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| Rubrik: Ratgeber A - Z
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Wellensittich Krankheiten
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Kapitel 5: Gefährliche Infektionskrankheiten
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Aspergillose |
Psittakose (Ornithose)
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Aspergillose
Darunter versteht man eine Infektion mit Schimmelpilzen (Aspergillus
fumigatus, Aspergillus flavus und Aspergillus niger, Aspergillus glaucus).
Schimmelpilze sind in der Umwelt weit verbreitet und es können so
ziemlich alle Vogelarten daran erkranken. In Gefangenschaft kommt dieses
aber häufiger bei Papageien, Kakadus, Amazonen und Aras vor. Die
Aspergillose erfährt in letzter Zeit eine immer größer werdende
Bedrohung, da der vermehrte Befall vermutlich mit der häufigen
Anwendung von Antibiotika in Zusammenhang gebracht werden kann.
Schimmelpilze können mit dem Futter oder über die Atemluft aufgenommen
werden. Schimmelpilze kommen aber auch an den Wänden feuchter Räume
(z.B. Keller, Dachböden) oder in Blumenerde, Erde Torf etc.
Besonders Wärme, Feuchtigkeit und verdorbenes Futter können zu einer
Infektion führen. Weitere begünstigende Faktoren für Aspergillose
sind u.a. auch Stress jeglicher Art, Mangelernährung - besonders
Vitamin-A-Mangel, Unterernährung, Antibiotikabehandlung...
Während ein gesunder Organismus mit einer geringen Konzentration fertig
wird, kann ein geschwächter Vogel an Aspergillose erkranken, welches
dann oft einen tödlichen Verlauf nimmt. Die Krankheit bricht aber
auch aus, wenn ein gesunder Vogel einer größeren Konzentration an
Pilzen ausgesetzt wurde.
Die Krankheitssymptome sind nicht eindeutig und können verschiedene
Formen annehmen. In Es gibt den akuten und den chronischen Verlauf der
Krankheit. Beim akuten Verlauf, der häufiger bei Jungtieren vorkommt,
treten Atemstörungen und Verlust der Stimme auf. Die Vögel haben
keinen Appetit mehr, fressen kaum und sterben innerhalb weniger Tage.
Die chronische Aspergillose verläuft schleichend und wird zuerst gar
nicht bemerkt. Erst später fällt der schlechte Allgemeinzustand auf,
die Vögel bekommen schon nach kurzen Flugstrecken Atemprobleme und die
Brustmuskulatur bildet sich zurück. Oftmals sind diese Vögel auch
weniger lebhaft und schlafen viel. Weitere Anzeichen sind vermehrtes Gähnen,
ständige Kropfentzündungen, Schnupfen und Durchfall.
Bei Verdacht auf Aspergillose sofort zum Tierarzt. Die Behandlung ist
allerdings schwierig. Die Therapie besteht meistens aus der Gabe eines
pilzwirksamen Mittels. Diese Präparate (Antimykotikum) sind alle
leberbelastend. Aber da eine Aspergillose früher oder später zum Tode
führt, hat man meistens keine andere Wahl, will man dem Vogel noch eine
Chance einräumen. Nebenher sollte unbedingt das Allgemeinbefinden des
Vogels gefördert und Vitamin A zusätzlich über das Trinkwasser sowie
eiweißreiches Futter angeboten werden.
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Psittacose
(Ornithose)
Die Psittacose oder auch Papageienkrankheit genannt, wird
heute auch unter dem Begriff Ornithose (Vogelseuche) zusammengefasst, da
man festgestellt hat, dass nicht nur Papageien, sondern auch Tauben,
Singvögel und anderes Hausgeflügel daran erkranken können.
Die Ornithose ist eine Infektion mit Chlamydien, die auch auf Menschen
übertragen werden kann und für Mensch und Tier oft tödlich verläuft.
Deshalb ist sie auch meldepflichtig, egal ob Mensch oder Tier
davon betroffen sind.
Papageien können durchaus nur Träger des Erregers dieser Krankheit
sein, ohne selbst daran zu erkranken. Beim Menschen wirkt sie sich wie
eine Grippe mit Fieberschüben u. Kopfschmerzen aus. Von der Ansteckung
bis zum Ausbruch der Krankheit können 4 Monate vergehen.
Für diese Erkrankung gibt es keine eindeutige Symptomatik. Es kann zu
ganz akuten Todesfällen kommen, aber auch zu chronischen
Atemwegserkrankungen. In den meisten Fällen kennzeichnet der Beginn der
Krankheit eine Entzündung der Bindehäute des Auges, Durchfall,
Schnupfen, Niesen und andere Atembeschwerden. Fast alle Vögel nehmen während
des akuten Stadiums der Krankheit kaum noch Nahrung auf, plustern sich
auf und sind apathisch. Der Tod tritt nach Ausbruch der Krankheit oft
innerhalb von 2 - 10 Wochen ein.
Die Diagnose kann aufgrund der Untersuchung eines Kloakenabstriches oder
durch Einsendung einer frischen Kotprobe an das Veterinäruntersuchungsamt
gestellt werden. Ist der Befund positiv, hat man den Anweisungen des
Amtstierarztes gemäß der Psittakose-Verordnung des Viehseuchengesetzes
Folge zu leisten. In seltenen Fällen wird auch die Tötung des
Bestandes angeordnet.
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