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| Rubrik: Ratgeber A - Z
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Die Haltung und Pflege eines Wellensittichs
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Kapitel 3: Beschäftigung und Spiele
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Der Wellensittich ist von Natur aus ein verspielter Vogel, das heißt, er braucht
Beschäftigung und Ansprache. Diese Verspieltheit sollte man ruhig fördern,
damit er nicht dumpf vor sich hin vegetiert, denn auch zwei Vögel können
sich manchmal langweilen, wenn sie nur im Käfig sitzen, denn sie brauchen
sich weder um Nahrung bemühen, noch eine Bruthöhle suchen und haben selten
elterliche Pflichten, die sie beschäftigt halten.
Deshalb sollte man im Käfig sowie auch außerhalb für genügend
Abwechslung sorgen. Sie brauchen Material zum Knabbern und zum Spielen
und sind dankbar über jede Anregungen. Nun bietet der Käfig nur wenige Möglichkeiten,
den natürlichen Spieltrieb auszuleben, aber auch diese gilt es nicht zu
vernachlässigen, da nur die wenigsten Vögel ständigen Freiflug
bekommen. Also ist ihr Käfig dementsprechend auszustatten.
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Spielzeug im Käfig
und für "draußen"
Messingglöckchen - dieses
Spielzeug ist wegen seiner klingenden Geräusche sehr beliebt. Sowieso alles was
klingt, zieht den Welli magisch an. Der Wellensittich stößt es an und es
bringt einen Ton hervor.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass
das Glöckchen einen hohen Stellenwert unter den Spielzeugen bei Wellensittichen
hat. Es ist sehr beliebt. Der Wellensittich stößt es an und es klingelt. Wenn
er mal wütend ist, reagiert er sich daran durch heftigeres Stoßen ab. Manches
Mal wird es als Hütchen benutzt, ein anderes Mal versenkt er sein ganzes
Gesicht darunter, um an den Glockenstößel zu nagen. Es wird daran
hochgeklettert etc.
Spiegel - eigentlich kein
Spielzeug im eigentlichen Sinn, sondern der Spiegel gaukelt dem Wellensittich
einen Artgenossen vor und mit dem kann er kaum spielen, aber er fühlt sich nur
nicht so allein. Das gleiche gilt für Plastikvögel.
Darüber gibt es geteilte Meinungen.
Die einen verteufeln den Spiegel, da der Vogel darin einen Artgenossen sieht und
dann für seinem Partner angeblich nichts mehr übrig hat. Bei einem vorübergehend
einzeln gehaltenen Wellensittich soll er zu einem abnormen Triebverhalten führen,
da er den Spiegel ständig bebalzt und befüttert. Ich persönlich sehe das
nicht so eng, denn meine nicht einzeln gehaltenen Wellensittiche haben dadurch
keinen übermäßigen Trieb bekommen. Ganz im Gegenteil, sie hatten ihren
Partner und das Spiegelbild gaukelte den Wellensittichen sogar noch mehr
Artgenossen vor und die Wellis fühlten sich wie in einem Schwarm. Aber man muss
das selber abwägen, sollte der Wellensittich zu einem übermäßigen Fütterungstrieb
gegenüber dem Spiegel neigen, dann heißt es, den Spiegel zu entfernen, da das
ständige Hochwürgen von Futter den Kropfschleimhäute auf Dauer schädigen
kann u. so eine Bereitschaft zur Kropfentzündung besteht. Allerdings wird sich
der Wellensittich daraufhin ein Ersatzobjekt suchen. Wenn der Welli balzen oder
füttern will, dann wird er andere Wege finden, dieses zu tun.
Klettergeräte - Leitern (ohne
Ecken u. scharfkantige Teile) sind sehr beliebt. Man hängt sie an eine Stange
und der Welli kann versuchen, die einzelnen Sprossen hoch- u. herunter zu
laufen.
Gitterball - Dieser könnte
wieder zu einem Lieblingsspielzeug auserkoren werden. Oftmals ist in der Mitte
eine kleine Schelle vorhanden, die ebenfalls beim Rollen einige Töne von sich
gibt. Der Vogel kann das Bällchen mit dem Schnabel halten und eine Strecke weit
tragen. Oder er spielt regelrecht Fußball damit. Am schönsten ist das Spiel
mit dem Menschen: Der Vogel wirft den Ball von der Tischkante und der Mensch -
gut dressiert - holt ihn wieder.
Kreisel aus Holz - natürlich
ohne scharfe Kanten sind für den Welli sehr faszinierend. Diese werden im Käfig
oder am Wellispielplatz aufgehängt und drehen sich leicht, wenn sie berührt
werden.
Hanf- und Baumwollseil - es kann
wiederum am Vogelspielplatz oder im Käfig angebracht sein. Es hängt vom Käfigdach
herab und bietet dem Sittich so eine Möglichkeit, immer neue Kletterkunststücke
zu vollbringen. Weiche Baumwollseile werden vom Vogel auch gerne
auseinandergezwirbelt. Die Hanfseile dagegen sind etwas härter. Man sollte aber
unbedingt darauf achten, dass das Seil nicht zu dünn u. zu lang ist, so dass er
sich strangulieren könnte. Am besten zwischendrin ein paar Knoten ins Seil knüpfen.
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Was der Welli
sonst noch mag:
Das Herunterwerfen von Gegenständen.
Dieses Spiel macht am meisten Spaß, wenn sein Mensch daran beteiligt ist. Meine
Wellidame hatte damals die Angewohnheit, alles, was auf dem Tisch lag u. was sie
irgendwie befördern konnte, zur Tischkante zu transportieren und dort dem
Fallen begeistert zuzuschauen. Auch Kaffeelöffel mussten daran glauben und oh
wehe, jemand wagte es, den Kaffeelöffel vor ihr in Sicherheit zu bringen, dann
wurde er streng durch einen Biss daran gehindert.
Das Rollen u. Schieben von Gegenständen.
Man benötigt dafür wie oben erwähnt Gitterbällchen oder kleine
Spielzeugautos. Diese werden vom Wellensittich geschoben o. gerollt. Wenn man
mit dem Wellensittich sehr vertraut ist, kann man das Spiel auch zusammen mit
dem Wellensittich bzw. Wellensittichen spielen, indem man den Gegenstand auf ihn
bewegt oder in eine ganz andere Richtung, so dass er ihm hinterher läuft.
Zuwendung. Eigentlich wird
das im nächsten Kapitel noch genauer beschrieben. Aber auch an dieser Stelle möchte
ich erwähnen, dass der Wellensittich ein sehr sozialer Vogel ist und sich über
die Ansprache u. Zuwendung vom Menschen auch sehr freut. Egal, ob der Vogel übergangsweise
als Einzelvogel oder mit mehreren gehalten wird, der Mensch gehört irgendwann
zu "seinem" Schwarm. Sollte er wirklich als Einzelvogel gehalten
werden, muss man sich täglich mehrmals Zeit für ihn nehmen, um mit ihm zu
reden. Es schafft eine enge Bindung und er hat das Gefühl, dass er nicht allein
ist und zu jemandem gehört. Er mag es, wenn er auf der Hand sitzen und den
Worten seines Menschen lauschen darf. Und hierbei besteht die große Möglichkeit,
dass er etwas Neues hinzulernt, was er eventuell später einmal nachspricht.
Auch sein zukünftiger Partner (ein Wellensittich sollte niemals für immer
alleine gehalten werden, sondern nur für eine Übergangszeit, zu dem Zweck ihn
etwas an den Menschen zu gewöhnen, was im allgemeinen als "Zähmen"
bezeichnet wird.) kann von dieser Zeit profitieren u. dem neuen Vogel fällt
es um so leichter, dieses dem Menschen gegenüber vertraute Verhalten zu übernehmen.
Auch bei mehren Vögeln kann man mit
jedem Vogel einzeln diese sozialen Stunden abhalten, am besten, wenn die anderen
aus dem Zimmer sind, sonst gibt es Eifersüchteleien ...
Das Verwöhnen und Füttern. Als
nächstes sei noch das Füttern und Verwöhnen mit Obst, Kolbenhirse oder
anderen Leckerbissen erwähnt. Nicht umsonst heißt es: "Liebe geht durch
den Magen". Dieses Verführen mit Obst oder Hirse durch die Hand lässt
sich der Vogel gerne gefallen und auch das schweißt zusammen.
Die verbotenen Spiele. Wenn der
Vogel viel Freiflug hat, wird er immer erfindungsreicher und mutiger und so
macht er sich bald auch an die verbotenen Gegenständige heran. Findet er ein Buch,
welches aufgeschlagen auf dem Tisch liegt, sind im Nu die Seiten durchlöchert.
Auch haben sich einige Vögel als wahre Tapetenabreißer entpuppt. Unsere beiden
haben sich auf den Türrahmen gesetzt und dann während meiner Abwesenheit ein
Riesenloch von beachtlicher Größe in die Tapete gestanzt. Auch ein Glas
ist für den Vogel recht einladend - egal ob gefüllt oder nicht, aber dass
sollte er besser lassen. Es ist gefährlich, wenn der Vogel abrutscht und sich
aus eigener Hilfe nicht mehr daraus befreien kann. Ist das Glas bzw. das Gefäß
mit Flüssigkeit gefüllt, kann er ertrinken. Also ohne Aufsicht kein Glas -
weder gefüllt noch leer - im Zimmer herumstehen lassen.
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Ein gutes Wellensittichbuch, welches in in keinem
Wellihaushalt fehlen darf:
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Titel: Der Wellensittich. Artgerecht halten.
Gesund ernähren. Richtig verstehen.
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