Eingangscheck

Viele erfahrene Wellensittich-Halter machen grundsätzlich einen sogenannten Eingangs-Check und halten eine mehr oder weniger lange Quarantänezeit ein. Der Grund ist ganz einfach: Es gibt so viele Krankheiten, die man, rechtzeitig erkannt, problemlos behandeln kann. Wenn sie aber erst ausbrechen, dann werden sie schnell tödlich, zum Beispiel Trichomonaden, diese lassen sich, wenn früh erkannt, sehr gut heilen.

Manche Wellensittiche sind mit Chlamydien infiziert und schleppen diese ein. Diese können auch ansteckend für Menschen sein.

Wenn man einen weiteren Wellensittich in einen bestehenden Schwarm integriert, sollte man diese niemals einem solchen Risiko aussetzen, sich durch den Neuzugang eine Krankheit zuzuziehen, wenn es sich durch eine einfache Untersuchung verhindern lässt. Davon abgesehen ist es auch oft billiger, EINEN Welli untersuchen zu lassen und ggf. zu behandeln als gleich mehrere auf einen Schlag, die sich vielleicht angesteckt haben.

Der Eingangscheck dient ja aber nicht nur dem Zweck, um Ansteckungen zu vermeiden, die in diesem Fall ja nicht gegeben wären, sondern auch um bestehende Krankheiten früh zu erkennen und ggf. zu behandeln. Gerade als "Neuling" in Bezug auf Wellensittichhaltung ist das sehr wichtig.

So kleine Vögelchen haben nunmal nicht so viele Reserven und da ist es immer besser, eine Krankheit frühzeitig zu erkennen. Denn Krankheitssymptome zeigen sie meistens erst, wenn sie richtig krank sind. Und dann ist es oft schon fünf vor 12.

Eingangs-Check

Der Wellensittich wird in einer kleinen Transportbox oder seinem Quarantänekäfig transportiert, damit der Tierarzt den Vogel erst mal sehen kann, wie er auf der Stange sitzt, somit kann er den Welli als Erstes von der Haltung her beurteilen.

Danach nimmt der TA den Wellensittich in die Hand, schaut ihn sich an. Augen, Schnabel, Wachshaut, Gefieder, Füßchen, Krallen, Kloake, Bürzeldrüse. Auch nach evtl. ertastbaren Tumoren wird der Vogel untersucht. Eventuell riecht der TA als nächstes an dem Vogel und horcht ihn auch ab. Danach wird er gewogen. Dann wird eine Kotprobe unter dem Mikroskop untersucht. Als letztes wird dann ein Kropfabstrich genommen. Bei Bedarf werden gesammelte Kotproben an ein Labor geschickt.

Wann sollte man so einen Eingangs-Check machen lassen?

Das sollte man ein wenig vom Vogel und seinem Zustand abhängig machen. Manche Vögel haben so sehr Angst und hecheln umher, dass man ihnen erstmal ein wenig Ruhe gönnen sollte und andere wiederum sind da recht "cool" und man könnte sie direkt nach dem Abholen / Kauf schon dem Tierarzt vorstellen. Aber am besten wartet man zwischen Kauf und Check ein paar Tage, denn Krankheiten brechen meistens aus, wenn der Vogel Stress hat und es könnte sein, dass man vielleicht ein falsches negatives Ergebnis erhält, wenn man zu früh geht und hat dann in Wirklichkeit doch einen kranken Vogel. Außerdem raten einige Tierärzte, derade für die Kotprobe den Kot von drei Tagen zu sammeln, weil Krankheitserreger nicht immer ausgeschieden werden und bei drei Tagen die Wahrscheinlichkeit schon höher ist, dass man etwas findet, wenn da etwas ist.

Abschließende Worte

Weitere routinemäßige Gesundheits-Checks kann man halbjährlich beim Tierarzt des Vertrauens machen lassen. Auch hier erfolgt wieder eine körperliche Untersuchung. Falls man Fragen hat oder Auffälligkeiten festgestellt wurden, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es normal oder ein Hinweis auf eine Erkrankung ist, können diese dann vom Tierarzt beantwortet werden und er kann dann noch einmal einen genaueren Blick auf den Vogel werfen. So kann man eventuell Krankheiten verhindern oder zumindest früh erkennen. So hat mann ein Gefühl der Sicherheit.

Beachte bitte, dass kein Test 100% genau ist und dass "falsche negative" Ergebnisse auftreten können.

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