Der Gang zum Tierarzt

Wenn Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht anschlagen oder vom Laien nicht durchführbar sind, sich das Befinden innerhalb kurzer Zeit verschlechtert, ist der Gang zum Tierarzt notwendig.

Wann braucht man den Tierarzt?

SOFORT:
  • Bei Blutungen, die nicht aufhören.
  • Blut im Erbrochenen oder im Kot
  • Verbrennungen
  • Kreislaufkollaps
  • Vergiftungen
  • Schwere Verletzungen wie Stichwunden oder andere tiefe Schnittverletzungen, Knochenbrüchen
  • Schwere Atemnot
  • Legenot
NACH EINIGEN STUNDEN, AM SELBEN TAG:
  • Augenprobleme
  • Picken, Kratzen, Federverlust, Hautprobleme
  • leichter bis schwerer Durchfall
  • Schwellungen
  • Erbrechen
  • Appetitverlust
  • ständiger Durst

Vor dem Gang zum Tierarzt sollte man sich über einige Fragen Gedanken machen, die eventuell für die Diagnose und Behandlung des kranken Vogels wichtig sind, diese kann man sich auch notieren, damit man es beim Tierarztbesuch sofort abrufen kann. Das betrifft folgende Dinge:

  • Alter des Wellensittichs
  • Gewicht
  • Symptome
  • Wann die ersten Krankheitszeichen auftragen
  • Medikamenten, mit denen er behandelt wurde
  • welches Futter der Wellensittich erhält
  • welche Zusatznahrung der Wellensittich erhält (Obst und Gemüse, Nahrungsergänzung)
  • Infos zum Kotabsatz, eventuell Kotprobe mitbringen
  • ob er Zugang zu irgendwelchen Pflanzen oder giftigen Stoffen hatte und daran genagt hat
  • welche Tiere noch im gleichen Haushalt leben

Der Transport

Wichtig ist, dass der Vogel während des Transportes weder großer Kälte oder Zugluft noch hohen Temperaturen ausgesetzt wird. Gut ist es, wenn man den Vogel für den Transport kurz in einen kleineren Käfig oder Transportkäfig umsiedelt. Aber es geht auch der normale Käfig. Den Käfig am besten mit einem Tuch abdecken, das schützt ebenfalls vor Kälte u. Zugluft und im Wartezimmer der Tierarztpraxis vor neugierigen Hunden sowie andere für den Vogel erschreckenden Eindrücken.

Wer ein Auto besitzt wird den Vogel auf diesem Wege zum Tierarzt befördern, wer keines hat, muss eventuell auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Taxi zurückgreifen. Ich habe auch schon erlebt, wie jemand seinen Käfig mit dem Fahrrad transportiert hat, er hielt den Käfig mit der einen Hand an der Aufhängung fest und mit der anderen lenkte er. Davon ist wegen der Unfallgefahr abzuraten auch ist es für den kranken Vogel eine Zumutung.

Bei einem Patienten mit Bein- oder Flügelbruch sollte man den Käfig weich auspolstern und alle Sitzäste, Sitzstangen, Spielzeug und Näpfchen entfernen. Man kann dem Vogel aber eine Kolbenhirse im Käfig legen.

Wenn eine Kotuntersuchung geplant ist, legt man am Abend oder Morgen zuvor Alufolie auf den Käfigboden. (Kein Küchenkrepp, da es die Flüssigkeit aus dem Kot aufsaugt.)

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