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Die Gesundheit des Wellensittichs

Kapitel: Erkältungen beim Wellensittich

Was sich beim Menschen noch harmlos anhört, kann beim Wellensittich schwerwiegende Folgen haben: eine Erkältung! Am besten ist es, wenn man einer Erkältung vorbeugt, denn Wellensittiche sind sehr anfällig dafür. Aber wenn es den Wellensittich "erwischt" hat, ist gut Rat teuer. Viele Wellensittichhalter stehen dem dann hilflos gegenüber.

Anzeichen einer Erkältung

Eine Erkältung beim Wellensittich äußert sich meistens mit häufigerem Niesen, auch kann der Bereich über der Nasenhaut feucht oder leicht verdreckt aussehen. Es folgt meistens ein allgemeines Unwohlsein. Bis hierhin könnte es sich um eine normale Erkältung handeln, die auch schnell wieder verschwinden kann.

Wenn der Vogel aber über einen längeren Zeitraum aufgeplustert ist, viel schläft, der Atem fliegt (sehr heftiges und schnelles Atmen), der Schwanz auffällig wippt und ein knackender Atem hörbar ist, dann steckt dahinter meistens eine handfeste Infektion der oberen oder sogar unteren Atemwege. Diese sollte vom Tierarzt behandelt werden, da es sonst zu einer Nebenhöhlenentzündung, Lungenentzündungen und tödlichen Komplikationen kommen kann.

Behandlung einer leichten Erkältung

Meistens hilft eine Bestrahlung mit einer Infrarotlampe oder besser noch man verwendet einen Elstein-Dunkelstrahler, der auch als Wärmelampe für Terrarien eingesetzt wird. Je nachdem, wie viel Watt diese Lampe besitzt, verteilt man die Bestrahlung auf mehrere Einheiten am Tag von 5 bis 15 Minuten Dauer. Dabei lässt man eine Ecke des Käfigs unbestrahlt oder deckt diese ab, damit der Vogel eine Möglichkeit hat, zuviel Wärme aus dem Weg zu gehen.

Ein Dampfbad mit Kamilleblüten oder Teebeutel (Pfefferminze oder Kamille) ist im Anfangsstadium sicher auch hilfreich, um die Schleimhäute schön feucht zu halten. Es kann allerdings danach zu einer Erstverschlimmerung führen, muss aber nicht sein.

Medikamentös kann man sich ein homöopathisches Heilmittel besorgen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Echinacea compositum gemacht, dadurch werden die Abwehrkräfte gesteigert, der Körper kämpft aus eigener Kraft gegen die aufkeimende Erkältung an. Davon gibt man im Krankheitsfall an 5 Tagen pro Tag 1 Tropfen oral. Sollte der Wellensittich unter einem Schnupfen leiden, und des öfteren Niesen, kann man einen Tropfen eines isotonischen Meerwasser-Nasensprays auf seine Nasenlöcher verteilen. Härtere Verkrustungen werden teils dadurch aufgelöst, auch wird die Schleimhaut schön durchfeuchtet. Zusätzlich gibt man je 1 Tropfen Euphorbium compositum und evtl. Mucosa compositum über 3 Tage. Achtung: Es gibt diese Medikamente auch für Tiere, bitte darauf achten, dass es extra für Haustiere ausgewiesen ist!

Das Trinkwasser kann man mit einer Fingerspitze Honig anreichern (kleiner Finger und wirklich nur die Spitze leicht eintauchen). Bitte darauf achten, dass der Wellensittich weiterhin frisst und trinkt. Macht er das nicht, ist sein Allgemeinbefinden schon sehr gestört und es steckt vielleicht schon was ernsteres dahinter!

Eine schwere Erkältung gehört auf jeden Fall in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes. Er sollte auf Bakterien, Pilze und Viren untersuchen. Meistens gibt er bis zum endgültigen Befund ein Breitband-Antibiotikum mit. Bei Bakterienbefall hilft das meistens schon. Unterstützend kann man auch hier mit Rotlicht / Dunkelstrahler bestrahlen und zur Abwehr gibt man das erwähnte Echinacea compositum (1 Tropfen pro Tag = 5 Tage hintereinander).

--- Vorbeugungsmaßnahmen ---

Raumklima:
Im Herbst beginnt die Heizungsperiode und die Luft wird trockener. Wellensittiche mögen aber lieber eine höhere Luftfeuchtigkeit, auch reizt die trockene Heizungsluft eher die Schleimhäute, was zur Anfälligkeit gegenüber Bakterien führen kann. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45 % und 55 % liegen. Abhelfen kann man hier mit einem Luftbefeuchter oder man hängt Verdunster an den Heizkörper. Auch tragen Zimmerbrunnen zu einem besseren Raumklima bei.

Wellensittiche mögen keine Temperaturschwankungen und keine Zugluft. Die Temperatur, die tagsüber herrscht, sollte nachts nicht zu stark unterschritten werden. Also für gleichmäßige Temperaturen sorgen!

Vitamine und gesunde Ernährung:
Das Vitamin A stärkt die Abwehrkräfte. Vitamin A ist ein (Schleim)Hautvitamin. Pilze, Bakterien und Viren können sich schneller ausbreiten, wenn ein Vitamin-A-Mangel besteht. Dieses als Vitaminpräparat niemals überdosieren, da das die Leber schädigen kann. Besser eben in geringen Mengen bzw. in Obst und Gemüse, die die Vorstufe von Vitamin A, das Betacarotin, in natürlicher Form enthalten: Karotten, Spinat evtl. auch gekochtes Eigelb und Quark / Naturjoghurt.

Frisches Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem und ist an der Abwehr von Bakterien und Viren beteiligt. Lieferanten sind: Paprika, Kiwi, Erdbeeren und frische Kräuter.

Sonstiges:
Unterstützend kann das von mir schon erwähnte Echinacea compositum angewandt werden. Zur Vorbeugung gibt man 1 Tropfen wöchentlich in Stresssituaionen (z.B. bei Mauser, Partnerverlust, Umzug etc.). Nicht durchgehend anwenden! Wenn der Wellensittich kaum Obst und Gemüse frisst, kann man Korvimin ZVT oder Vitacombex verabreichen. Korvimin ist ein Pulver, welches man über das leicht angefeuchtete Futter streuen kann. Vitacombex gibt es in Tropfenform, davon gibt man 2 Tropfen ins normale Trinkgefäß.

 

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Buchtipp

In diesem Buch werden ausführlich die Medizinsysteme wie Akupunktur und Akupressur, die Homöopathie oder die Bach-Blüten-Therapie und ihre praktischen Anwendungen vorgestellt und erläutert.

Inhalt:

  • Der Körperbau und die Akupunkturpunkte des Vogels.
  • Die homöopathische Hausapotheke.
  • Auswahl und Verabreichung von Bach-Blüten.
  • Die Farbtherapie.
  • Der kinesiologische Surrogat-Test.
  • Fallbeispiele für Heilungs- und Linderungsprozesse.
  • Wahrnehmungsübungen für Vogelhalter.

Titel: Neues Heilen. Vögel.

Autor: Rosina Sonnenschmidt und Marion Wagner