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Die Wellensittich-Zucht

Kapitel 5: Zuchtgenehmigung

Zur Zucht von Papageien und Sittichen ist in Deutschland eine Genehmigung erforderlich. Dies hat weniger etwas damit zu tun, dass man über besondere Kenntnisse verfügen muß. Diese sollten für jeden, der züchten will, selbstverständlich sein! Vielmehr ist die Bekämpfung und Kontrolle der Papageienkrankheit (Psittacose) der Hauptgrund dieser Genehmigung. Da teilweise die für die Zucht erforderlichen Kenntnisse für den zuständigen Amtstierarzt kaum von Bedeutung sind, hält sich hartnäckig die Meinung, dass auf dieses unwichtige Stück Papier auch mal eben verzichtet werden könne, gerade wenn man "nur" für den Eigenbedarf züchten will. Das muß jeder für sich selbst entscheiden, man sollte dabei aber auch bedenken, dass Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung ein deftiges Bußgeld nach sich ziehen können.

Deswegen sollte sich jeder mal Gedanken darüber machen, weshalb es so eine Verordnung überhaupt gibt: Sie dient hauptsächlich zum Schutz des MENSCHEN! Die Psittakose (Ornithose) ist auch auf den Menschen übertragbar. Wenn auch der Ausbruch dieser Krankheit unwahrscheinlich ist - möglich ist es doch! Und kein verantwortungsbewußter Mensch möchte dafür verantwortlich sein, eine solche Seuche unkontrolliert zu fördern zumal es nicht schwierig ist, eine Zuchtgenehmigung zu bekommen.

Die ZG wird beim zuständigen Veterinäramt beantragt. Die Vorraussetzungen dafür sind von Landkreis zu Landkreis sehr unterschiedlich. Was aber von den Meisten grundsätzlich verlangt wird, ist ein Quarantäneraum. Dieser sollte eine Grundvoraussetzung (auch im eigenen Interesse) besitzen: er sollte gut zu reinigen sein. Zu diesem Zweck verlangen die meisten VÄ einen vollständig gefliesten Raum. Weiterhin werden teilweise Kenntnisse im Umgang mit Wellensittichen abgefragt. Wobei ich schon erwähnt hatte, dass diese wohl für jeden Züchter selbstverständlich sein sollten.

Eine Auflistung der möglichen Fragen bei Beantragung einer ZG findet man in der Fachliteratur. Auch das Internet ist teilweise dabei sehr hilfreich. Was allerdings genau gefordert wird, ist bei seinem zuständigen Amtstierarzt zu erfragen. Deswegen sollte der die erste Anlaufstelle sein, wenn man vor hat, zu züchten.

Abschließend möchte ich sagen: Das Thema Zucht ist so umfangreich, dass es kaum möglich ist, alle Eventualitäten mal eben zwischen Tür und Angel abzuhandeln. Jeder verantwortungsbewußte Mensch sollte sich dessen bewußt sein und versuchen, sich die entsprechende Fachliteratur zu Gemüte führen. Auch wenn es teilweise schwierig ist, dieses Buch noch zu bekommen, kann ich meinerseits folgendes empfehlen: Das Wellensittichbuch von Theo Vins. Bei weitem interessanter ist es aber, bei einem erfahrenen Züchter hinter die Kulissen zu schauen. Praxisbezogen gibt es nichts Besseres, als Erfahrungen zu sammeln.

 
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