Gegen Einzelhaltung von Wellensittiche, Sittiche + Papageien
Teil 2: Statements von Lesern

Nachfolgend noch einige Stimmen, die diese Aktion unterstützen bzw. befürworten:
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Monika

Ich hatte schon bei meinen ersten Wellensittichen die Erfahrung gemacht, dass sie auch mit Partner zutraulich werden. Ja, sie flogen auf mich zu landeten auf meinen Armen, oder meinem Kopf. Wenn ich Hirse in der Hand hielt, oder ein Lieblingsspielzeug, dann hatte es nur wenige Sekunden gedauert, und sie waren bei mir.

Ich weiß wenn man nur einen mutigen und neugierigen Sittich in einer Gruppe hat, dann können die anderen noch so schüchtern sein, doch früher oder später kommen diese auch.

Egal ob Senioren-Welli oder Jungvogel.

Ich hab gehört, es gibt Sittiche, die werden in Einzelhaltung nicht zahm. Das mag wohl daran liegen, das sie keinen "Vorkoster" haben, der ihnen zeigt," Hier ist keine Gefahr, du kannst ruhig auch kommen." Manche Sittiche sind einfach so schüchtern, dass sie ohne Partner (ohne Verstärkung) sich nicht trauen. Ich hab vor kurzem zwei Wellensittiche heimgeholt, die schon etwas älter sind. Geschätztes Alter war von der Vorbesitzerin 3 Jahre. Sie sagte auch: "Die sind nicht zahm."

Nun, zunächst war dies auch richtig, aber mit leisem zureden und beruhigen hörten die Vögel auch auf, wild herumzuflattern (Jede Bewegung die ich machte, machte ihnen Angst.) Heute kommen sie schon auf die Hand geflogen, wenn sie Kolbenhirse sehen. Das ist der beste Beweis, das das Alter des Sittichs keine Rolle spielt bei der Zähmung. Übrigens: Das Weibchen ist eher schüchtern und das Männchen mutiger. Nachdem das Weibchen sah, das das Männchen auf meiner Hand saß und Kolbenhirse aß kam sie auch dazu.

Das erste was ein Sittich verlieren muss ist die Angst vorm Menschen, dass vom Menschen kein leid zugefügt wird. Ich denke früher oder später ist jeder Sittich soweit, dass er das begreift. Damit meine ich, dass es nicht immer ein Jungvogel sein muss.

Ich hab schon viele Wellensittiche in Einzelhaft gesehen, doch die Besitzer dieser Vögel wollen es einfach nicht kapieren. Das Menschen sich nicht hineinversetzen können in so ein Tier ist schon traurig. Ich frage mich, wie würde sich j e d e r von denen, die einen Einzelvogel halten, fühlen, wenn man ihm sagen würde, er würde morgen ins Gefängnis kommen und nie wieder einen Menschen zu Gesicht bekommen. Ich denke, die Antwort ist klar.... Noch ein paar Worte zum Abschluss. Wie gezeigt wurde, werden auch Sittiche in der Gruppe zahm. Ich finde Zoohandlungen sollten jeden Käufer darauf aufmerksam machen, das Einzelhaltung krank macht. Wie beim Menschen so auch beim Tier in diesem Fall. Doch irgendwie scheint das Personal in den Zoohandlungen dafür kein Interesse zu haben, aufzuklären. Traurig, aber wahr.

MfG, Monika

Solveig Christina

Charlys Bericht

Solveig hat mich aus dem Tierheim geholt, wofür ich ihr inzwischen echt dankbar bin. Im Tierheim war es immer laut, unruhig, aber auch sehr lustig. Ich hatte ganz viele andere meiner Art um mich. Leider waren fast alle Weibchen verpaart oder hatten kein Interesse an mir. Trotzdem habe ich mich zwischen meinen Artgenossen sehr wohl gefühlt. Wenn es mal kalt war, haben wir uns aneinandergekuschelt und wenn jemand Angst hatte, haben wir uns Geschichten erzählt. Geschichten von früher, von unseren ersten Menschen. Einige von uns kamen aus Einzelhaltung und waren sehr froh, wieder unter ihresgleichen zu sein.

Täglich kamen Leute und begafften uns und oft wurde einer von uns eingefangen und weggebracht. Keiner kam zurück, also muss es sehr schön sein, dort, wo sie hingebracht wurden. Irgendwann wurden alle abgeholt, auch die Nymphensittiche, und ich war ganz alleine in der großen Voliere. Die Nächte waren so einsam und kalt, nur die Möwenbabys in der Voliere nebenan waren meine unzureichende Gesellschaft. Warum kam keiner? Etwa eine Woche war ich alleine, niemand, der mit mir kuschelte, mir Geschichten erzählte oder sich mit mir ums Futter stritt... = (Dann kam eines Tages eine Familie und die Wärterin fing mich ein. Aber ach! Der Käfig war furchtbar klein, kein einziger Vogel außer mir darin und um mich rum nur große Federlose. Ich hatte solche Angst und wünschte mich fast in die leere, große Voliere zurück!

Aber ich wurde mit einem Auto weggefahren und hoffte, bald meine lieben Freunde aus dem Tierheim wiederzusehen. Doch als das Auto anhielt und mich das große federlose Mädchen ins Haus brachte, war es still, unheimlich still und ich hatte immer noch große Angst. Warum war denn keiner da? Nur die großen Federlosen, die jetzt um meinen Käfig standen und guckten. Ich kroch in die hinterste Ecke und steckte meinen Kopf in die Federn und schlief ein, in der Hoffnung, beim Aufwachen einen zweiten Vogel vorzufinden.

Alle Hoffnung war vergebens, kein einziger Wellensittich begegnete mir in den Folgetagen. Ich begann mich mit dem Zustand abzufinden, dass ich wahrscheinlich nie wieder einen Wellensittich begegnen würde und fing an, den Federlosen wieder zu Vertrauen. Schließlich kannte ich sie schon von meiner Zeit vor dem Tierheim.

Es vergingen ein paar Tage, in denen ich versuchte, andere Vögel zu vergessen und mich dem seltsamen glitzernden Ding widmete, in dem ich einen kalten, komischen anderen Vogel gefunden hatte, der nie etwas sagte. Er wurde mein Trost in einsamen Stunden, genauso wie ein lebloser kalter Vogel ganz in weiß gegenüber auf der Stange. Oh, wie vermisste ich meine früheren Kameraden! Keiner, mit dem ich kuscheln konnte, der mir nachts Geschichten erzählte! Die Federlosen waren zwar gut zu mir und ich besuchte sie des Öfteren auf ihrer Schulter, aber ach, kein Vergleich zu meinen gefiederten Freunden!

Doch eines wunderschönen Tages brachte meine Federlose einen riesigen neuen Käfig mit und kam tags darauf mit meinem alten Käfig ins Zimmer, in dem ein grauer Wellensittich saß! Oh, wie hab ich mich gefreut! So bald wir zusammengelassen wurden, wollte ich ihm alles erzählen, meine Einsamkeit, meine Freude, ihn zu sehen und wie schön wir es hier ZUSAMMEN haben werden. Aber Caruso, so hatte ihn meine Federlose genannt, war zuerst distanziert. Dann begann er allmählich meine Situation zu verstehen und inzwischen können wir es uns gar nicht mehr vorstellen, alleine zu sein.

Solveig's Statement:

Viele Einzelhalter behaupten, ihre Tiere seien aktiv und mit ihnen glücklich, aber diese wissen oft nicht, wie es wirklich in der Wellensittichseele aussieht. Schließlich bringt es kein Mensch fertig, 24 Stunden am Tag mit dem Wellensittich in einem Zimmer zu sitzen, mit ihm durch die Luft zu fliegen oder mit ihm auf der Schaukel zu schlafen. All das ist sehr, sehr wichtig für die gefiederten Australier und kann nur durch einen lebendigen Partner ermöglicht werden.

Ich bin heilfroh, Charly dieses Glück ermöglichen zu können und verstehe einfach nicht, warum sich einige Menschen so stur dagegen stellen bzw. Kinder nicht versuchen, ihre Eltern mit schlagkräftigen Argumenten und Besuchen auf Homepages gegen Einzelhaltung zu zwei Vögeln zu überzeugen. Das muss aber sein!

Alle sprechen von Tierquälerei und leider bemerken da einige Leute nicht, dass sie ihr "herzallerliebstes" Heimtier selber unter traurigen Umständen beherbergen. Natürlich zählt zu artgerechter Haltung auch ein sauberes Vogelheim, viel Freiflug etc., aber die weitverbreitete Einzelhaft unter Wellensittichen ist wie gesagt besonders schlimm.

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