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| Rubrik: Ratgeber A - Z
» Krankheiten » Krankheiten der Haut |
Wellensittich Krankheiten
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Kapitel 3: Krankheiten der Haut
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Verletzungen |
Ekzeme | Bürzeldrüsenverstopfung
| Fettleibigkeit
Verhornung der Haut (Hyperkeratose)
| Hypertrophie | Fetttumor
(Lipom)
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Hautverletzungen
Oberflächliche Verletzungen heilen beim Wellensittich
meistens rasch und ohne Komplikationen ab. Sie können durch Rivalenkämpfe
oder durch spitze Gegenstände hervorgerufen worden sein. Kleine Wunden
behandelt man mit abgekochtem lauwarmen Kamillentee, um sie zu reinigen.
Blutungen müssen auf jeden Fall schnellstens gestoppt werden, da der
Wellensittich nicht sehr viel Blut hat. Dazu drückt man entweder
blutstillende Watte (die man für den Notfall immer zuhause haben
sollte) auf die Wunde oder betupft blutende Krallen, Federkiele oder den
Schnabel mit einem in Eisen-III-Chlorid getränkten Wattestäbchen. (Eisen-III-Chlorid
bekommt man in Apotheken). Bei leicht blutenden Hautwunden kann man auch
Babypuder anwenden.
Größere Wunden müssen vom Tierarzt versorgt werden. Wenn tiefere
Hautschichten, Sehnen oder das Muskelgewebe verletzt wurden und die
Wunde genäht werden muss, sollte dieses unter Lokalanästhesie (örtlicher
Betäubung) geschehen, wenn es der Allgemeinzustand des Vogels zulässt.
Achtung! Bei Schockzustand, Schwäche oder starken Blutverlust besteht
bei einer Betäubung Lebensgefahr, vorher sollte der Kreislauf des
Patienten stabilisiert werden. Erst danach wird der Tierarzt
chirurgische Maßnahmen durchführen.
Auch bei Katzenbissen muss der Vogel unverzüglich zum Tierarzt gebracht
werden, da der Speichel der Katzen, sobald er in die Blutbahn des
Sittichs gerät, zum baldigen Tode führen kann. Der Tierarzt wird dem
Wellensittich ein Antibiotikum injizieren, damit das gefährliche
Bakterium, welches im Katzenspeichel nachgewiesen wurde, unschädlich
gemacht wird. Es handelt sich u.a. um die Bakterien Pasteurella
multocida, Staphylococcus aureus, Staphylococcus saprophyticus, die
heftige Infektionen verursachen. Wirksam gegen diese sogenannten
Pasteurella-Bakterien ist beispielsweise der Wirkstoff Enrofloxacin, der
in Baytril enthalten ist.
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Ekzeme oder
EMA-Syndrom
Ebenfalls noch weitgehend unerforscht ist das EMA-Syndrom.
Man weiß noch nicht genau, ob Bakterien, Pilze oder Viren dafür
verantwortlich sind. Das macht die Behandlung eines betroffenen Vogels
so schwer. Als Ursache kommt dafür möglicherweise psychischer oder
sozialer Stress in Frage, z.B. bei Revierstreitigkeiten oder wenn
Wellensittiche zu häufig ausgestellt worden sind.
Die Symptome sind plötzlich auftretende Veränderungen in der Achselhöhle
bzw. der Flügelunterseite, aber auch rund um die Augen. Dabei bilden
sich blutende Hautrisse, die verkrusten, aber nicht heilen. Die
befallenen Vögel bepicken häufig mit ihrem Schnabel diese Gegend und
oft sehen ihre Schnäbel infolgedessen auch blutverkrustet aus.
Eine Heilung ist nach heutigem Wissensstand noch nicht möglich. Vorübergehend
können oberflächliche Maßnahmen höchstens eine Erleichterung
bringen, dazu gehören austrocknende, desinfizierende Medikamente, das
Anlegen eines Halskragens, damit sich der Vogel nicht ständig die
Wunden bepickt. Leider müssen solche Tiere sehr oft eingeschläfert
werden, da sich ihr Zustand verschlechtert.
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Bürzeldrüsenverstopfung
Die Bürzeldrüse ist eine Talgdrüse und befindet sich
in der Höhe des Schwanzansatzes auf dem Rücken. Sie dient dazu mit
Hilfe des darin befindlichen Sekretes das Gefieder sauber, isolierend
und wasserabweisend zu halten.
Eine Bürzeldrüsenverstopfung erkennt man zuerst daran, dass der Vogel
sich ständig im Bereich der Bürzeldrüse benagt und das Gefieder
schlecht gepflegt aussieht. Der Arzt wird bei der Untersuchung eine
vermehrte Füllung der Drüse entdecken. Liegt so eine Verstopfung vor
und kann eine Bürzeldrüsenentzündung, -vereiterung oder sogar ein
Tumor ausgeschlossen werden, können Kamillekompressen oder Massage mit
den Fingern eine Besserung bringen.
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Fettleibigkeit
Sie kommt hauptsächlich bei Käfigvögeln vor, die kaum
oder keinen Freiflug bekommen. Oder kurz gesagt: Zuviel Futter und
Leckereien wie Knabberstangen und Leckerlis, Fehlernährung, zuwenig
Bewegung oder auch Futterneid bei Pärchen. Oft werden diese
Wellensittiche in kleinen Käfigen gehalten, die überfüllt mit Stangen
und Spielzeugen sind, so dass er sich noch nicht einmal richtig bewegen
kann. Der Vogel wird träge und beim Sitzen auf der Stange wölben sich
Verdickungen hervor. Die Brustmuskulatur ist von einer Fettschicht überzogen
und man kann das Brustbein kaum noch fühlen. Er fliegt kaum oder gar
nicht mehr.
Die erste Maßnahme: Der Wellensittich muss unbedingt abspecken. Dabei dürfen
aber keine Hungertage eingelegt werden, denn das würde den Vogel schwer
schädigen. Die Futterration wird halbiert und auf zwei Mahlzeiten am
Tag verteilt.* Knabberherzen und Futterstangen sind erst einmal
tabu. Statt dessen bekommt er viel Obst, Gemüse und eiweißreiche Kost
und zum Knabbern auch schon mal etwas Zwieback. Wenn er schon lange
nicht mehr geflogen ist, sollte man ihn erst wieder langsam ans Fliegen
gewöhnen, zuerst solle man mit einem Lauftraining beginnen, damit der
Kreislauf nicht zusammenbricht, da er ja diese Belastungen nicht mehr
gewohnt ist und aufgrund seiner Diät sowieso etwas geschwächt ist.
Ist der Sittich in einem zu kleinen Käfig untergebracht, muss unbedingt
ein größerer Käfig für ihn angeschafft werden. Die Sitzstangen
sollten weit auseinander liegen, damit er von Stange zu Stange fliegen
und nicht hüpfen kann. Auch wird in einigen Fällen ein Partner dafür
sorgen, dass er abspeckt und mehr Bewegung bekommt.
Wenn es sich aber um einen Partnervogel handelt, der unter
Fettleibigkeit leidet, dann sollten die Vögel zwei bis drei Tage in der
Woche getrennt werden, da ja der "schlankere" Partner keine Diät
nötig hat.
*Anmerkung: Ein Wellensittich frisst normalerweise 2 Teelöffel Körnerfutter
am Tag, ein Vogel, der abnehmen muss, bekommt demzufolge nur 1 Teelöffel,
aber soviel Grünfutter und Obst, wie er mag.
Wichtig ist, dass man rechtzeitig ein Auge darauf hat, denn
Fettleibigkeit birgt viele Gesundheitsrisiken in sich wie Überlastung
des Herz-Kreislauf-Systems und der Gelenke, Fettleber, Darmträgheit und
Kloakenverschluss.
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Verhornung
der Haut (Hyperkeratose) Hierbei handelt
es sich um eine übermäßige Verhornung der Haut, hauptsächlich des Ständers,
bei Wellensittichen treten sie aber hauptsächlich an der Unterseite der
Füße auf. Durch diese Auflagerungen stellen sich Durchblutungsstörungen
ein. Die Füße können stark anschwellen und werden daher auch nicht
mehr belastet. Aus diesen Verhornungen können sich sehr schnell
Sohlengeschwüre entwickeln.
So eine Verhornung entsteht durch Fehlbelastung, durch Übergewicht, zu
dünne Sitzstangen, können aber auch die Folge von Vitamin-A Mangel
sein. Bei Wellensittichen, die nicht gerne Obst und Grünzeug fressen,
kann es sogar passieren, dass die Nasenlöcher zuwachsen.
Die Hornschichten des Ständers bzw. der Füße werden vorsichtig mit
Salicylöl (Salicylsalbe) oder Vitamin-A-Salbe aufgeweicht, dabei darauf
achten, dass das Öl nur ganz dünn auf die betroffenen Stellen
gestrichen wird, niemals darf es in die Nasenlöcher geraten.
Salicylöl ist eine hornaufweichende Substanz, die meistens rasch wirkt,
möglich ist auch Sonnenblumenöl oder ein anderes gutes und
unbehandeltes Speiseöl benutzen, dann dauert es aber länger. Für die
Füße und Ständer kann man auch Teebaumöl verwenden. Vorsicht,
Teebaumöl sollte gut eingerieben werden, bevor es der Sittich ableckt.
Das ätherische Öl ist zu konzentriert für ihn. In fortgeschrittenen
und hartnäckigen Fällen benötigt so ein befallener Vogel mehrere
Vitamin-A-Injektionen von einem Tierarzt. Für die Wachshautverhornung
Nase verfährt man am besten wie unter Übermäßige
Verhornung der Wachshaut (Hypertrophie) beschrieben.
Zur Vorbeugung der Schnabelverhornung sollte für eine ausreichende
Vitaminzufuhr gesorgt werden. Bei einer Neigung zu Verhornungen der Füße
und Beine sollte man für unterschiedlich dicke Sitzstangen sorgen, aber
niemals zu dünn, am besten nimmt man hierfür Zweige von Obstbäumen,
die nicht gespritzt wurden. Die Zweige sollten vorher gut gebürstet und
gewaschen werden.
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Übermäßige
Verhornung der Wachshaut (Hypertrophie)
Besonders bei (älteren) Wellensittichweibchen kommt es
durch hormonelle Umstellungen oder Mangelernährung zu einer überschießenden
Bildung der Schnabelwachshaut, die oft auch mit einer dunkleren Verfärbung
einhergeht. Die Wachshaut ist stark verhornt und bröckelig und baut
sich in mehreren Schichten zusammen, bis oftmals ein richtiges Horn
entsteht.
Man sollte darauf achten, dass bei dieser Veränderung nicht die Nasenlöcher
zuwachsen. Sollte das der Fall sein, dann reibt man diese Wucherung
einige Tage mit Lebertran-, Vitamin-A-Salbe oder Speiseöl ein. Danach
ist das Horn so weit aufgeweicht, dass man es ganz vorsichtig mit einem
weichen Papiertuch abnehmen kann, oftmals fällt es aber auch von ganz
alleine ab. Wenn es sich nicht von alleine löst, muss man die Prozedur
des Einweichens noch einige Tage wiederholen.
Die etwas wunde Haut darunter kann dann wiederum eine zeitlang mit
Vitamin-A-Salbe behandelt werden.
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Fetttumor (Lipom)
Diese Art von Tumoren zählen zu den gutartigen Geschwülsten.
Es handelt sich um gut abgegrenzte, weiche Wucherungen, die zwar langsam
wachsen, aber auch eine beachtliche Größe erreichen können. Im späteren
Stadium behindern sie oft den betroffenen Vogel, er ist dann schwerfällig
und kurzatmig. Erkennbar sind Lipome an der deutlichen Umfangsvermehrung
oder Ausbuchtung, hauptsächlich im Brust- und Unterleibsbereich.
Für die Entstehung der Lipome sind oftmals Hormonstörungen
verantwortlich, aber auch Verfettung und Bewegungsmangel. Auch durch
mechanische Reize können diese Art von Tumoren entstehen, z.B. wenn der
Wellensittich sich auf der Sitzstange oder anderen harten Gegenständen
selbst befriedigt.
Wellensittiche mit Neigung zu Fetttumoren sollten möglichst vielseitig
und vitaminreich ernährt werden, wenn er zu dick ist, sollte die
Futtermenge vorerst etwas herabgesetzt werden. Regelmäßige
Gewichtskontrolle! Wird der Tumor vom Vogel beknabbert und behindert den
Vogel eindeutig, kann man eine operative Entfernung in Betracht ziehen.
Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass so eine Operation
auch gewisse Risiken besonders bei einem so kleinen Wellensittich in
sich birgt. Das Problem fängt schon bei der richtigen Dosierung des
Narkosemittels an und geht nach der Operation weiter, wenn der Patient
sich die frische Operationsnarbe ständig beknabbern möchte. Das
bedeutet hohe Infektionsgefahr, schlechte Heilung der Wunde und
Komplikationsgefahr.
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