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Wellensittich Krankheiten

Hautverletzungen

Oberflächliche Verletzungen heilen beim Wellensittich meistens rasch und ohne Komplikationen ab. Sie können durch Rivalenkämpfe oder durch spitze Gegenstände hervorgerufen worden sein. Kleine Wunden behandelt man mit abgekochtem lauwarmen Kamillentee, um sie zu reinigen.

Blutungen müssen auf jeden Fall schnellstens gestoppt werden, da der Wellensittich nicht sehr viel Blut hat. Dazu drückt man entweder blutstillende Watte (die man für den Notfall immer zuhause haben sollte) auf die Wunde oder betupft blutende Krallen, Federkiele oder den Schnabel mit einem in Eisen-III-Chlorid getränkten Wattestäbchen. (Eisen-III-Chlorid bekommt man in Apotheken). Bei leicht blutenden Hautwunden kann man auch Babypuder anwenden.

Größere Wunden müssen vom Tierarzt versorgt werden. Wenn tiefere Hautschichten, Sehnen oder das Muskelgewebe verletzt wurden und die Wunde genäht werden muss, sollte dieses unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) geschehen, wenn es der Allgemeinzustand des Vogels zulässt. Achtung! Bei Schockzustand, Schwäche oder starken Blutverlust besteht bei einer Betäubung Lebensgefahr, vorher sollte der Kreislauf des Patienten stabilisiert werden. Erst danach wird der Tierarzt chirurgische Maßnahmen durchführen.

Auch bei Katzenbissen muss der Vogel unverzüglich zum Tierarzt gebracht werden, da der Speichel der Katzen, sobald er in die Blutbahn des Sittichs gerät, zum baldigen Tode führen kann. Der Tierarzt wird dem Wellensittich ein Antibiotikum injizieren, damit das gefährliche Bakterium, welches im Katzenspeichel nachgewiesen wurde, unschädlich gemacht wird. Es handelt sich u.a. um die Bakterien Pasteurella multocida, Staphylococcus aureus, Staphylococcus saprophyticus, die heftige Infektionen verursachen. Wirksam gegen diese sogenannten Pasteurella-Bakterien ist beispielsweise der Wirkstoff Enrofloxacin, der in Baytril enthalten ist.

Ekzeme oder EMA-Syndrom

Ebenfalls noch weitgehend unerforscht ist das EMA-Syndrom. Man weiß noch nicht genau, ob Bakterien, Pilze oder Viren dafür verantwortlich sind. Das macht die Behandlung eines betroffenen Vogels so schwer. Als Ursache kommt dafür möglicherweise psychischer oder sozialer Stress in Frage, z.B. bei Revierstreitigkeiten oder wenn Wellensittiche zu häufig ausgestellt worden sind.

Die Symptome sind plötzlich auftretende Veränderungen in der Achselhöhle bzw. der Flügelunterseite, aber auch rund um die Augen. Dabei bilden sich blutende Hautrisse, die verkrusten, aber nicht heilen. Die befallenen Vögel bepicken häufig mit ihrem Schnabel diese Gegend und oft sehen ihre Schnäbel infolgedessen auch blutverkrustet aus.

Eine Heilung ist nach heutigem Wissensstand noch nicht möglich. Vorübergehend können oberflächliche Maßnahmen höchstens eine Erleichterung bringen, dazu gehören austrocknende, desinfizierende Medikamente, das Anlegen eines Halskragens, damit sich der Vogel nicht ständig die Wunden bepickt. Leider müssen solche Tiere sehr oft eingeschläfert werden, da sich ihr Zustand verschlechtert.

Bürzeldrüsenverstopfung

Die Bürzeldrüse ist eine Talgdrüse und befindet sich in der Höhe des Schwanzansatzes auf dem Rücken. Sie dient dazu mit Hilfe des darin befindlichen Sekretes das Gefieder sauber, isolierend und wasserabweisend zu halten.

Eine Bürzeldrüsenverstopfung erkennt man zuerst daran, dass der Vogel sich ständig im Bereich der Bürzeldrüse benagt und das Gefieder schlecht gepflegt aussieht. Der Arzt wird bei der Untersuchung eine vermehrte Füllung der Drüse entdecken. Liegt so eine Verstopfung vor und kann eine Bürzeldrüsenentzündung, -vereiterung oder sogar ein Tumor ausgeschlossen werden, können Kamillekompressen oder Massage mit den Fingern eine Besserung bringen.

Fettleibigkeit

Sie kommt hauptsächlich bei Käfigvögeln vor, die kaum oder keinen Freiflug bekommen. Oder kurz gesagt: Zuviel Futter und Leckereien wie Knabberstangen und Leckerlis, Fehlernährung, zuwenig Bewegung oder auch Futterneid bei Pärchen. Oft werden diese Wellensittiche in kleinen Käfigen gehalten, die überfüllt mit Stangen und Spielzeugen sind, so dass er sich noch nicht einmal richtig bewegen kann. Der Vogel wird träge und beim Sitzen auf der Stange wölben sich Verdickungen hervor. Die Brustmuskulatur ist von einer Fettschicht überzogen und man kann das Brustbein kaum noch fühlen. Er fliegt kaum oder gar nicht mehr.

Die erste Maßnahme: Der Wellensittich muss unbedingt abspecken. Dabei dürfen aber keine Hungertage eingelegt werden, denn das würde den Vogel schwer schädigen. Die Futterration wird halbiert und auf zwei Mahlzeiten am Tag verteilt.* Knabberherzen und Futterstangen sind erst einmal tabu. Statt dessen bekommt er viel Obst, Gemüse und eiweißreiche Kost und zum Knabbern auch schon mal etwas Zwieback. Wenn er schon lange nicht mehr geflogen ist, sollte man ihn erst wieder langsam ans Fliegen gewöhnen, zuerst solle man mit einem Lauftraining beginnen, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht, da er ja diese Belastungen nicht mehr gewohnt ist und aufgrund seiner Diät sowieso etwas geschwächt ist.

Ist der Sittich in einem zu kleinen Käfig untergebracht, muss unbedingt ein größerer Käfig für ihn angeschafft werden. Die Sitzstangen sollten weit auseinander liegen, damit er von Stange zu Stange fliegen und nicht hüpfen kann. Auch wird in einigen Fällen ein Partner dafür sorgen, dass er abspeckt und mehr Bewegung bekommt.

Wenn es sich aber um einen Partnervogel handelt, der unter Fettleibigkeit leidet, dann sollten die Vögel zwei bis drei Tage in der Woche getrennt werden, da ja der "schlankere" Partner keine Diät nötig hat.

*Anmerkung: Ein Wellensittich frisst normalerweise 2 Teelöffel Körnerfutter am Tag, ein Vogel, der abnehmen muss, bekommt demzufolge nur 1 Teelöffel, aber soviel Grünfutter und Obst, wie er mag.

Wichtig ist, dass man rechtzeitig ein Auge darauf hat, denn Fettleibigkeit birgt viele Gesundheitsrisiken in sich wie Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems und der Gelenke, Fettleber, Darmträgheit und Kloakenverschluss.

Verhornung der Haut (Hyperkeratose)

Hierbei handelt es sich um eine übermäßige Verhornung der Haut, hauptsächlich des Ständers, bei Wellensittichen treten sie aber hauptsächlich an der Unterseite der Füße auf. Durch diese Auflagerungen stellen sich Durchblutungsstörungen ein. Die Füße können stark anschwellen und werden daher auch nicht mehr belastet. Aus diesen Verhornungen können sich sehr schnell Sohlengeschwüre entwickeln.

So eine Verhornung entsteht durch Fehlbelastung, durch Übergewicht, zu dünne Sitzstangen, können aber auch die Folge von Vitamin-A Mangel sein. Bei Wellensittichen, die nicht gerne Obst und Grünzeug fressen, kann es sogar passieren, dass die Nasenlöcher zuwachsen.

Die Hornschichten des Ständers bzw. der Füße werden vorsichtig mit Salicylöl (Salicylsalbe) oder Vitamin-A-Salbe aufgeweicht, dabei darauf achten, dass das Öl nur ganz dünn auf die betroffenen Stellen gestrichen wird, niemals darf es in die Nasenlöcher geraten. Salicylöl ist eine hornaufweichende Substanz, die meistens rasch wirkt, möglich ist auch Sonnenblumenöl oder ein anderes gutes und unbehandeltes Speiseöl benutzen, dann dauert es aber länger. Für die Füße und Ständer kann man auch Teebaumöl verwenden. Vorsicht, Teebaumöl sollte gut eingerieben werden, bevor es der Sittich ableckt. Das ätherische Öl ist zu konzentriert für ihn. In fortgeschrittenen und hartnäckigen Fällen benötigt so ein befallener Vogel mehrere Vitamin-A-Injektionen von einem Tierarzt. Für die Wachshautverhornung Nase verfährt man am besten wie unter Übermäßige Verhornung der Wachshaut (Hypertrophie) beschrieben.

Zur Vorbeugung der Schnabelverhornung sollte für eine ausreichende Vitaminzufuhr gesorgt werden. Bei einer Neigung zu Verhornungen der Füße und Beine sollte man für unterschiedlich dicke Sitzstangen sorgen, aber niemals zu dünn, am besten nimmt man hierfür Zweige von Obstbäumen, die nicht gespritzt wurden. Die Zweige sollten vorher gut gebürstet und gewaschen werden.

Übermäßige Verhornung der Wachshaut (Hypertrophie)

Besonders bei (älteren) Wellensittichweibchen kommt es durch hormonelle Umstellungen oder Mangelernährung zu einer überschießenden Bildung der Schnabelwachshaut, die oft auch mit einer dunkleren Verfärbung einhergeht. Die Wachshaut ist stark verhornt und bröckelig und baut sich in mehreren Schichten zusammen, bis oftmals ein richtiges Horn entsteht.

Man sollte darauf achten, dass bei dieser Veränderung nicht die Nasenlöcher zuwachsen. Sollte das der Fall sein, dann reibt man diese Wucherung einige Tage mit Lebertran-, Vitamin-A-Salbe oder Speiseöl ein. Danach ist das Horn so weit aufgeweicht, dass man es ganz vorsichtig mit einem weichen Papiertuch abnehmen kann, oftmals fällt es aber auch von ganz alleine ab. Wenn es sich nicht von alleine löst, muss man die Prozedur des Einweichens noch einige Tage wiederholen.

Die etwas wunde Haut darunter kann dann wiederum eine zeitlang mit Vitamin-A-Salbe behandelt werden.

Fetttumor (Lipom)

Diese Art von Tumoren zählen zu den gutartigen Geschwülsten. Es handelt sich um gut abgegrenzte, weiche Wucherungen, die zwar langsam wachsen, aber auch eine beachtliche Größe erreichen können. Im späteren Stadium behindern sie oft den betroffenen Vogel, er ist dann schwerfällig und kurzatmig. Erkennbar sind Lipome an der deutlichen Umfangsvermehrung oder Ausbuchtung, hauptsächlich im Brust- und Unterleibsbereich.

Für die Entstehung der Lipome sind oftmals Hormonstörungen verantwortlich, aber auch Verfettung und Bewegungsmangel. Auch durch mechanische Reize können diese Art von Tumoren entstehen, z.B. wenn der Wellensittich sich auf der Sitzstange oder anderen harten Gegenständen selbst befriedigt.

Wellensittiche mit Neigung zu Fetttumoren sollten möglichst vielseitig und vitaminreich ernährt werden, wenn er zu dick ist, sollte die Futtermenge vorerst etwas herabgesetzt werden. Regelmäßige Gewichtskontrolle! Wird der Tumor vom Vogel beknabbert und behindert den Vogel eindeutig, kann man eine operative Entfernung in Betracht ziehen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass so eine Operation auch gewisse Risiken besonders bei einem so kleinen Wellensittich in sich birgt. Das Problem fängt schon bei der richtigen Dosierung des Narkosemittels an und geht nach der Operation weiter, wenn der Patient sich die frische Operationsnarbe ständig beknabbern möchte. Das bedeutet hohe Infektionsgefahr, schlechte Heilung der Wunde und Komplikationsgefahr.

Sohlengeschwür

Gastartikel für dieses Thema gesucht. Am besten jemand, der Erfahrung damit hat.

 

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Wusstest du ...

dass der Wellensittich zwar ein Familienvogel, aber kein Schmusetier ist? Er ist ein soziales Lebewesen, welches den Menschen miteinbezieht, aber er braucht unbedingt mindestens einen Artgenossen!