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| Rubrik: Ratgeber A - Z
» Eingewöhnung » Das Vertrauen gewinnen |
Die Eingewöhnung eines Wellensittichs
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Kapitel 6: Das Vertrauen gewinnen
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Dieses Kapitel baut auf das Thema "Die ersten Tage" auf,
denn es geht darum, das Vertrauen des anfänglich scheuen Wellensittichs zu
gewinnen. Er wird sich sicher sehr schnell an dich gewöhnen. Das erreicht man, indem man regelmäßige
Zeiten einhält, an dem man ihn füttert, mit ihm spricht, mit ihm spielt, ihm
am Familienleben teilhaben lässt und ihm seinen Freiflug gönnt. Und lass ihn
auch ruhig bei deiner Hausarbeit zuschauen.
Mit der Zeit wird er sich auf dich oder die anderen Mitglieder deiner
Familie freuen. Er wird dieses durch sein leichtes Anheben seiner Flügel
zeigen oder indem er das Gefieder schüttelt, wenn er dich sieht oder er
antwortet oder ruft dich.
Jetzt kommt so langsam die Hand ins Spiel, vor der der Wellensittich wohl
naturgemäß eine gewisse Scheu hat, es sei denn er wurde von einem Züchter
vom Nest an, an die Hand gewöhnt. Um die geht es in diesem Kapitel hauptsächlich.
Allen voran geht das behutsame Gewöhnen an den Finger oder die Hand. Bevor
man die folgenden Methoden ausprobiert, sollte man zuerst einmal testen,
inwieweit der Wellensittich bereit ist, mit dir Kontakt aufzunehmen: Reagiert
er nicht mehr überängstlich o. flattert wild durch die Gegend, wenn du beim
Saubermachen oder Füllen der Futterbehälter in den Käfig greifst? Wenn du
deine Finger zwischen die Gitterstäbe hältst und dabei mit ihm redest,
schaut er schon neugierig oder geht ganz ruhig seiner Beschäftigung nach,
ohne sich aufzuregen? Wenn ja, dann ist er soweit.
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Die
Kolbenhirse-Methode:
Erste Phase: Jetzt ist es an der
Zeit, mit deinem Finger ganz sanft seinen Schnabel oder seinen Bauch zu berühren,
zu streicheln und dabei ganz beruhigend auf ihn einzureden. Einige Wellensittiche mögen
es allerdings nicht, wenn man seine frischgeputzten Federn durcheinanderbringt,
es gibt eben solche und solche, dann beschränke das Streicheln nur auf den
Schnabel. Mache das einige Tage hintereinander, vielleicht auch mehrmals am Tag.
Zweite Phase: Bekommt er von dir
schon Kolbenhirse, so nehme diese erst einmal weg und reiche sie ihm täglich
zur gleichen Zeit nur noch auf deiner Hand. Halte diese für ihn gut erreichbar
hin, so dass er einfach nur zuzulangen braucht, ohne dass er dich dabei berühren
muss. Bleibe am Ball, auch wenn es anfangs nicht erfolgreich war. Versuche es
immer wieder, bis er sich daran gewöhnt hat und davon frisst.
Dritte Phase: Jetzt lege die
Hirse auf deine Handfläche und halte sie etwas weiter von ihm entfernt, so dass
er zu dir kommen und einen Fuß auf deine Hand setzen muss. Jeden Tag üben, bis
er es kennt und freiwillig kommt. Vielleicht freut er sich ja nach kurzer Zeit
schon darauf. Es kann sein, dass er vorsichtig an deiner Hand knabbert,
erschrecke aber bitte nicht, denn das überträgt sich auf ihn.
Vierte Phase: Hat das mit der
Kolbenhirse oder anderen Leckereien gut geklappt und er steigt schon
bereitwillig auf deine Hand, dann presse ihm deine Hand oder deinen Finger etwas
an den Unterbauch, nur ganz leicht, er soll nur spüren, dass da etwas ist.
Instinktiv steigen einige Wellensittiche dabei auf den Finger. Wiederhole diese
Übung mehrere Male und so lange mit ihm, bis er jedes Mal auf die Hand oder den
Finger steigt, wenn du sie ihm entgegen hältst.
Du erreichst damit, dass der
Wellensittich handzahm wird, dass heißt, er erkennt deine Hand als Freund und
Helfer an und benutzt diese als Transportmittel oder was immer er möchte. So
bekommst du ihm bei seinen ersten Freiflug leichter in den Käfig, wenn er
nicht freiwillig zurück will. Bei Wellensittichen, die die Hand nicht
anerkennen, kann der erste Freiflug etwas schwieriger ausfallen, zumindest das
Zurückbringen in den Käfig, oder wenn er nicht mehr von seinem Landeplatz
herunter will.
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Die Stöckchen-
oder Glöckchen - Methode:
Wenn dein Wellensittich überhaupt nicht
gut auf die Hand zu sprechen ist, kannst du es mit dieser Methode ausprobieren.
Du nimmst eine Sitzstange, die du übrig hast, am besten die gleiche, die er im
Käfig hat oder ein anderes Stöckchen, an dem du ihm aber erst vorsichtig gewöhnen
solltest. Halte diese ihm vor dem Bauch, so wie es in der vierten Phase
beschrieben wird, bis er irgendwann darauf steigt. Auch das übe immer wieder,
bis er es nicht anders kennt. Belohne ihn nach diesen Übungen jedes Mal mit
Kolbenhirse oder anderen Leckereien, so als kleiner Anreiz. Auf diese Art kannst
du ihn auch wieder in den Käfig zurückbringen, wenn er mal nicht hinein will.
Da er dann das Stöckchen schon kennt, wird er auch gerne als Transportmittel
darauf zurückgreifen.
Hat er ein Lieblingsspielzeug, zum
Beispiel ein Glöckchen, nehme auch dieses zur Hilfe. Ich hatte damit bei
unserem anfangs auch sehr scheuen Jacky Erfolg. Er hatte mit der Hand und
dem Finger nicht allzu viel im Sinn, aber als ich sein Glöckchen aus dem Käfig
nahm, wurde er ganz wild. Ich hielt es ihm wieder in den Käfig und er kletterte
sofort auf meine Hand. Danach knabberte er abwechselnd an meiner Hand und an
seinem Glöckchen und der Bann war gebrochen. Mit dem Glöckchen konnte ich ihn
aus dem Käfig locken, aber auch wieder in den Käfig.
Ich möchte noch einmal darauf
aufmerksam machen, dass handzahm machen nicht gleichbedeutend mit dressieren
ist. Eine Anleitung, wie man einen Wellensittich dressiert, wird man auf
diesen Seiten nicht finden. Alles, was der Wellensittich tut, sollte
freiwillig geschehen. Ich persönlich finde es schön, wenn der Wellensittich
irgendwann vertrauensvoll sein Füßchen auf meine Hand setzt, in dem festen
Glauben, dass man ihm nichts böses tun will. Außer beim Freiflug,
erleichtert das auch ungemein einen Arztbesuch, denn spätestens dann wird er
wohl in die Hand genommen werden.
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Titel: Der Wellensittich. Artgerecht halten.
Gesund ernähren. Richtig verstehen.
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Autor: Annette Wolters
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