sitzen.
Meine Freundin und ich waren bisher immer der Ansicht, dass der Jonny, falls er
mal wegfliegen sollte, doch immer zu uns zurück kommen würde, doch die
Freiheit war ihm wichtiger als die Beziehung zu uns. Nach einer kurzen
Verfolgungsjagd die Straße rauf und wieder runter machte er Halt auf einen etwa
20-25 Meter hohen Baum, direkt vor unserem Wohnzimmerfenster.
Da wir ihn aber auch nach Stunden nicht von diesem verflixten Baum herunter
locken konnten, rief meine Freundin die Feuerwehr, die auch prompt mit einem
Leiterwagen ausrückte. Die Feuerwehrmänner gaben sich wirklich Mühe, doch
vergebens, denn Jonny flog abermals weg, die Straße entlang und um die Kurve.
Da wir ihn für's erste nicht ausmachen konnten, rückte die Feuerwehr wieder
ab.
Doch nach längerem Rufen und Pfeifen konnten wir ihn wieder ausmachen, diesmal
auf einen ca. 30 Meter hohen Baum. Da wir ihn nur hören, aber nicht sehen
konnten, gingen wir nach etwa 2 Stunden nach Hause und stellten den anderen
Welli - Lissy, an das Fenster und einen leeren, offenen Käfig mit Futter
daneben, damit er, falls er angelockt würde, in diesen gehen konnte.
Wir gingen immer wieder an diesem Tag zu dem Baum, auf dem wir ihn zuletzt
gesehen hatten und er saß da, bis die Sonne unterging um etwa 22 Uhr. In der
Hoffnung, der Hunger würde ihn zu uns locken, ließen wir die ganze Nacht das
Licht an und das Fenster auf, doch Jonny kam nicht zurück. Am nächsten Morgen
um 6 Uhr gingen wir wieder zu dem Baum, und siehe da, er saß immer noch da.
Aber wir hatten uns zu früh gefreut, er kam noch immer nicht zu uns. Gegen
Mittag hörten wir, wie er plötzlich seine Position gewechselt hatte, auf einen
etwa 15 Meter hohen Baum, doch wir konnten ihn nicht sehen. Eine Stunde später
versuchten wir nochmals unser Glück, doch er war nicht mehr da oder meldete
sich jedenfalls nicht.
Wir haben schon das Schlimmste befürchtet. Um kurz vor 15 Uhr gingen wir
nochmals an dem Baum vorbei und pfiffen nach ihm. Und da war er wieder und wir
konnten ihn diesmal auch wieder sehen. Er sah immer noch ziemlich munter aus und
freute sich anscheinen uns zu sehen. Ich versuchte ihn mit einer Tüte Funny
Chips zu mir zu locken. (Danach ist er ganz verrückt, aber er bekommt sie nie).
Und wirklich, er flog auf mich zu, drehte aber plötzlich ab und flog auf einen
anderen Baum, auf dem wir ihn aber auch sehen konnten. Jetzt war er auch nicht
mehr so hoch und ich lockte ihn abermals mit den Chips und diesmal flog er im
Zick-Zack Kurs auf mich zu und landete auf meiner Hand. Einen Moment war ich
recht baff und wusste nicht so recht, was ich tun sollte. Nach kurzer Überlegung
stopfte ich ihn in die Chipstüte. Diesmal durfte er auch einige der begehrten
Chips essen.
Wir hatten unseren Jonny wieder! Er schien zwar etwas
abgemagert, doch ansonsten ziemlich vital, wobei man ja noch berücksichtigen
muss, dass er eine Verletzung am Fuß hat (die hatte er bereits vor seinem
Ausbruch) und es sehr stark geregnet hatte)
Vielen Dank an die Feuerwehr und an Funny Chips.
gesehen im
Wellensittich-Forum www.wellensittich.net
am 17. August 1999
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| Unser Forum |
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Wenn du Fragen zum Thema Wellensittiche hast, besuch doch
einfach unser Forum. Das ist der zentrale Mittelpunkt dieser Homepage und wird
von allen Leuten aufgesucht, die sich für Wellensittiche interessieren. Hier
wird auch Starthilfe gegeben!
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Schau doch mal rein!
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| Tipps |
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Nicht nur der Käfig sollte wellensittichtauglich ausgestattet
sein, sondern wichtig ist auch die Umgebung. Denn spätestens, wenn der
Wellensittich seinen Freiflug bekommt, wird er mit allen möglichen Dingen
Bekanntschaft machen.
Tiere, Kinder, Pflanzen, Gegenstände, die mit Wasser gefüllt sind, die spitz
sind, in denen er sich hineinzwängen kann, die über ihn fallen können, das
Fenster. Alles, sollte man mit einbeziehen und wenn möglich die
Gefahrenquellen ausmerzen.
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| Wellensittich-Buchtipp: |
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Ein gutes Wellensittichbuch, welches in in keinem
Wellihaushalt fehlen darf:
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Titel: Der Wellensittich. Artgerecht halten.
Gesund ernähren. Richtig verstehen.
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Autor: Annette Wolters
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