Trinken

Neben der täglichen Portion Futter brauchen Wellensittiche auch täglich frisches Trinkwasser. Ein Wellensittich trinkt pro Tag ca. bis zu 5 ml Wasser, je nach Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit und Kondition, das ist mal gerade ein Teelöffel voll. Vor allen Dingen brauchen sie sauberes Wasser.

Du siehst deine Wellensittiche niemals trinken? Eine falsche Schlussfolgerung wäre zu denken, sie brauchen nur ab und zu Wasser und man könne ruhig mal vergessen, ihnen Wasser zu geben. Sie trinken, wann sie es für nötig halten und instinktmäßig immer nur kurz. Bei jüngeren oder Neuzugängen muss man eventuell nachhelfen, weil sie den Wassernapf oder Spender nicht finden oder sich nicht trauen, weil ihnen alles fremd ist. Hier kann man Abhilfe mit einer schönen saftigen Schlangengurke schaffen, damit sie etwas Flüssigkeit aufnehmen.

Die meisten Halter bieten ihren Wellis normales Leitungswasser an.

In Deutschland ist das kein Problem, die Trinkwasserqualität aus dem Wasserhahn ist einigermaßen gut - mit anderen Ländern verglichen. Es ist zur Zeit (Stand 17. April 2017) das am besten kontrollierte Lebensmittel, es wird überprüft, dass die Schadstoffgrenzen nicht überschritten werden, d.h. aber auch dass durchaus geringe Schadstoffe darin enthalten sind (möglich sind Nitrate, Fluorid, Süßstoffe u. Komplexbilder von Spülmitteln. Alles in extrem niedrigen Mengen, selten mehr als ein Millionstel Gramm pro Liter.).

Ein Problem könnte bei den hauseigenen Rohrleitungen liegen, Bleirohre sind zwar selten, kommen teils aber noch in Altbauwohnungen vor. Auch könnte durch Rohrleitungen, Belastungen mit Kupfer, Nickel, Cadmium auftreten, möglich sind sogar Legionellen oder Coli-Bakterien. Wer sicher gehen möchte, wie die Qualität des Leitungswassers beschaffen ist, kann sich an das Gesundheitsamt wenden, und um Kontaktdaten von Trinkwasserlabore in der Nähe bitten, um eine Wasserprobe zur Untersuchung einzusenden.

Oft ist das Leitungswasser sehr "kalkhaltig", also kalziumhaltig. Das ist für Kaffeemaschinen zwar schlecht, aber für Wellensittiche gut, denn sie brauchen Kalzium.

Tipp: Am besten lässt man das Wasser einige Zeit laufen und füllt erst dann den Wassernapf. Dann landen eventuelle Verunreinigungen oder abgestandenes Wasser, welches noch ihm Wasserrohr steckt, in den Abfluss. Bei Bedarf kann das Wasser auch abgekocht werden, die Mineralstoffe bleiben größtenteils erhalten, eventuell tötet man damit einige wenige Keime ab. Natürlich vor dem Servieren erkalten lassen. Heißes oder warmes Wasser ist gefährlich!

Einige Halter bieten stilles Mineralwasser an

Auch das ist möglich. Man sollte allerdings darauf achten, dass das Wasser natriumarm ist, zumindest nicht mehr Natrium als das normale Leitungswasser enthält, besonders bei nierenkranken Sittichen ist das ratsam. Stilles Mineralwasser kann ebenfalls einige wenige Schadstoffe enthalten, da das Wasser ja direkt aus einer Quelle abgezapft wird. Wichtig ist auch, zu wissen, dass bei geöffnetem Mineralwasser die Gefahr besteht, dass das Wasser im Laufe der Zeit immer mehr verkeimt. Also hier ist es ratsam, dass man entweder kleinste Einheiten kauft oder falls große Flaschen, den Rest für sich selber verwendet und jedesmal eine frische Flasche für die tägliche Trinkwassergabe öffnet.

Eine weitere Möglichkeit ist das Haltbarmachen von Wasser.

Wellensittiche dürfen auf keinen Fall kohlensäurehaltiges Wasser (H2CO3) trinken, das kann zu schweren Magen-Darm-Störungen führen, weil ein zu hoher Druck entsteht, die Sauerstoffaufnahme wird bei so kleinen Tieren gestört, also es könnte sogar gefährlich werden.

Vogeltrank

In Fachgeschäften gibt es spezielle Vogelgetränke, meistens in Plastikflaschen zu 0,5 l oder in 1 l-Größen. Wenn man auf das Etikett schaut, steht dort meistens, dass das Wasser mit Mineralstoffen und Jod versetzt ist. Im Grunde genommen ist es auch so etwas wie stilles Wasser, eventuell eine klitzekleine Menge Jod wurde zugesetzt. Das muss jeder selber wissen, ob er das ständig oder ab und zu anbietet - günstig ist so ein Vogeltrank allerdings nicht.

Dürfen Wellensittiche Tee trinken?

Ja, bei bestimmten Krankheiten oder Unpässlichkeiten ist das zur Unterstützung durchaus erlaubt. Tees sollten immer stark verdünnt werden. Auf ein 25 ml Wasser gibt man ungefähr 10 ml des Teegetränks. Der Tee muss bereits abgekühlt sein. Es bietet sich an, dem Wellensittich die Wahl zu lassen: Reines Wasser und Wasser mit Teezusätze.

Die meisten Halter bieten zum Beispiel bei einem Mega-Schub (Macrorhabdiose, Pilzbefall) Thymiantee verdünnt an und zwar täglich. Danach oft zur Sicherheit (Vorsorge und Nachsorge) ca. 1-2 Mal im Monat.

Diese Auflistung gibt es schon an anderer Stelle dieser Website, aber weil es hier so gut passt, gibt es eine kleine Liste auch hier:

Tees und ihre Wirkung
  • Kamille: beruhigt, bei leichten Magenverstimmungen. Stärkt das Immunsystem und hilft bei Infektionen.
  • Salbei: bei Durchfall und gereizten Kropf. Für eine gute Durchblutung.
  • Schwarzer Tee - lange Ziehzeit, ohne Aromen: Gegen Stress und bei Magenverstimmung und Appetitlosigkeit.
  • Thymian: Unterstützend bei der Bekämpfung einer Pilzinfektion.
  • Brennnessel: Blutreinigung und Vitalität.
  • Fenchel: Bei Verdauungsbeschwerden.
Hinweis: Bitte keine Experimente, wenn dein Wellensittich krank ist. Er sollte auf jeden Fall einem Tierarzt vorgestellt werden. Das Verabreichen von Tee, sollte nicht die einzige Behandlung sein!

Was ist mit Saft?

Säfte gibt man eher selten, das sollte auch wirklich nicht die Regel sein, sondern nur, wenn unbedingt notwendig. Die meisten Säfte sind zuckerhaltig, Zucker ist nicht gut für Wellis. Es gibt Muttersäfte oder pure Direktsäfte aus erster Pressung, die keinen zugesetzten Zucker enthalten. Diese konzentrierten Muttersäfte sollten sehr stark verdünnt werden. Bei Macrorhabdiose (Megas) oder Candidadose (Candida albicans) ist Zucker in jeglicher Form verboten: Hefepilze ernähren sich von zuckerhaltigem.

Oberstes Gebot: frisches und sauberes Trinkwasser!

Egal ob man jetzt "Kraneberger", stilles Mineralwasser, Vogeltrank, mit Tee oder ungesüßtem Fruchtsaft versetztes Wasser anbietet: Bitte achte darauf, dass stets frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Das Wasser sollte mindestens einmal täglich ersetzt werden, im Sommer sogar besser zweimal täglich und an sehr heißen Tagen kann man es mehrmals am Tag wechseln, damit sich keine Keime vermehren können. Auch wenn das Wasser keinen sauberen Eindruck mehr macht, weil Futterreste oder Kot ins Wasser gelangt ist, sollte es sofort ausgewechselt werden.

Auch die Wassernäpfe nicht vergessen!

Der Wasserbehälter muss natürlich auch gereinigt werden. Den Wasserbehälter täglich mit Essig oder einer Jodlösung reinigen und gründlich ausspülen, damit keine Reste des Reinigungsmittel mehr vorhanden sind. Wenn man es genau nimmt, sollten die Trinkbehälter nach jeder Benutzung in der Spülmaschine oder per Hand gründlich gereinigt werden, mit anschließender Trocknungszeit von mindestens 24 Stunden. Um das so handhaben zu können, braucht man mehrere Schälchen bzw. Trinkgefäße zum Wechseln. Edelstahl- und Keramiknäpfe lassen sich auch gut mit heißem Wasser reinigen.

Mache es dir zur Gewohnheit, zweimal am Tag, einmal morgens und einmal abends frisches Wasser zu geben.

Zusätze ins Trinkwasser

Im Krankheitsfall ist es manchmal erforderlich, dass Medikamente ins Trinkwasser gegeben werden müssen, der Geschmack könnte dadurch verändert sein. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, dass auch wirklich vom Wasser getrunken wird, Gemüse oder Obst während dieser Zeit nicht anbieten, sonst deckt der Vogel eventuell seinen Flüssigkeitsbedarf durch die Frischkost und erhält so seine Medizin nicht.

Auch bei Fehlernährung, das ist der Fall wenn der Wellensittich nur Saaten und überhaupt kein Grünzeug frisst, ist es möglicherweise notwendig, zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe über das Trinkwasser zu verabreichen. Auch hier darauf achten, dass auch wirklich getrunken wird. Manche Zusätze fördern leider auch das Bakterienwachstum.

Fazit

  • Wasser nicht eiskalt, aber auch nicht warm, sondern einfach nur Zimmertemperatur!
  • Fruchtsaft ist nicht notwendig, falls man es in Ausnahmefällen geben möchte (z.B. Cranberrysaft zur Unterstützung bei E.Colis), nur solche, in denen kein Zucker enthalten ist und sehr stark verdünnt.
  • Tee ist in Ordnung in Ausnahmefällen, ebenfalls stark verdünnt.
  • Keine alkoholischen, koffeinierte, kohlensäurehaltige Getränke oder Milch.
  • Nur frisches Wasser, kein abgestandenes! Trinkgefäße regelmäßig reinigen und austauschen.

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