Wellensittich Kot (Kotologie)

Die Ausscheidungen von Wellensittichen sind ein wichtiger Gradmesser für ihren Gesundheitszustand und bestehen eigentlich aus zwei sichtbaren Teilen: den festen Kotanteil und den weißen Harnanteil namens Urate. Der eher unsichtbare Teil bezieht sich auf den Flüssigkeitsanteil, der mitsamt den festen Anteilen ausgeschieden wird. Diesen kann man meistens erkennen, wenn der Kot auf ein Küchenpapier fällt.

Der gesunde Kot von Wellensittichen besteht aus dunkeloliv-farbenen-weißen Häufchen, die rasch abtrocknen und leicht zu entfernen sind. Dabei ist der dunkle Kotanteil wie eine Schlange um den weißen pastösen Harnanteil gewickelt. Der dunkeloliv-farbene Anteil kann bei manchen Wellensittichen einen leichten grünlichen Schimmer haben. Hier ein Beispiel

Alles, was davon abweicht, sei es in Menge, Farbe, Konsistenz oder Geruch, kann ein Alarmzeichen sein. Auch der Bereich um die Kloake sollte inspiziert werden, dieser sollte trocken und sauber sein. Durch den Kot und den Bereich um die Kloake zeigt ein Vogel, wie es ihm geht. Wenn das frühzeitig erkannt und behandelt wird, können viele Gesundheitsprobleme geheilt werden. Darum ist es ratsam, morgens und auch tagsüber ab und zu einen Blick auf die Ausscheidungen der Wellensittiche zu werfen.

Tipp: Um den Kot besser zu erkennen, kann man ein Papier oder Küchenpapier oder auch Klarsichtfolie in den unteren Teil des Käfigs legen und abends bevor das Licht ausgeht, sich die jeweiligen Schlafpositionen der einzelnen Wellensittiche notieren. Damit hat man einen ungefähren Überblick, welcher Kot zu welchem Wellensittich gehört.

Im folgenden finden sich einige Erklärungen, diese beruhen auf Erfahrungen und sollen nur als Beispiel dienen und ersetzen keine genaue Abklärung durch einen Tierarzt, der vogelkundig ist.

Durchfall

Von Durchfall spricht man immer dann, wenn der Kot nicht mehr fest geformt und um den Harnanteil gewickelt, sondern größtenteils lose und wässrig ist.

Der Wellensittich bekommt schnell einmal Durchfall, wobei man unterscheiden muss zwischen dem Durchfall nach reichlichem Obst und Grünzeuggenuss wie Gurke, ausgiebigem Baden sowie Angst, oder dem immer wieder neu auftretendem Dauerdurchfall, auch ohne eines der vorgenannten Gründe.

WICHTIG: Das Letztere gehört unbedingt in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes. Alles was länger andauert, könnte auf eine Durchfall-Erkrankung hindeuten.

Hat der Wellensittich Durchfall vom Obst oder Gemüse bekommen, reicht in den meisten Fällen das sofortige Absetzen von diesen, dieser harmlose und gelegentliche Durchfall ist kein Grund zur Besorgnis, wenn er nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Siehe der gesonderte Artikel über Durchfall im "Krankheiten-Teil".

Farbveränderungen

Bei einer Ernährungsumstellung kann es schon mal zu einer Farbveränderung des Kots kommen, aber die meisten Halter werden die sonst gewohnte Ernährung wahrscheinlich eher beibehalten. Von daher kann grüner, grauer, schwarzer oder roter Kot auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.

Blut im Kot: Wenn der Kot blutig ist, heißt das, der Wellensittich blutet aus dem unteren Darmtrakt. Das kann ein Symptom einer Vergiftung (Blei, Zink, giftige Pflanzen) sein, aber auch auf Tumore oder Parasiten hindeuten. Möglich wären auch Fremdkörper, die der Vogel aufgenommen hat wie Teile von Spielzeug, auch das übermäßige Fressen von scharfkantigen Steinchen des Mineralblocks oder der Sepiaschale. - Sofort zum Tierarzt zur Abklärung!

Frischer schwarzer Kot: Wenn der Kot extrem schwarz und teerähnlich ist, also leicht glänzt, könnte es ein Symptom für eine kürzliche Blutung im oberen Verdauungstrakt sein und auf ein Magengeschwür, Gastritis, innere Verletzung oder Krebs hindeuten. - Sofort zum Tierarzt zur Abklärung!

(frischer gesunder Kot ist nie total schwarz, sondern nur undefinierbar dunkel, erst wenn der Wellensittichkot getrocknet ist, wird auch der gesunde Kot fast schwarz und schrumpft zusammen)

Grauer, weißer oder fahler Kot: Die Farbe Grau oder jedes fahle Aussehen deutet auf eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse hin, das kann eine Infektion sein oder eine massive Fehlfunktion. - Zum Tierarzt zur Abklärung!

Grüner Kot: Hier unterscheidet man zwischen olive-grau, dunkelgrünlich-schwarz und erbsengrün und ins gelbliche gehend. Auf jeden Fall ist die Färbung ins gelbliche, grünliche oder komplett grün nicht normal und man sollte sich einige Fragen stellen:

  • Ist die Farbe anders als sonst?
  • Ist die Größe normal?
  • Falls die Fragen mit Ja beantwortet wurden: Seit wann ist der Kot anders?
  • Hat er etwas anderes als sonst gefressen?
  • Hat sich sein Verhalten geändert, seine Körperhaltung oder ist er ruhiger als sonst?
  • Wie sehen die Federn um die Kloake (Popo) und die Kloake selber aus? Ist der Bereich sauber?

Richtig giftgrüner oder dunkelgrüner Kot ist auf jeden Fall ein Symptom für eine Erkrankung, die auch wieder viele Ursachen haben kann. Hier mögliche Erklärungen:

dunkelgrün: Leberbeteiligung oder Anorexia (Hungerkot, ist dann klebrig), Infektion mit Bakterien oder Hefen oder Trichomonaden (in Verbindung mit Geruchsbildung).

erbsengrün: Leberbeteiligung

graugrün: Zusammen mit erhöhtem Urin-Anteil (der wässrige Anteil) möglicherweise Nierenproblem.

gelblich: Leberbeteiligung, Verdauungsschwäche, schlecht verdauliche oder gefärbte Nahrung, eventuell Chlamydien ( Erreger der Psittakose).

Zum Tierarzt zur Abklärung!

Volumenveränderung/Form und Beschaffenheit

Mit Volumen ist die Größe der Ausscheidung gemeint. Auch die Beschaffenheit und Form des Kots kann Aufschluss darüber geben, ob eine Erkrankung vorliegt. Leider lässt sich oft erst nach einer ausführlichen Untersuchung beim Tierarzt sagen, was die tatsächliche und behandelbare Ursache ist.

Sehr kleiner und fester Kot: Appetitverlust, Verstopfung oder Verengung im Verdauungsapparat.

Erhöhte Menge Kot: Verdauungsstörung, schlecht verdaute Nahrung. Enzymmangel.

Klumpig oder mit unverdauter Nahrung: Unzureichende Verdauung - Ursachen könnten sein: PDD, Giardien, Hypermotilität des Darms eventuell auch Darminfektion, Megabakteriose, Schimmelpilze, Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung.

Aufgepuffter, bröckeliger weißer Kot: Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung, sehr ernst.

Breiiger Kot: Dieser Kot kann auf alles Mögliche hindeuten, keine genaue Zuordnung möglich. Am besten Farbe, Harnanteil und Geruch mit einbeziehen sowie Ernährung (siehe obige Fragen).

Blasen im Kot, schleimiger oder schaumiger Kot: Eventueller Hinweis auf eine Infektion mit Clostridien. Das sind grampositive und Sporen bildene Bakterien. Eventuell Infektion mit citrobacter werkmanii und/oder pantoea agglomerans.

Veränderungen im Harnanteil

Der Harnanteil besteht aus dem Urinanteil, der klar und wässrig ist und den man nur diffus wahrnehmen kann und dem Uratanteil, das ist der sichtbare weiß-beige Anteil im Harn. Den Urinanteil kann man - wie mehrfach bereits erwähnt - durch ein Blatt Zeitungspapier oder Küchenkrepp sichtbar machen, dieser Teil zeigt sich als wässriger Hof um den Kot. Je mehr dieser verläuft und je farbiger dieser Hof ist, desto eher liegt eine ernsthafte Erkrankung zugrunde. Mögliche Ursachen:

grünliche Färbung: Lebererkrankung, aber auch oft Anzeichen einer Megabakteriose

gelbliche Färbung: Lebererkrankung, starke Verdauungsstörung

bräunliche oder bräunlich-rote Färbung: Metallvergiftung oder Vergiftung im Allgemeinen

klare Flüssigkeit, kaum Harnanteil - starkes Verlaufen: Durchfall, Stress oder Erregung. Liegt kein Stress oder der Verzehr von Grünzeug zugrunde und bleibt dieser Zustand, könnte es ein Symptom für eine Nierenerkrankung, Infektion oder auch Vergiftung sein (Polyurie). Hierbei ist dann erhöhtes Trinkverhalten, durchnässte Afterregion und Abmagerung ein weiteres Indiz, dass eine Nierenerkrankung vorliegt.

Aber auch der normalerweise cremig-weiße Uratanteil kann eine Färbung aufweisen. Jede Änderung der Färbung deutet auf eine Erkrankung hin, denn der Uratanteil verändert seine Farbe nur, wenn eine Störung vorliegt. Eine Farbe ins gelbliche oder grünliche könnte eine Lebererkrankung anzeigen. Eine Farbe ins bräunliche kann ebenfalls auf eine Lebererkrankung aber auch eine Bleivergiftung hinweisen. Ist der Uratanteil stark erhöht, könnte eine Diabetes vorliegen, der Vogel trinkt dann meistens mehr und dadurch erhöht sich natürlicherweise auch der weiße Uratanteil.

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