Die Grundnahrung

Wellensittich Wichtigste Voraussetzung für ein langes, zufriedenes Zusammenleben mit unseren gefiederten Freunden ist eine ausgewogene Ernährung.

In Australien wildlebende Wellensittiche haben die Möglichkeit, eine Vielzahl verschiedener Gräser in unterschiedlichen Reifestadien (unreif, halbreif und reif) zu fressen: Von Kanariensaat, Mitchell-Gras, Spinifex bis hin zu Hafer.

Da Wellensittiche grassamenfressende Papageien sind, besteht die Grundnahrung der Wellensittiche aus Samenkörner. Auf dem täglichen Speisezettel eines Wellensittichs stehen deshalb erst einmal circa 2 Teelöffel einer frischen und gesunden Saatgutmischung aus verschiedenen Saaten (siehe unten), sowie Grünfutter (wie z.B. Vogelmiere) für den Vitaminbedarf.

Da der Wellensittich nicht von Körnerfutter allein lebt, sondern für eine ausgewogene Ernährung auch Frischkost u. Mineralien benötigt, findest du noch andere Themen rund um die Ernährung im Menü-Kasten. Unter anderem auch praktische Futterlisten mit Nahrungsmitteln, die man dem kleinen Wellensittich ruhig anbieten darf.

Allgemeines zum Körnerfutter

Sämereien oder auch Körnerfutter genannt, kann man als fertig zusammengestellte Mischung im Handel kaufen. Es werden Markenprodukte sowie auch No-Name-Futter angeboten. Hierbei ist natürlich zuerst auf das Abpackdatum bzw. Verfallsdatum zu achten.

Beim handelsüblichen Futter ist darauf zu achten, dass keine unnötigen Zusatzstoffe und billige Füllstoffe darin enthalten sind. Oft werden Bäckereierzeugnisse, Dextrose oder andere zuckerhaltigen Bestandteile zugemischt, so etwas hat in einer Saatenmischung nichts zu suchen. Es sollten ausschließlich Saaten darin enthalten sein.

Man kann sich im Samenhandel, Zoofachgeschäft oder diverse Online-Shops auch oftmals das Futter individuell selbst zusammenstellen. Für den Wellensittich empfiehlt sich hierfür eine Zusammensetzung bestehend aus:

  • 25 % Spitzsaat oder Glanz
  • 25 % Silberhirse
  • 45 % andere Hirsearten z.B. Plata-, Japan-, Senegalhirse
  • 5 % Haferkerne

Für unsere Lieblinge sollte man nur die beste Qualität nehmen, auf keinen Fall Futter, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten oder schlecht gelagert wurde, denn es können sich Fäulnis, Schimmel oder Ungeziefer bilden.

Schimmel erkennt man daran, dass die Körner einen grau-weißlichen Belag haben. Selbst kleinste Mengen können für den Wellensittich tödlich sein, deshalb selbst bei Verdacht auf Schimmelbefall das Futter sofort wegwerfen.

Fäulnis erkennt man am unangenehmen Geruch. Normale Körner sind geruchlos.

Ungezieferbefall erkennt man daran, dass das Futter zusammengeklumpt und von feinen Fäden durchzogen sind.

Um das gekaufte Futter einer Qualitätsprobe zu unterziehen, macht man am besten einen simplen Keimtest. Hierfür wird eine kleine Menge Futter zum Keimen gebracht: Körner mit Wasser bedecken, bis sie vollgesogen sind, dann auf einem Küchenkrepp ausbreiten und an einem warmen Ort stellen, bis sie keimen. Mindestens 80 % des Futters sollten Keimlinge aufweisen, dieses Futter kann bedenkenlos verfüttert werden, da es genügend lebenswichtige Nährstoffe erhält. Bei weniger als 50 % ist das Futter nicht mehr vollwertig.

Die verschiedenen Saaten

  • Glanz auch Kanariensaat genannt, hat ovale, längliche Körner verschiedener Farbe.
  • Die beste und bekömmlichste Hirse für Wellensittiche ist die Silberhirse, die aus großen, silberweißen Körnern besteht.
  • Eine gute Ergänzung zur Silberhirse ist Platahirse, die aus ovalen, hellgelben Körnern besteht. Sie ist ebenfalls bekömmlich und nahrhaft.
  • Goldhirse sind runde, goldgelbe, ziemlich dicke Körner, auf die man im allgemeinen aber recht gut verzichten kann.
  • Ebenfalls die rote Bluthirse, dicke rostrote Körner. Sie ist kaum gesundheitsfördernd für Wellensittiche, sie schadet aber auch nicht. Nur wegen ihrer etwas härteren Schale wird diese Hirse nicht so gerne genommen.
  • Anders die etwas unscheinbare graue Japanhirse, die einen hohen Nährwert besitzt und sehr gern gefressen wird. Sie ist auch recht weich.
  • Erhältlich im Handel sind außerdem Mohairhirse und rote und gelbe Senegalhirse. Sehr bekömmlich, Senegalhirse sollte in keiner Mischung fehlen. Kolbenhirse ist im wesentlichen nichts anderes als Senegalhirse in Ähren.

Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide. In Hirse sind Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und besonders viel Silizium (Kieselsäure) und Eisen enthalten. Desweiteren enthalten Saaten auch Proteine, allerdings nicht alle.

Wichtig zum Thema Futter!

Niemals überlagertes, muffig riechendes Futter reichen!

Der Wellensittich braucht auch Vitamine. Entweder in Form von Grünzeug (Obst) oder speziellen Vitaminen für Ziervögel.

Jeden Tag das Trinkwasser wechseln und den Wassernapf mit heißem Wasser ausspülen, um Krankheiten vorzubeugen.

Futter & was noch?

Bei Wellensittichen ist man sich größtenteils darüber einig, dass eine einseitige Ernährung ausschließlich mit Körnerfutter nicht angeraten ist, denn Saaten liefern zwar Mineralstoffe und einige wenige Proteine, enthalten aber nur wenig Vitamine A, C nd E und gar keine Vitamine D3 oder B12. Saaten decken daher alleine nicht den Vitaminbedarf dieser Vögel. Bei einer reinen Körnerfutter-Ernährung besteht die Gefahr einer Fehlernährung, sie ist ungesund, da sie nicht alle wesentlichen Nährstoffe liefert.

Es ist deshalb wichtig, abwechslungsreich zu ernähren. Dass, was dem Körnerfutter fehlt, können andere "Lebensmittel" liefern. Gemüse hat wenig Protein und wenig Kohlenhydrate, liefert dafür Vitamine. So ergänzen sich Saaten und Gemüse ideal.

Knackiges Gemüse ist ein gesunder Leckerbissen für jeden Sittich, hat wenig Fett, wenig Kohlenhydrate und liefert dafür Vitamine. Das Grünfutter wie z.B. Endiviensalat, Spinat sollte aber abgespült und gut abgetropft sein. Schließlich sind auch Äpfel und mehr noch rote Karotten halbiert ins Gitter gesteckt, eine sehr gesunde Ergänzung. Da erwachsene Tiere kaum noch für neue Speisen zu begeistern sind, sollte man sie schon in jungen Jahren an solche Beigaben gewöhnen. Dazu zählt auch das Weichfutter, das im Krankheitsfall (besonders Kropfentzündung) lebensrettend sein kann.

Lebenswichtig sind auch die Mineralstoffe wie z.B. Kalzium, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Darum sollte man Kalksteine, Gritsteine oder Sepiaschalen im Käfig befestigen. Hirse ist zwar mineralstoffreich, aber das Verhältnis Phosphor zu Kalzium ist nicht optimal, dazu bedarf es einer Extra-Kalziumquelle.

Zum Durstlöschen eignet sich stilles Mineral- oder Leitungswasser. Abgekochtes Wasser ist für Vögel auch möglich, bei unserer bis jetzt noch guten Leitungswasserqualität in Deutschland ist das aber nicht notwendig. Was anderes ist es, wenn das Wasser verunreinigt wird, dann sollte es abgekocht werden.

Wellensittiche, mit denen nicht gezüchtet wird, benötigen übrigens eine Samenmischung, die nicht zu proteinreich ist. Das gilt auch für die Gesamternährung. Ein zu hohes Angebot an Protein und Kalzium konditioniert Wellensittiche für die Zucht und bringt diese in Brutstimmung. Das ist für unsere domestizierten Wellensittiche nicht gesund, wenn sie das ganze Jahr über in Brutbereitschaft bleiben, das überfordert die Fortpflanzungsorgane und könnte Folgen wie Hodenkrebs nach sich ziehen. Man darf nicht vergessen, in ihrer Heimat sind Wellensittiche nur dann in Brutstimmung, wenn sie die geeigneten Lebensbedingungen vorfinden und diese finden sie nicht 365 Tage im Jahr vor.

Futter-Aufbewahrung

Noch ein Wort zur Saatgut-Aufbewahrung.

Körnerfutter, welches in Gebrauch ist, sollte in trockenen gut verschlossenen Behältern gelagert werden, damit es vor Ungeziefer, Nagetiere, Wasser, Feuchtigkeit und Schmutz geschützt ist. Dazu eignen sich lebensmittelechte Plastikdosen oder Blechdosen. Wichtig ist, dass die Dose vor jedem neuen Befüllen gereinigt und gut abgetrocknet wird. Auch in den Schweiß- und Stanznähten darf kein Wasser mehr sein. Ich nehme lieber Kunststoff, da es nicht verrosten kann und besser zu reinigen ist.

Das Saatgut kann für längere Zeit - meistens ein Jahr - gelagert werden, der Nährwert verliert sich innerhalb dieser Zeit nur geringfügig. Es ist bei dieser Lagerung aber trotzdem angeraten, dass man das Futter nicht in zu großen Mengen bevorratet.

Eine andere Methode ist das Einfrieren von Samen. Auch hier ist es wichtig, dass der Behälter luftdicht und feuchtigkeitsbeständig und zum Einfrieren geeignet ist. Durch das Einfrieren werden außerdem auch Larven und Motten abgetötet.

Man kann das Saatgut auch kiloweise in Gefrierbeuteln einfrieren. Beim Auftauen unbedingt darauf achten, dass kein Kondenswasser zur Schimmelbildung führen kann. Deshalb das Futter umfüllen und geöffnet auftauen lassen.

Bevor man eingefrorenes Futter verwendet, muss es unbedingt bei Zimmertemperatur auftauen.

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