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| Rubrik: Ratgeber A - Z
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Wellensittich Krankheiten
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Kapitel 1: Krankheiten des Verdauungstraktes
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Schnabeldeformation
| Durchfall
| Kropfentzündung
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Going Light Syndrom
| Verstopfung
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Schnabeldeformation
Normalerweise passen beim gesunden Vogel Ober- und
Unterschnabel genau aufeinander und schleifen sich gegenseitig ab, so
dass sie immer exakt aufeinander stehen. Bei einer Schnabeldeformation,
die verschiedene Ursachen haben kann, passen Ober- und Unterschnabel
nicht mehr aufeinander. Der Schnabel wächst und wird immer länger. Mit
der Zeit können Fehlstellungen und Verkrümmungen auftreten, die so
schlimm werden können, dass der Vogel kaum noch Nahrung aufnehmen kann
und verhungert.
Ein übermäßiges Schnabelwachstum kann auch durch falsche Fütterung
hervorgerufen werden. Wenn der Wellensittich bei einer leichten
Schnabeldeformation noch genügend fressen kann, sollte man ihm nicht
unnötig den Schnabel kürzen, denn das hat meistens zur Folge, dass er
dann noch schneller wächst. Besser ist hier, ihm Zweige zum Benagen
anzubieten und weniger Weichfutter, der Schnabel muss wieder Arbeit
bekommen.
Eine Schnabeldeformation kann entweder angeboren kann oder durch
eine Knochenanomalie verursacht worden sein. Bei einer plötzlich
auftretenden Schnabeldeformation ist es oft die Folge eines Unfalls. Brüche
oder Verschiebungen führen dann zu einem fehlerhaften Schnabelschluss.
Bei manch älteren Sittichen mit Schnabeldeformation könnte auch eine
Stoffwechselstörung wie Leberprobleme oder Mangelernährung vorliegen.
Wie man sieht, gibt es zahlreiche Ursachen für eine Schnabeldeformation
und man sollte unbedingt Rücksprache mit einem Tierarzt halten, ob eine
Schnabelkorrektur angebracht ist, denn das Schnabelhorn ist auch sehr
empfindlich, es kann beim Beschneiden leicht brechen und die Blutgefäße
reichen bis weit in die Spitze hinein.
Falls man dem Tier selber den Schnabel kürzen möchte (der Schnabel
wird mit einer scharfen Nagelschere oder einem Nagelclip abgeschnitten
und anschließend mit einer Nagelfeile glattgefeilt), sollte man bei
eventuellen Blutungen immer ein Wattestäbchen mit einer blutstillenden
Tinktur, z.B. Eisen-III-Chlorid) in Griffweite halten. Sollte es dann zu
einer Verletzung gekommen sein, wird das Wattestäbchen mit
Eisen-III-Chlorid getränkt und fest auf die blutende Schnittstelle gedrückt.
Wenn man unsicher ist, lässt man es lieber von einem Tierarzt machen,
denn es besteht bei dieser Prozedur starke Blutungsgefahr, die dann nur
der Tierarzt mit einem Thermokauter stoppen kann.
Achtung: Wenn man erst einmal angefangen hat, den Schnabel zu schneiden,
provoziert man dadurch erst recht das Wachstum. Meistens muss man mit
dem Wellensittich dann alle 4 Wochen zum Tierarzt.
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Durchfall
Der gesunde Kot von Wellensittichen besteht aus
schwarzweißen Häufchen, die rasch abtrocknen und leicht zu entfernen
sind. Durchfall dagegen hat viele "Gesichter", und ist nur ein
Anzeichen, dass irgendwo etwas nicht stimmt.
Breiiger oder dünnflüssiger, gelblicher Kot zeigt eine allgemeine
Verdauungsstörung an. Ist er mit Blut durchsetzt, so liegt eine schwere
Darmentzündung vor, die sofort medikamentös behandelt werden muss. Flüssiger
Kot von grünlicher Farbe deutet auf eine krankhafte Gallenausscheidung.
Bei solchen Vögeln ist die Leber nicht in Ordnung; sie erhalten sofort
eine strenge Diät, bestenfalls aus Kolbenhirse, üblicherweise aber aus
Haferflocken. Haferflocken sind ein sehr gutes Heilmittel für alle
Verdauungsstörungen; sie werden meist gerne genommen, wenn die Sittiche
sie erst einmal kennen u. im Futternapf nichts anderes vorfinden.
Durchfall muss aber nicht immer ein Krankheitssymptom sein, er kann auch
seelische Ursachen haben. Man muss immer die Umstände genau beachten.
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Hat er sich erschrocken, hat er gerade gebadet oder
frischen Salat / Obst verzehrt, kann es auch schon mal zu Durchfall
kommen. Diese sind aber vorübergehender Natur.
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War er Zugluft oder starken Temperaturschwankungen
ausgesetzt, hat er ein zu kaltes Bad genommen, dann ist er
vielleicht erkältet oder hat sogar eine Lungenentzündung.
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Bekommt der Wellensittich genügend Grit, das sind
die kleinen Steinchen im Vogelsand. Diese braucht er nämlich
unbedingt als Verdauungshilfe. Also nur Zeitungspapier zum Auslegen
des Bodens reicht nicht.
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Hat er vom Teller des Menschen gegessen und
irgendwelche Speisen zu sich genommen, die schädlich für ihn sind?
Vollkommen tabu ist scharf Gewürztes, Salziges, Alkohol, Bohnen,
Grapefruit etc.
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Ist er eventuell mit irgendetwas in Berührung
gekommen, was für ihn giftig ist? Zum Beispiel ist bei einer
Bleivergiftung der Kot oft schleimig und hellrot. Blei ist z.B. in
Gardinenband, Metallgegenständen etc. enthalten. Hat er Plastik
gefressen oder an giftigen Zimmerpflanzen oder Blumen geknabbert?
Größte Vorsicht ist geboten, wenn der Durchfall über
mehrere Tage geht oder der Vogel gleichzeitig einen schwachen und
kranken Eindruck macht. Oder wie oben beschrieben, der Kot eine andere Färbung
als sonst besitzt. In diesen Fällen sollte man schnell handeln und beim
Tierarzt eine veterinärmedizinische Untersuchung des Kotes vornehmen
lassen. Der Kot darf keine Sandbeimischungen enthalten und sollte
ziemlich frisch sein. Auf eine ganz bestimmte Krankheit kann man beim
Durchfall nicht schließen, da fast alle Krankheiten eines
Wellensittichs mit Durchfall einhergehen.
Außer den oben genannten Gründen kann auch eine bakteriologische oder
parasitäre Erkrankung vorliegen, innere Krankheiten wie Nierenentzündung,
Leberentzündung, Tumore oder auch Infektionskrankheiten.
Besteht der Verdacht auf eine leichte Erkältung oder vorübergehende
Unpässlichkeit, kann man den Wellensittich selbst behandeln, indem man
ihn mehrmals täglich mit Rotlicht bestrahlt. Dabei hält man einen
Abstand von circa 60 cm von der Lampe (je nach Wattzahl) und testet ab
und zu, ob die Wärme auch angenehm für den Patienten ist.
Bestrahlungsdauer ca. 10 Minuten. Anschließend sorgt man weiterhin für
gleichmäßige Wärme. Außerdem streut man etwas Vogelkohle über
das Futter oder verabreicht ihm einen dünnen Kamillentee, der aber
nicht mehr warm sein darf. Den Kamillentee kann man mit Vitamintropfen
u. einer Messerspitze Traubenzucker anreichern. Während dieser Zeit
kein Grünzeug oder Obst.
Tritt keine Besserung ein und in schweren Fällen von Durchfall mit
eindeutigen Krankheitsanzeichen - sofort zum Tierarzt. Während des
Transportes zum Tierarzt ist der Wellensittich unbedingt warm zu halten.
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Kropfentzündung
Wellensittiche haben eine hohe Bereitschaft zu Kropfentzündungen.
Diese werden oftmals durch eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen,
selten Parasiten, verursacht. Häufig werden solche Vögel von dieser
Krankheit heimgesucht, die einen chronischen Vitamin A-Mangel haben.
Vitamin A ist besonders wichtig für die Sehkraft aber auch für die
Schleimhäute, die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig
sind. Unter Vitamin A-Mangel leiden hauptsächlich Wellensittiche, die
kaum Grünfutter oder Obst zu sich nehmen.
Als Infektionsquelle für Kropfentzündungen kommen u.a. auch unsaubere
Wasser- und Futtergefäße in Frage, besonders die geschlossenen
Wasserbehälter, wo sich in aller Ruhe Bakterien ansiedeln können.
Hygiene ist eine der wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen gegen eine
Kropfentzündung.
Bei einer Kropfentzündung würgt und schleudert der Wellensittich das
mit zähem Schleim vermengte Futter wieder aus. Der Vogel sitzt dann
aufgeplustert da, macht einen apathischen Eindruck und das Kopfgefieder
ist zerzaust und verklebt. Meistens wölbt sich unter dem Gefieder der
Kropf auch deutlich hervor und es besteht auch zusätzlich Durchfall, da
die Krankheitskeime durch Herunterschlucken des Kropfschleimes auch in
den unteren Verdauungstrakt kommen.
Da bei einer Kropfentzündung immer Lebensgefahr besteht, muss der
Patient Wellensittich sofort in tierärztliche Behandlung. Ein guter
Tierarzt wird vor einer Antibiotikabehandlung einen Kropfabstrich machen
und labortechnisch untersuchen lassen, um den Krankheitserreger
ausfindig zu machen. Er wird bis zum Vorliegen des Befundes entzündungshemmende
Medikamente verabreichen oder injizieren. Nachdem der Krankheitserreger
feststeht, kann er ein gezieltes Antibiotikum verschreiben.
Ein Wellensittich mit einer Kropfentzündung braucht viel Wärme, er
muss bis zur völligen Genesung mit einer Wärmelampe bestrahlt werden
(eine Hälfte des Käfigs kann mit einem Tuch abgedeckt bleiben, so dass
es sich der Wellensittich aussuchen kann). Körnerfutter ist erst einmal
tabu, da es den Kropf nur unnötig reizt. Der Vogel erhält jetzt nur
weiches Futter: Magerquark, gekochter Reis, hartgekochtes Ei,
Aufzuchtfutter, Kinderbrei (Früchte, Banane ...). Es ist aber ganz
wichtig, darauf zu achten, dass der Wellensittich auch diese Sachen
frisst, wenn es es nicht tut, muss notgedrungen auf das bisherige Körnerfutter
zurückgegriffen werden. Sollte er gar nichts fressen, muss er sogar
zwangsernährt werden. Das Wasser wird durch Kamillentee ersetzt, auch
hier kann man eine winzige Prise Traubenzucker hinzugeben. (Achtung, der
Vogel sitzt oft vor dem Futternapf und pickt darin herum, ohne wirklich
etwas zu essen.)
Nach einer überstandenen Kropfentzündung bleibt eine vorgeschädigte
Kropfschleimhaut zurück, die für neue Infektionen sehr anfällig ist.
Daher muss der Wellensittich unbedingt noch längere Zeit danach richtig
aufgepäppelt werden. Gut wäre es, wenn man ihn schon rechtzeitig an
Weichfutter, Kinderbrei etc. gewöhnt, so dass er es im Krankheitsfall
ohne weiteres annimmt. Nach der Behandlung braucht der Sittich eine
Aufbaukur mit Vitaminen, besonders das Vitamin A spielt zur Vorbeugung
von Kropfentzündungen eine wichtige Rolle.
Eine Kropfentzündung ist eine sehr ernstzunehmende Krankheit, da der
Wellensittich zusehends abbaut. Wenn sie frühzeitig erkannt und
behandelt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. Eine Kropfreizung
dagegen haben Wellensittiche öfter, besonders wenn sie als
Partnerersatz irgendwelche Gegenstände oder Spiegel anbalzen. Dadurch
kann ebenfalls eine Neigung zu Kropfentzündungen entstehen. In diesem
Fall muss der Gegenstand oder der Spiegel, der angebalzt und gefüttert
wird, aus dem Käfig entfernt werden.
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Going-Light-Syndrom
oder "Leichterwerden des Wellensittichs". Der
betroffene Vogel nimmt bei anfänglichem normalem Gesundheitszustand und
gutem Appetit ständig an Gewicht ab. Im Endstadium wiegt solch ein
Vogel oft nur noch unter 30 g und es kann zum Hochwürgen von Futter
einhergehend mit Durchfall kommen.
Die Ursachen sind bislang noch unbekannt, da es eine verhältnismäßig
"neue" Krankheit ist. Die Krankheit verläuft chronisch und in
sogenannten Schüben, die von beschwerdefreien Phasen unterbrochen
werden.
Bei der Untersuchung von toten Tieren wurden Bakterien entdeckt, die
sich an der Magenwand angesiedelt hatten, die sogenannten Megabakterien.
Bisher gibt es noch kein Heilmittel, allerdings wurden mit
Antibiotikabehandlungen Teilerfolge erzielt. Eine Behandlung mit Säureblockern
(Antacida) und Mittel gegen Erbrechen (Antiemetika) können die
symptomatischen Beschwerden etwas lindern. Erfolge wurden auch mit dem
Medikament "Peroral" erzielt.
Die erkrankten Wellensittiche sollten während der akuten Phase der
Erkrankung hauptsächlich mit Aufzuchtfutter und zusätzlich Kinderbrei,
der nur mit Wasser angerührt wird (Achtung, Brei unbedingt erkalten
lassen), ernährt werden. Die Nahrung sollte sehr eiweiß- und
mineralstoffreich sein und mit Vitaminen angereichert sein.
Das Going-Light-Syndrom ist bedingt ansteckend, d.h. meist wird es von
den Elterntieren während der Fütterung auf die Jungtiere übertragen.
Ein infizierter Vogel braucht nicht unbedingt daran zu erkranken, aber
Stressfaktoren spielen eine große Rolle dabei, ob diese Krankheit
ausbricht oder nicht. Wenn sie ausgebrochen ist, braucht der erkrankte
Wellensittich unbedingt viel Ruhe, vielleicht sogar einen eigenen Käfig,
falls der Stressfaktor ein anderer Wellensittich ist, der ihn ständig
durch den Käfig jagt. Blickkontakt reicht dann und sollte weiterhin gewährleistet
sein. Alles, was einem am Going-Light-Syndrom erkrankten Wellensittich
aufregt, ist Gift für ihn und kann zum nächsten Schub führen.
Nachfolgend auch die Definition des Going Light Syndroms vom
Insititut für Geflügelkrankheiten:
Leichtwerden der Wellensittiche - Megabakteriose
Mit dem Begriff "Leichtwerden (Going Light Syndrom" wird eine
chronisch verlaufende, durch "Megabakterien" hervorgerufene
Erkrankung beschrieben, die mit fortschreitender Abmagerung einhergeht.
"Megabakterien" sind noch nicht näher eingeordnete
Mikroorganismen, die häufig aus Schleimhautabstrichen des Drüsenmagens
von Wellensittichen und anderen Kleinpapageien, sowie Sperlingsvögeln
(insbes. Kanarienvögel) isoliert werden. Sie sind jedoch auch beim
Wirtschaftsgeflügel und vielen anderen Vogelspezies nachweisbar.
Insbesondere bei Kleinpapageien wird bei Nachweis dieser Keime eine
katarrhalische Entzuendung der Drüsenmagenschleimhaut mit starker
Schleimabsonderung beobachtet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit röntgenologisch
nachweisbar ist.
Als krankheitsverursachender Mechanismus wird eine zunehmende
Fehlverdauung des Futters und damit einhergehend die fortschreitende
Auszehrung des Tieres angenommen.
Der Nachweis von Megabakterien gelingt durch Untersuchung möglichst
frisch abgesetzten Kotes bei etwa 80% der infizierten Tiere.
Laboruntersuchungen ergaben jedoch, dass die Keime bei feuchtgehaltenen
Sammelkotproben bis zu 4 Wochen nachweisbar sind, so dass diese zur
Untersuchung auf Megabakterien auch eingeschickt werden können.
Megabakterien sind auf Vögel, die in unmittelbarem Kontakt zu den
infizierten Tieren stehen, übertragbar. megabakterien-ausscheidende
Elterntiere infizieren ihre Nachzucht bereits im Nestlingsalter.
Eine erfolgreiche Behandlung ist bei gering- bis mittelgradigem Befall möglich.
In manchen fällen können die Keime allerdings nach mehreren Wochen
wieder nachgewiesen werden und zum erneuten Ausbruch der Krankheit führen.
Bei hochgradig abgemagerten Tieren mit fortgeschrittenen Magenveränderungen
ist eine erfolgreiche Behandlung wenig aussichtsreich.
Infizierte Vögel sollten aus den genannten Gründen vom Restbestand
getrennt und nicht zur Zucht eingesetzt werden. Das Käfigzubehör ist
zu reinigen und mit bakteriziden und fungiziden Desinfektionsmittel zu
desinfizieren. Auf optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen ist zu
achten.
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Verstopfung
Eine Verstopfung erkennt man daran, dass der
Wellensittich bei erhöhter Kraftanstrengung versucht, Kot abzusetzen.
Dabei schüttelt er während des Kotabsetzens den Hinterleib hin und her.
Auch kommt es zu Kotverklebungen rund um die Kloake.
Es gibt hierfür - genau wie bei Durchfall - verschiedene Ursachen. Eine
leichte Verstopfung, die durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel
verursacht wurde, kann man wieder im Griff bekommen, indem man dem Vogel
mehr Obst und Gemüse anbietet und ihm genügend Freiflug gewährt. Auch
spielt eine genügende Flüssigkeitsaufnahme eine wichtige Rolle. Das
Futter kann eine zeitlang mit Speiseöl (Sonnenblumenöl) angefeuchtet
werden, damit der Darminhalt etwas aufgeweicht wird, auch die gereizte
Kloake kann etwas mit Speiseöl eingerieben werden. Es sollte während
dieser Zeit vermehrt geriebener Zwieback angeboten werden. Vor allen
Dingen muss eine Vergiftung ausgeschlossen werden, bevor man es mit
sogenannten "Hausmittelchen" versucht. Auch hier sollte man sich
die Frage stellen: Hat er an irgendetwas geknabbert, was für ihn giftig
ist?
Auch muss man die Möglichkeit eines Tumors in Betracht ziehen. Die
Verstopfung wird dann durch den Tumor, der auf die inneren Bauchorgane drückt,
verursacht (mechanischer Engpass). Die Legenot beim Weibchen geht
ebenfalls oft mit einer Verstopfung einher. Eine Darmentzündung ist
seltener der Grund, da hierbei in den meisten Fällen Durchfall auftritt,
Ähnlichkeiten bestehen hauptsächlich in der Anstrengung, mit der der
Wellensittich den Kot absetzt.
Bei einer länger andauernden Verstopfung ist auf jeden Fall immer ein
vogelkundiger Tierarzt zu Rate zu ziehen.
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