Beschäftigung und Spiele

Der Wellensittich ist von Natur aus ein verspielter Vogel, das heißt, er braucht Beschäftigung und Ansprache. Diese Verspieltheit sollte man ruhig fördern, damit er nicht dumpf vor sich hin vegetiert, denn auch zwei Vögel können sich manchmal langweilen, wenn sie nur im Käfig sitzen, denn sie brauchen sich weder um Nahrung bemühen, noch eine Bruthöhle suchen und haben selten elterliche Pflichten, die sie beschäftigt halten.

Deshalb sollte man im Käfig sowie auch außerhalb für genügend Abwechslung sorgen. Sie brauchen Material zum Knabbern und zum Spielen und sind dankbar über jede Anregungen. Nun bietet der Käfig nur wenige Möglichkeiten, den natürlichen Spieltrieb auszuleben, aber auch diese gilt es nicht zu vernachlässigen, da nur die wenigsten Vögel ständigen Freiflug bekommen. Also ist ihr Käfig dementsprechend auszustatten.

Spielzeug im Käfig und für "draußen"

Glöckchen - dieses Spielzeug ist wegen seiner klingenden Geräusche sehr beliebt. Sowieso alles was klingt, zieht den Welli magisch an. Der Wellensittich stößt es an und es bringt einen Ton hervor.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Glöckchen einen hohen Stellenwert unter den Spielzeugen bei Wellensittichen hat. Es ist sehr beliebt. Der Wellensittich stößt es an und es klingelt. Wenn er mal wütend ist, reagiert er sich daran durch heftigeres Stoßen ab. Manches Mal wird es als Hütchen benutzt, ein anderes Mal versenkt er sein ganzes Gesicht darunter, um an den Glockenstößel zu nagen. Es wird daran hochgeklettert etc.

Spiegel - eigentlich kein Spielzeug im eigentlichen Sinn, sondern der Spiegel gaukelt dem Wellensittich einen Artgenossen vor und mit dem kann er kaum spielen, aber er fühlt sich nur nicht so allein. Das gleiche gilt für Plastikvögel.

Darüber gibt es geteilte Meinungen. Die einen verteufeln den Spiegel, da der Vogel darin einen Artgenossen sieht und dann für seinem Partner angeblich nichts mehr übrig hat. Bei einem vorübergehend einzeln gehaltenen Wellensittich soll er zu einem abnormen Triebverhalten führen, da er den Spiegel ständig bebalzt und befüttert. Aber man muss das selber abwägen, sollte der Wellensittich zu einem übermäßigen Fütterungstrieb gegenüber dem Spiegel neigen, dann heißt es, den Spiegel zu entfernen, da das ständige Hochwürgen von Futter die Kropfschleimhäute auf Dauer schädigen kann u. so eine Bereitschaft zur Kropfentzündung besteht. Allerdings wird sich der Wellensittich daraufhin ein Ersatzobjekt suchen. Wenn der Welli balzen oder füttern will, dann wird er andere Wege finden, dieses zu tun.

Klettergeräte - Leitern (ohne Ecken u. scharfkantige Teile) sind sehr beliebt. Man hängt sie an eine Stange und der Welli kann versuchen, die einzelnen Sprossen hoch- u. herunter zu laufen.

Gitterball - Dieser könnte wieder zu einem Lieblingsspielzeug auserkoren werden. Oftmals ist in der Mitte eine kleine Schelle vorhanden, die ebenfalls beim Rollen einige Töne von sich gibt. Der Vogel kann das Bällchen mit dem Schnabel halten und eine Strecke weit tragen. Oder er spielt regelrecht Fußball damit. Am schönsten ist das Spiel mit dem Menschen: Der Vogel wirft den Ball von der Tischkante und der Mensch - gut dressiert - holt ihn wieder.

Kreisel aus Holz - natürlich ohne scharfe Kanten sind für den Welli sehr faszinierend. Diese werden im Käfig oder am Wellispielplatz aufgehängt und drehen sich leicht, wenn sie berührt werden.

Hanf- und Baumwollseil - es kann wiederum am Vogelspielplatz oder im Käfig angebracht sein. Es hängt vom Käfigdach herab und bietet dem Sittich so eine Möglichkeit, immer neue Kletterkunststücke zu vollbringen. Weiche Baumwollseile werden vom Vogel auch gerne auseinandergezwirbelt. Die Hanfseile dagegen sind etwas härter. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass das Seil nicht zu dünn u. zu lang ist, so dass er sich strangulieren könnte. Am besten zwischendrin ein paar Knoten ins Seil knüpfen.

Was der Welli sonst noch mag:

Das Herunterwerfen von Gegenständen. Dieses Spiel macht am meisten Spaß, wenn sein Mensch daran beteiligt ist. Meine Wellidame hatte damals die Angewohnheit, alles, was auf dem Tisch lag u. was sie irgendwie befördern konnte, zur Tischkante zu transportieren und dort dem Fallen begeistert zuzuschauen. Auch Kaffeelöffel mussten daran glauben und oh wehe, jemand wagte es, den Kaffeelöffel vor ihr in Sicherheit zu bringen, dann wurde er streng durch einen Biss daran gehindert.

Das Rollen u. Schieben von Gegenständen. Man benötigt dafür wie oben erwähnt Gitterbällchen oder kleine Spielzeugautos. Diese werden vom Wellensittich geschoben o. gerollt. Wenn man mit dem Wellensittich sehr vertraut ist, kann man das Spiel auch zusammen mit dem Wellensittich bzw. Wellensittichen spielen, indem man den Gegenstand auf ihn bewegt oder in eine ganz andere Richtung, so dass er ihm hinterher läuft.

Zuwendung. Eigentlich wird das im nächsten Kapitel noch genauer beschrieben. Aber auch an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der Wellensittich ein sehr sozialer Vogel ist und sich über die Ansprache u. Zuwendung vom Menschen auch sehr freut. Egal, ob der Vogel übergangsweise alleine oder mit mehreren gehalten wird, der Mensch gehört irgendwann zu "seinem" Schwarm. Es schafft eine enge Bindung. Er mag es, wenn er auf der Hand sitzen und den Worten seines Menschen lauschen darf. Und hierbei besteht die große Möglichkeit, dass er etwas Neues hinzulernt. Auch sein zukünftiger Partner (ein Wellensittich sollte niemals für immer alleine gehalten werden) kann von dieser Zeit profitieren u. dem neuen Vogel fällt es um so leichter, dieses dem Menschen gegenüber vertraute Verhalten zu übernehmen.

Auch bei mehren Vögeln kann man mit jedem Vogel einzeln diese sozialen Stunden abhalten, am besten, wenn die anderen aus dem Zimmer sind, sonst gibt es Eifersüchteleien ...

Das Verwöhnen und Füttern. Als nächstes sei noch das Füttern und Verwöhnen mit Obst, Kolbenhirse oder anderen Leckerbissen erwähnt. Nicht umsonst heißt es: "Liebe geht durch den Magen". Dieses Verführen mit Obst oder Hirse durch die Hand lässt sich der Vogel gerne gefallen und auch das schweißt zusammen.

Die verbotenen Spiele. Wenn der Vogel viel Freiflug hat, wird er immer erfindungsreicher und mutiger und so macht er sich bald auch an die verbotenen Gegenständige heran. Findet er ein Buch, welches aufgeschlagen auf dem Tisch liegt, sind im Nu die Seiten durchlöchert. Auch haben sich einige Vögel als wahre Tapetenabreißer entpuppt. Unsere beiden haben sich auf den Türrahmen gesetzt und dann während meiner Abwesenheit ein Riesenloch von beachtlicher Größe in die Tapete gestanzt. Auch ein Glas ist für den Vogel recht einladend - egal ob gefüllt oder nicht, aber dass sollte er besser lassen. Es ist gefährlich, wenn der Vogel abrutscht und sich aus eigener Hilfe nicht mehr daraus befreien kann. Ist das Glas bzw. das Gefäß mit Flüssigkeit gefüllt, kann er ertrinken. Also ohne Aufsicht kein Glas - weder gefüllt noch leer - im Zimmer herumstehen lassen.


Warnung ...

vor Bast und zu langen Seilenden!

Im Forum sind leider Fälle bekannt geworden, in denen sich Wellensittiche an losen Bastenden fast erhängt haben und ein Fall, bei dem es sogar zum tödlichen Unfall kam.

Es reicht wenn ein paar Zentimeter Fasern lose herunterhängen, die Wellis schaffen es, sich das um den Hals zu wickeln, und können dabei erbärmlich zugrunde gehen! Verwendet deshalb keinen Bast. (Bast wird oftmals als Material zum Verbinden, Verknoten und Basteln von Gegenständen gebraucht.)


Tipp ...

Verwendet stattdessen lieber Kabelbinder. Man bohrt in die Zweige kleine Löcher, zieht den Kabelbinder durch, befestigt diese dann am Volierengitter, zieht den Kabelbinder ganz fest und schneidet ihn ganz kurz ab.

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