Geeignete Hölzer zum Knabbern und als Sitzstangen

Um den Vögeln etwas Beschäftigung zu bieten und sie gleichzeitig mit wertvollen Nahrungsbestandteilen zu versorgen, sollten die Zweige der Bäume und Sträucher aus untenstehender Liste zum Zernagen angeboten werden. Selbstverständlich dürfen die angebotenen Zweige und Äste nicht aus unmittelbarer Straßennähe stammen oder mit Insektiziden gespritzt sein. Eine Reinigung der Hölzer mit klarem Wasser ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Fotos und weitere Infos im Baum-Lexikon .

Geeignete Hölzer

  • Ahorn
  • Bambus1
  • Birke3
  • Buche
  • Eberesche
  • Eiche4
  • Erle
  • Esche
  • Espe
  • Haselnuss
  • Hainbuche
  • Korkenzieherhasel
  • Korkenzieherweide
  • Kastanie
  • Linde
  • diverse Kernobstbäume
  • Pappel
  • Ulme
  • Walnuss4
  • Weide6
  • Weißdorn

Anmerkungen zur Liste:

1) Da das Holz des Bambus sehr glatt ist, sollte man es als Sitzstange nicht ausschließlich anbieten, wegen der Gefahr des Abrutschens!

2) Die Rinde des Holunders ist giftig, wenn Vögel größere Mengen davon verzehren. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte um ganz sicherzugehen, die Rinde ablösen.

3) Das Holz der Birke ist recht weich, kann für Wellensittiche u. kleinere Papageien als Sitzstangen angeboten werden.

4) Die Eiche ist zwar als Sitzstange geeignet, aber wegen der darin enthaltenen Gerbsäure zumindest bei frischer Eiche sollte man vorsichtig sein, da Wellensittiche die Äste auch gerne beknabbern und das ist nicht sehr bekömmlich für den Vogel. Also im Zweifelsfall besser auf Eiche verzichten! Das gleiche gilt für den Walnussbaum. Diese beiden Hölzer nur als Sitzstange anbieten ohne Blätter, Knospen oder Rinde, wenn sichergestellt ist, dass diese nicht beknabbert werden.

5) Nadelbäume sind als Sitzstangen zwar geeignet und auch nicht giftig, aber frische Zweige enthalten oftmals Harze, die zum einen nicht bekömmlich sind und zum anderen zu Verklebungen führen können.

6) Insbesondere im Frühling muss man bei Weide vorsichtig sein. Die Äste enthalten dann vergleichsweise hohe Gehalte an Salicin, das im Körper zu Salicylsäure verstoffwechselt wird. Daran können sich die Vögel vergiften.

Von einigen Zweigen und Ästen ist es wichtig, die Rinde zu entfernen. Manche Zweige bestimmter Bäume dürfen auch nicht frisch gereicht werden. Da bei verschiedenen Bäumen Verwechslungsgefahr besteht oder es mehrere Unterarten gibt, verzichtet man im Zweifelfall besser ganz auf Zweige mit Blätter, Knospen oder Fruchtstände.

Anmerkung: Diese Liste wurde nach bestem Wissen unter Verwendung verschiedener Quellen zusammengestellt und erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf hundertprozentige Richtigkeit. Bei den meisten Pflanzen ist immer größte Vorsicht geboten, da sich auch hier oft die "Gelehrten" streiten. Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Aufzählung erwachsen könnten.
Optimal zum Zernagen:

Birke3, Kastanie, Linde, sämtliche Obstbäume, Pappel, Vogelbeerbaum, Weide und Weißdorn.

Härter u. optimal zur Herstellung von Sitzstangen u. Kletterbäumen:

Ahorn, Buche, Eiche4, Esche, Ulme und Walnuss.

Für Vögel ungeeignet oder sogar giftig:

Akazie bzw. Scheinakazie (Robinie), Buchsbaum, Eibe, Forsythie, Goldregen, Holunder2, Hortensie, Jasmin, Lorbeer, Mistel, Rhododendron, Rosskastanie/Kastanie, Schneeball, Schwarze Heckenkirsche, Stechpalme, Zwergholunder, Wacholder sowie sämtliche Nadelbäume5.

Geeignete Sitzstangen

Das Leben unserer Wellensittiche findet zeitlebens auf den Füßen statt, egal, ob sie Sitzen oder Stehen, Schlafen, Zwitschern, Spielen, Fressen und Putzen, bei all diesen Tätigkeiten sind ihre vier Zehen und die Fußmuskulatur beteiligt. Wir Menschen suchen uns bequeme Möbel aus, Bett, Sessel, Sofa - der Wellensittich benötigt aufgrund seiner Anatomie eine ideale Sitzstange, damit sich die Zehen um die Stange schmiegen können, er festen Halt und es dennoch bequem hat und keine Schmerzen verursacht werden.

Unterschiedliche Anordnung: Der Käfig sollte mit mindestens zwei Sitzstangen auf verschiedenen Ebenen ausgestattet sein und die Anordnung "hoch - tief - hoch" haben. Die Sitzstangen sollten eine unterschiedliche Dicke haben, damit der Wellensittich zum einen Abwechslung hat und zum anderen die Füße flexibel bleiben und sich keine Druckgeschwüre oder Sohlengeschwüre bilden können. Je größer der Käfig, desto mehr kann man in Bezug auf den Durchmesser und die Holzart der Sitzstangen variieren.

Individuelle Sitzstangen aus Naturholz Plastikstangen oder auch die gleichmäßig rund gedrechselten Buchenholzstangen, die beim Käfigkauf oft dabei sind, sollten so schnell wie möglich ausgetauscht und gegen individuelle Naturholz-Zweige aus obiger Liste ersetzt werden. Naturzweige sind ideal, weil sie natürlich gewachsen sind und daher eine Variation in Form und Größe bieten, was auch eine gute Übung für die Fußmuskulatur ist, die dadurch schön flexibel bleibt. Ein ständiger Druck auf immer die gleiche Stelle ist niemals gut.

Wenn möglich, sind Zweige aus dem eigenen Garten am besten, auf jeden Fall sollten sie von Bäumen stammen, die weit weg von befahrenen Straßen stehen. Manchmal werden Wälder und andere Grünflächen auch mit Chemie (Pestizide, Insektizide) behandelt, um von Ungeziefer oder sonstigen Befall zu befreien, auch hier ist es nicht ratsam, solche Zweige oder Pflanzen mitzunehmen. Bevor man die Hölzer den Vögeln anbietet, müssen die Zweige gründlich gesäubert werden. Das geht am besten mit heißem, am besten kochendem Wasser, damit alle Keime getötet und sonstige Rückstände entfernt werden. Ich schrubbe sie immer mit einer Zahnbürste gründlich ab. Entweder lässt man die Hölzer anschließend vollständig austrocknen oder aber man gibt sie 15 -20 Minuten zum Trocknen bei 90 Grad in den Backofen. Bitte niemals unbeaufsichtigt, damit sich kein Brand entwickelt.

Wenn Wellensittiche ihre "alte" Sitzstangen gewohnt waren, können sie anfangs schon recht ängstlich auf was Neues reagieren. Auch muss mit der Zeit so eine Sitzstange auch mal ausgewechselt werden - öfter mal was Frisches!

Natürlich kann man auch Sitzstangen kaufen, im Handel gibt es Sitzstangen aus weichem Balsa-Holz, eine Wohltat für Wellis Füße.

Wichtig ist noch, dass der Wellensittich seine Zehen niemals vollständig um die Sitzstange wickeln kann, weil sich sonst die Krallen nicht abnutzen können. Die Krallen müssen guten Kontakt mit der Holzfläche haben.

Ungeeignete Sitzstangen

Die gibt es auch, wie oben schon erwähnt, sind diese Plastikstangen tabu. Auch sogenannte Sandpapierrollen sollte man vermeiden, diese werden um die übliche 08/15 Sitzstange gezogen und stellen eine Verletzungsgefahr für den Wellensittich dar. Sie könnten sich daran die Fußsohlen wundscheuern. Auch sind diese Sandpapier-Überzüge aufgrund ihrer Größe beweglich, so dass sich die Rolle dreht und der Wellensittich von der Stange abrutscht und eine Verletzungsgefahr besteht. Auch das Benagen dieser Sandpapier-Hülsen ist der Gesundheit nicht gerade zuträglich. Also, es spricht eigentlich gar nichts für Sandpapier-Überzüge.

Besondere Vorsicht: Beim Holz von Steinobst-Bäumen wie Aprikose und Pflaume muss man vorsichtig sein, da sich ein Teil der giftigen Blausäure-Vorstufe, die in den Obststeinen enthalten ist, auch in der Rinde befindet.

Sitzstangen aus Baumwollseil

Man kann auch unbehandeltes Baumwollseil verwenden, wie sie in Zooshops oft angeboten werden, allerdings zusätzlich zu den Naturholzstangen, niemals ausschließlich. Diese sollten ebenfalls regelmäßig mit heißen Wasser gesäubert werden, wie übrigens auch die normalen Sitzstangen. Hierbei ist zu beachten, dass man die Seile entfernt, sobald die Vögel anfangen, daran herumzunagen und das Seil zerpflücken oder sie mit den Zehennägeln steckenbleiben und sich verheddern.

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