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Wellensittich Krankheiten

Legenot

Von Legenot spricht man, wenn das Weibchen Schwierigkeiten bei der Eiablage hat bzw. das Ei im Eileiter oder der Kloake feststeckt. Dabei zeigt das Weibchen anfangs Anzeichen von Legeversuchen - sie versucht das Ei durch heftiges Pressen herauszustoßen und wippt dabei häufig mit dem Schwanz. Es werden verhältnismäßig große Kotballen von dünner Beschaffenheit abgesetzt, manchmal auch mit Blut vermischt. Im Anfang wirkt das Weibchen recht nervös und wechselt häufig den Sitzplatz und die Stellung oder sitzt breitbeinig auf der Stange, um sich so Erleichterung zu verschaffen, wenn sie entkräftet ist, sitzt sie oftmals auf dem Boden in einer Ecke, der Schwanz schlägt im Atemrhythmus und gibt jämmerliche Laute von sich. Meistens kann eine leichte Wölbung am Unterleib festgestellt werden.

Wenn das Weibchen es nicht schafft, das Ei innerhalb kurzer Zeit herauszupressen, wird es zusehends kraftloser und müsste sogar sterben, da es zu einem Schockzustand kommen kann. Hier muss schnellstens geholfen werden.

Oftmals hilft im Anfangsstadium schon Wärme und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Dieses erreicht man durch Infrarotbestrahlung mit heißen Dämpfen. Des weiteren kann man in Abständen versuchen, mittels einer Pipette etwas lauwarmes Rizinusöl (Speiseöl) in die Kloake zu träufeln. Sollte das Ei mittels dieser Maßnahme nicht innerhalb der nächsten ein bis zwei Stunden die Kloake verlassen haben, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Dabei auf jeden Fall den Vogel warm halten.

(Bei größeren Vögeln wird meistens eine leichte Bauchmassage empfohlen, dabei wird das Ei in Verbindung mit den Pressversuchen des Weibchens in Richtung Kloake massiert, dieses sollte aber bei kleineren Vögeln wie den Wellensittich nicht gemacht werden, da das Ei dabei zu Bruch gehen kann, es sei denn ein erfahrener Tierarzt kennt sich mit dieser Methode gut aus und praktiziert sie äußerst vorsichtig)

Legenot kann verschiedene Ursachen haben. Vielfach geraten zu junge Weibchen beim ersten Ei in Legenot. Aber auch Wellensittiche im richtigen Legealter können davon betroffen sein, wenn ein weichschaliges oder zu großes Ei im Eileiter steckt oder die Eileiter nicht genügend elastisch ist. Vitamin- u. Mineralstoffmangel, Kälte bzw. zu niedrige Körpertemperatur, zu häufige Eiablagen und Dickleibigkeit begünstigen Legenot ebenfalls.

Bei Legenot muss sehr schnell gehandelt werden. Im Spätstadium kann selbst ein Tierarzt nicht mehr immer helfen. Darum: Den Tierarztbesuch nicht zu lange hinauszögern!!

Lungenentzündung

Hierbei handelt es sich um eine sehr ernstzunehmende Krankheit, die bei Nichtbehandlung zum Tod führen kann. Eine Lungenentzündung entwickelt sich meistens aus Veränderungen der Lunge, die durch Infektionskrankheiten, Parasiten und das Einatmen giftiger Gase oder Lösungsmittel entstehen kann. Die auffälligsten Symptome sind Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwanzwippen und Öffnen des Schnabels. Meistens sind die Vögel apathisch und sitzen aufgeplustert auf der Stange.

Bei einer Lungenentzündung ist unbedingt eine Behandlung durch den Tierarzt notwendig, da die Ursachen abgeklärt und die richtigen Medikamente gegeben werden müssen.

Unterstützen kann man die Therapie mit einer milden Rotlichtbestrahlung (keine extreme Temperatur). Allerdings sollte man hier darauf achten, dass man nur einen Teil des Käfigs bestrahlt und somit der Vogel die Möglichkeit hat, der Wärme auszuweichen, wenn es ihm zu heiß wird. Da der Vogelkörper keine Schweißdrüsen besitzt, gibt er ein Zuviel an Wärme durch eine schnellere Atmung ab und das würde zu sehr seinen Kreislauf belasten.

Ein gut gelüftetes Zimmer (NIEMALS Durchzug), eine vitaminreiche Ernährung (Vitamin A und C, z.B. in Vogelmiere, grüner Salat u. Möhren, auch Magerquark u. gekochtes Ei) und zusätzliche Dampfbäder mit Kamille können ebenfalls helfen. Der Vogelkäfig sollte an einem ruhigen Ort stehen und Temperaturunterschiede sind unbedingt zu vermeiden. Des weiteren sollte der Vogel auf keinen Fall reizenden Dämpfen wie die von überhitzten Antihaftpfannen ausgesetzt sein.

Nierenentzündung

Hierbei fällt meistens die durchfallähnliche Ausscheidung es Vogels auf. Der weiße Harnanteil ist dabei recht flüssig, der dunkle Teil des Kots kann aber normal geformt sein. Die Vögel trinken sehr viel und sitzen breitbeinig auf der Stange. Das Gefieder um die Kloake ist verschmiert. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Nierenentzündung. Bei der chronischen treten Durchfall und Störungen des Allgemeinbefindens periodisch auf. Der Wellensittich ist oftmals apathisch und hat keinen Appetit, aber sein Trinkbedürfnis ist erhöht. Bei der akuten Form baut der Vogel recht schnell ab und stirbt dann. Eine chronische Nierenentzündung, ist eine ständig wiederkehrende Erkrankung, die irgendwann ebenfalls in ein akutes Stadium übergehen kann.

Ausgelöst wird die chronische Nierenentzündung oftmals durch Fehler in der Ernährung wie salzhaltige Speisen oder Vitamin-A-Mangel sowie eine langandauernde Medikamenteneinnahme und eine gestörte Trinkwasseraufnahme* (bzw. beides zusammen). Ursachen für die akute Nierenentzündung sind Vergiftungen durch Kochsalz, Chemikalien oder Metalle. Hierbei kann sogar etwas Blut im Kot enthalten sein. Weitere Ursachen sind Schimmelpilze und häufige Infektionskrankheiten. Viele Nierenentzündungen werden auch durch Bakterien hervorgerufen.

Bei Verdacht auf Nierenentzündung sollte man den Tierarzt aufsuchen, damit er die genaue Ursache herausfinden kann, das geschieht durch gewisse Untersuchungsmethoden wie Röntgen (um einen eventuellen Tumor oder Gichtablagerungen festzustellen) oder Blutabnahme (Feststellen des Harnsäurespiegels). Danach wird der Vogel entweder mit Antibiotika behandelt, wenn eine Infektionskrankheit vorliegt oder Infusionen / Injektionen verabreicht, um dem Körper Vitamine u. Mineralstoffe zuzuführen, die er durch die Ausscheidungen verloren hat. Die Heilung einer Nierenentzündung ist nur in seltenen Fällen möglich, meistens bleibt eine vorgeschädigte Niere zurück. Der Vogel wird sein Leben lang empfänglich für diese Krankheit sein.

In solchen Fällen und unterstützend sollte eiweißarmes, aber vitaminreiches Futter gereicht werden (Grünzeug und Obst). Dem Trinkwasser sollte man Vitamin-A zufügen (während der Behandlung mit Vitamin-A Injektionen vom Tierarzt natürlich kein zusätzliches Vitamin im Trinkwasser) und darauf achten, dass der Vogel auch reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt. Der Vogel braucht sehr viel Wärme.

Auf jeden Fall beachten: Auch wenn die Wellensittiche noch so sehr betteln, Chips, Salzstangen oder andere gesüßte oder salzhaltige Speisen sind für sie tabu. Aufpassen heißt es auch bei Chemikalien, Medikamenten, Metallfolien, Blei, Zinn oder Zink und giftigen Zimmerpflanzen, zu denen der Wellensittich Zugang hat.

*Bei Wellensittichen, die ihre Vitamine über das Trinkwasser beziehen, weil sie zum Beispiel kein Obst und Grünzeug anrühren, könnte es passieren, dass sie zuwenig trinken, da mit Vitaminen versetztes Wasser leicht bitter ist. Das sollte beobachtet werden, nach Möglichkeit kann man ab und zu eine Prise Traubenzucker dem Trinkwasser beigeben, so dass der bittere Geschmack nicht mehr wahrgenommen wird.

Nierengicht

Bei der Gicht unterscheidet man zwei Formen: Die Eingeweidegicht, die hauptsächlich Nieren, Herz u. Leber befällt und die Gelenkgicht, welche sich durch Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken bemerkbar macht. Gicht entsteht, wenn die Nieren nicht mehr einwandfrei arbeiten, dabei steigt der Harnsäurespiegel im Blut und Abfallprodukte wie die Harnsäure lagern sich in Form von Uratkristallen im Nierengewebe oder in den Gelenken ab.

Eine Nierengicht ist äußerlich nicht zu erkennen, schon gar nicht im Anfangsstadium. Meistens besteht Durchfall und der Vogel ist teilnahmslos, aber das meistens erst im fortgeschrittenen Verlauf der Krankheit. Wird nichts dagegen unternommen, kann sie zum Tod führen, da die Vögel abmagern, zunehmend schwächer werden und Krämpfe bekommen.

Eine Heilung ist so gut wie unmöglich, da beim Auftreten der ersten Anzeichen, die Krankheit schon weit fortgeschritten und die Nierenfunktion stark beeinträchtigt ist. Man kann aber versuchen, sogenannte Krankheitsschübe etwas aufzuhalten.

Die Nierengicht kann durch einen Tierarzt mittels einer Röntgenaufnahme und einer Blutuntersuchung auf Harnsäure festgestellt werden. Die Ursachen sind ebenfalls in falscher Ernährung, Mangel an Vitamin A, zu geringe Wasseraufnahme etc. zu finden, das alles begünstigt eine Erkrankung der Nieren und kann somit zur Gicht führen.

Zur Erleichterung der Krankheit gilt, wie bei der Nierenentzündung auch, den Eiweißgehalt des Futters zu reduzieren, damit nicht noch mehr Harnsäure produziert wird. Es sollte frisches Obst und Grünzeug und genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen und darauf geachtet werden, dass der Wellensittich eine ausreichende Menge trinkt. Dem Trinkwasser kann zusätzlich Vitamin-A und Vitamin-B12 zugesetzt werden. Bei Verweigerung des Trinkwassers greifen viele Vogelhalter zu folgendem Trick: Eine winzige Prise Traubenzucker wird zugesetzt. Der Vogel sollte gut warm und trocken gehalten werden - eine feuchte und kalte Umgebung ist strikt zu vermeiden.

Tumore

Tumore treten im Bereich Leber und Niere bei Wellis häufig auf, meist im Alter von 3-4 Jahren. Sie enden stets tödlich. Allerdings kann ein Vogel, der nachfolgende Symptome aufweist und bei dem auf dem Röntgenbild z.B. eine vergrößerte Leber (das kann nur ein Tumor oder eine akute Leberentzündung sein) noch etwa 1 Jahr leben, sogar recht gut, wie es sich in einigen Fällen zeigte.

Anzeichen sind:
Vogel ist plötzlich matt, teilnahmslos und frisst/bewegt sich wenig. Der Kot ist zunächst mit einer leichten Grünfärbung versehen, später weißlich und flüssiger als sonst. Der schwarze Bestandteil fehlt nachher völlig.

Dem Vogel geht es schnell besser. Diese Krankheitsschübe kommen in immer kürzeren Abständen (zunächst nach Monaten, dann im Wochenabstand). Außerdem bricht der Vogel, aber nur Schleim. Trotz einer Art Durchfall ist der Popo nicht verklebt.

Ansonsten ist der Vogel völlig normal, außerhalb der Schübe merk man ihm am Verhalten nichts an. Ich behaupte, er blüht zu der Zeit sogar richtig auf. Ganz zum Ende - so ist es laut Berichten einiger Wellensittichhalter - sind sie am vorletzten Tag etwas matt, am Abend des folgenden Tages fangen sie an zu brechen und können nur noch Krümel von Haferflocken fressen.

Das Brechen kommt permanenter, am Ende kann der Vogelarzt noch nicht einmal das Kontrastmittel zum Röntgen, das beruhigend auf den Magen wirken soll, in den Vogel bringen, er erbricht es sofort. Trotz einer Infusion ist der Vogel dann am nächsten Morgen völlig entspannt - ohne großes Quälen - vermutlich an einem Herzschlag vor Schwäche gestorben.

Wie kann man helfen?
Langfristig wie beschrieben leider nicht. Man kann dem Welli aber noch einige Monate ein sehr schönes Leben geben: Regelmäßig zum Tierarzt, Vogelkohle ins Futter, Multivitamintropfen (z.B. Vitacombex V jeden Tag 2 Tropfen). Bei Unwohlsein auch schon mal stark verdünnten Schwarztee, Pfefferminztee. Ferner: Sittichstärkung (ein besonderes Futter, das Wildsamen enthält), Hafenflocken anbieten, viel Unterhaltung (lenkt ihn wohl ab).

Mehr kann man nicht tun. Fast jede andere gängige Krankheit ist nun heilbar, man kann nämlich auch operieren. Nur bei Tumoren ist die Aussicht auf Erfolg äußerst gering.