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| Rubrik: Ratgeber A - Z
» Krankheiten » Ungeziefer (Elektroparasiten) |
Wellensittich Krankheiten
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Kapitel 4: Ungeziefer (Elektroparasiten)
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Federlinge |
Rote Vogelmilbe | Federspulmilbe
Kalkbeinmilbe | Schnabelräude
| Räudemilbe
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Federlinge
Unter den Wellensittich-Krankheiten spielt der Befall mit
äußeren Parasiten immer wieder eine große Rolle. Federlinge sind längliche
Tierchen, die sich ausschließlich im Gefieder des Vogels
aufhalten und dort ihre Eier ablegen. Sie leben von den Hautschuppen und
zerfressen Federn (deutlich erkennbar an den Fraßspuren). Die
Federlinge selber sind oftmals schwer zu erkennen, da sie sich manchmal
der Federfarbe ihres Wirtes anpassen. Diese Art von Parasiten
kommen auch bei gesunden Vögeln vor, befinden sich aber in einem
Gleichgewicht mit dem Wirt und richten deshalb kaum Schaden an. Nehmen
sie überhand, leiden die Vögel unter ständigem Juckreiz, sind unruhig
und benagen ständig das Gefieder. Aufgrund dieser Beschwerden kann es
zu einem großen Schlafmangel kommen. Die Eier der Federlinge nennen
sich Nissen.
Der Tierarzt wird einem befallenen Vogel mit Kontaktinsektiziden (evtl.
Pyrethrum) behandeln, entweder als Einstäube- oder als Einsprühmittel,
wobei hier besonders darauf zu achten ist, dass diese Mittel nicht in
die Augen geraten.
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Rote
Vogelmilbe / Nordische Vogelmilbe
Die rote Vogelmilbe befällt den Vogel nur nachts und
saugt Blut, tagsüber verstecken sie sich in irgendwelchen Ritzen. Sie
ist mit bloßem Auge nicht erkennbar, da sie nur 0,7 - 1,1 mm groß ist.
Befallene Tiere sind besonders unruhig in der Nacht und toben dann häufig,
tagsüber schlafen sie viel und wirken matt und lustlos. Nestlinge können
am Blutverlust sterben. Im fortgeschrittenen Stadium magern auch ältere
Wellensittiche ab und können sogar sterben. Um die Rote Vogelmilbe
nachzuweisen, legt man abends ein weißes Tuch über den Käfig und wenn
dieses am frühen Morgen zahlreiche dunkelrote oder schwarze bewegliche
Pünktchen aufweist, handelt es sich um die Rote Vogelmilbe.
Als gutes Mittel hat sich Exner Petguard bewährt, es ist völlig
ungiftig und daher hervorragend geeignet. Es verstopft die Atemwege der
Parasiten, so dass diese absterben, für den Vogel ist dieses Mittel
nicht schädlich. Nicht nur die Vögel, sondern auch alle Gegenstände
des Käfigs und in der näheren Umgebung müssen eingesprüht werden.
Auch unter den Flügeln sollte gesprüht werden. Diese Behandlung sollte
täglich über 10 Tage erfolgen und dann noch einmal wöchentlich über
mindestens 3 Wochen, um sicherzugehen, dass auch alle Nachkommen der
Milben zerstört wurden.
Achtung: Bitte niemals das Gelege eines Vogels mit diesem Mittel
besprühen, da es die Poren der Eier verschließen würde, worauf die
Vogel-Embryos ersticken!!!
Es gibt auch noch andere Behandlungsmethoden, die zum Teil am Vogel
durchgeführt werden, aber für den Vogel nicht ganz ungefährlich sind.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, nach einer gründlichen Reinigung sämtliche
Gegenstände und den Käfig mit einem Kontaktinsektizid zu behandeln, so
dass der Patient selber nicht mit diesem Mittel in Berührung kommt.
Wichtig bei Milbenbefall ist peinliche Sauberkeit. Alle Käfiggegenstände
müssen mit heißem Wasser abgewaschen werden. Auch die Käfigumgebung
ist nach einem Milbenbefall zu reinigen oder desinfizieren.
Die nordische Vogelmilbe kommt seltener vor. Während der Vogel beim
Befall mit der roten Vogelmilbe hauptsächlich nachts unruhig
wird, ist es bei der nordischen Vogelmilbe umgekehrt, der Vogel
ist tagsüber sehr unruhig und nestelt an seinem Gefieder herum. Die
nordische Vogelmilbe hält sich hauptsächlich auf den Konturfedern auf.
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Federspulmilbe
Sie tritt höchst selten auf, sorgt aber für das
Ausfallen eines Großteils des Großgefieders. Dabei nistet sie sich in
den Federspulen der großen Flügel- und Schwanzfedern ein und zerstört
die Strukturen im Federschaft. Die Federkiele sind häufig durch
Blutgerinnsel im Innern rötlich verfärbt und brechen dann ab.
Federspulmilben können auch zu Federmissbildungen führen.
Federspulmilben können anhand einer aufgeschnittenen Feder per
Mikroskop nachgewiesen werden. Meistens wird der Tierarzt ein milbentötendes
Mittel anwenden. Die Heilungschancen sind aber gering.
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Kalkbeinmilbe
(Cnemidocoptes mutans)
Die nächsten drei Milben kommen alle aus der Familie der
Grabmilben. Charakteristisches Merkmale dieses Milbenbefalls sind unzählige
winzige Bohrlöcher. Bei der Kalkbeinmilbe sind hauptsächlich die Ständer,
Füße und die Kloake befallen. Dabei sind diese Bereiche mit einer
kalkigen porösen Masse bedeckt. Die Haut ist verdickt und man kann die
von den Grabmilben gefressenen Gänge deutlich erkennen. Im
fortgeschrittenen Stadium können sich diese krustigen Auflagerungen über
den ganzen Körper ziehen.
Befallene Vögel leiden unter Juckreiz, manchmal zeigen sie auch
Schmerzen beim Sitzen auf der Stange. Grabmilben werden oft von
den Altvögeln auf Nestlinge übertragen. Auch schlechte
Haltungsbedingungen und Infektionen können für den Ausbruch
verantwortlich sein.
Die Heilung ist relativ einfach. Zur Bekämpfung der Grabmilben wird
oftmals Odylen verwendet. Man trägt es mit einem Wattestäbchen
vorsichtig auf die befallenen Stellen auf und muss wegen seiner ätzenden
Wirkung darauf achten, dass es nicht in Augen, Nase und Schnabel gerät.
Odylen kann 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist das Einweichen der
befallenen Stellen mit Glycerin und das anschließende Entfernen des
Grindbefalls. Anschließend erfolgt eine tägliche gründliche
Behandlung mit Exner Petguard über 1 bis 2 Wochen. Das Mittel kann
aufgetupft werden. Unterstützend sollte ein Multivitaminpräparat mit
Vitamin-A über das Trinkwasser verabreicht werden.
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Schnabelräude
(Cnemidocoptes pilge) Der Verursacher der Schnabelräude
kommt ebenfalls aus der Familie der Grabmilben. Gegen die Schnabelräude
muss unbedingt etwas unternommen werden, da es sonst zu einer
Schnabelperforierung oder -Missbildung kommen und dadurch der Unfähigkeit
des Sittichs, Nahrung aufzunehmen.
Im Anfangsstadium sind kleine Wülste in den Schnabelwinkeln
erkennbar, später zieht sich hier ebenfalls ein grauweißer, poröser
Belag oder eine schwammähnliche Wucherung über den
Schnabelansatz, Nase und Augenbereich.
Behandlung siehe unter Kalkbeinmilbe.
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Räudemilbe
Diese Grabmilbe ist circa 0,4 mm groß und frisst Gänge
in die obere Haut, setzt sich aber auch im Federfollikel ab.
Befallene Vögel jucken und scheuern sich, reißen sich Federn aus und fügen
sich zum Teil mit ihrem Schnabel selber Verletzungen zu. Hauptsächlich
tritt die Räudemilbe an federlosen Gegenden wie Schnabel, Ständer und
Füße auf. Siehe auch Kalkbeinmilbe und Schnabelräude.
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