Vogellampe / birdlamp für Wellensittiche

Im Anfang der Wellensittich-Haltung macht man sich über Licht noch keine großen Gedanken. Das kommt erst später, wenn man erfährt, dass es sogenannte Birdlamps, also spezielle Beleuchtung für Vögel gibt oder einem die Vögel wenig aktiv vorkommen oder sogar das Gefieder stumpf wirkt. Das könnte auf ein Lichtproblem hindeuten.

Für und Wider

In vielen Onlineshops werden sogenannte Vogellampen bzw. Birdlamps angeboten. Aber unter den Vogelhaltern ist das Lager gespalten, die einen schwören darauf, weil die Vögel aktiver sind und es der Gesundheit zuträglich ist, die anderen halten das bei Wellensittichen, die in normalen Wohnräumen gehalten werden, für unnötig. Es wird argumentiert, dass Vögel im Wohnbereich genügend Helligkeit durch die Scheiben erhalten, dass durch zusätzliche Bestrahlung die Brutlust angeregt wird oder damit, dass Vogellampen, die heutzutage angeboten werden, weit davon entfernt sind, das echte Sonnenlicht zu ersetzen. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er es dann lieber ganz bleiben lassen oder zumindest annähernd und stundenweise den Vögeln ein Highlight bieten möchte.

Birdlamp bzw. Vogellampe?

Halten wir zuerst einmal folgende Tatsache fest: Vogellampen bzw Birdlamps schaden nicht, es ist aber unklar, wie groß der gesundheitliche Nutzen wirklich ist. Also läuft es letztendlich darauf hinaus, dass man selber ein gutes Gefühl hat, wenn man seine Sittiche zeitweilig mit einer Vogellampe bestrahlt. Bekannt ist, dass Licht nun mal ein Wohlfühlfaktor darstellt, aber ob der UVB-Anteil dieser speziellen Birdlamps ausreicht, um das wichtige Vitamin D3 im Vogelorganismus herzustellen, wird oft auch von Fachleuten angezweifelt. Ich selber besitze eine AvianSun 5.0 UVB Floor Lamp von Zoomed, die ich immer dann einschalte, wenn es draußen aufgrund des schlechten Wetters nicht hell werden will und zu wenig Licht ins Wohnzimmer kommt, auch im Winter wird sie häufig eingeschaltet, da es dann früher dunkel ist und meine Wohnzimmerbeleuchtung nicht ausreicht, um die Ecke, wo die Wellensittich-Käfige stehen, auszuleuchten. Ich nutze diese Lampe aber nicht um der Vitamin D-Synthese wegen, denn das versuche ich über die Nahrung auszugleichen.

Jedes Licht ist besser als gar kein Licht, vorausgesetzt flimmerfrei!

Wer seinen Vögeln lediglich das Licht für eine schönere Atmosphäre anbieten möchte und sich daran erfreut, dass sie dabei aktivier sind, das Gefieder schöner zur Geltung kommt und die Wellensittiche ihr Futter und sich gegenseitig attraktiver wahrnehmen, kann auf eine der vielen im Handel verfügbaren Vogellampen zurückgreifen, die mit einem normalen UVA- und UVB-Anteil ausgestattet sind.

Lichtzusammensetzung, der bekanntesten Produkte in diesem Sektor:

AvianSun: UVA 5% und UVB 5%

Arcadia: UVA 12% und UVB 2,4%

Wem der UVA- und UVB-Antei komplett egal ist, könnte sogar eine Tageslichtlampe einsetzen, die allerdings kaum einen nennenswerten gesundheitlichen Aspekt besitzt. Also wir sind in unserem Forum nach ellenlangen Diskussionen zu der Erkenntnis gekommen, das eine normale Tageslichtlampe nicht die Birdlamp ersetzen kann. Eben weil man über den UVA-und UVB-Anteil der Tageslichtlampen nichts genaues erfährt. Und dieses UV-Licht ist ja der hauptsächliche Grund zur Anschaffung einer Vogellampe.

Kompaktlampen oder Leuchtstoffröhren für die Grundausleuchtung?

Kurze Antwort: Für eine Riesen-Voliere wäre eine Leuchtstoff-Röhre besser als die Kompaktlampe. Für kleinere Volieren oder Käfig reicht eine Kompaktlampe.

Leuchtstoffröhren eignen sich wohl hinsichtlich Vitamin-D-Produktion so gut wie gar nicht, weil die ja rundum abstrahlen und schon nach wenigen cm/dm die UVB-Strahlung so schwach ist, dass das nichts mehr bringt. Zum Ausleuchten hingegen (und das ist nicht weniger wichtig!) sind Leuchststoffröhren schon sehr gut geeignet. Auch ist das UVA nicht unwichtig, das können die Vögel ja im Gegensatz zu uns sehen. Also ein paar Vollspektrum-Röhren mit EVG (= flimmerfrei) sollten schon Pflicht sein in der dunklen Jahreszeit, aber hinsichtlich Vitaminsynthese wird da nicht viel passieren, zudem sich die Vögel sicher nicht den halben Tag unter die Leuchte "klemmen".

Es gibt auch verschiedene Arten, der Beleuchtung, z.B. Leuchten, die von der Decke an einer Kette hängen (auch als Shop-Leuchte bezeichnet), Stehlampen und Leuchten, die an den Käfig geklemmt werden oder an einem Stativ befestigt sind.

Der richtige Abstand

Vollspektrum-Kompaktleuchtstoffröhren bzw. -lampen haben eine Einbrennphase, in der die UVB-Abgabe am größten ist. Bei einer AvianSun Kompaktlampe beträgt diese ca. 150 Stunden Betriebszeit. Danach richtet sich jeweils die Entfernung zu den Vögeln oder bzw. zur Sitzstange.

Der empfohlene Abstand

  • Während der Einbrennphase (150 Stunden) = 46 - 51 cm
  • Nach der Einbrennphase = 30 - 36 cm

Der richtige Sitzabstand zur Vogellampe ist abhängig von der Leistung (Watt) der Lampen. Den empfohlenen Abstand kann man meistens der beiliegenden Gebrauchsanweisung entnehmen.

Die Lampe sollte ausschließlich über den Köpfen der Vögel angebracht sein, NICHT seitlich vom Käfig, denn die Lampe blendet ansonsten zu stark, was zur Schädigung der Augen beitragen kann. Auch ein kürzerer Abstand als der empfohlene Abstand sollte vermieden werden.

Die Vollspektrum-Lampen liefern meistens 12 Monate lang UVA und UVB-Licht, danach sollte die Lampe ersetzt werden, weil die Strahlung dann stark nachlässt und keinen nennenswerten Nutzen mehr hat.

Vorsichtsmaßnahmen

Da Vogellampen sowie Energiesparlampen Quecksilber enthalten, sollte man aufpassen, dass sie nicht herunterfallen und zerbrechen.

In einem solchen Fall (auch beim Zerplatzen der Lampen wegen Kurzschluss) SOFORT die Vögel und alle Personen aus dem Zimmer bringen, das Zimmer gut durchlüften. Die Scherben erst in ein leeres mit einem Schraubdeckel abschließbares Glas oder Plastiktüte einsammeln, wenn die giftigen Quecksilberdämpfe abgezogen sind, das kann bei guter Lüftung ca. 15 Minuten betragen, Klimaanlage und Heizung, die die Dämpfe unnötig verteilen bitte ausschalten!

Wenn man Pech hat und nicht rechtzeitig und lange genug gelüftet wurde, kann sich die schädliche Konzentration im Raum bis zu zwei Tage halten und auch auf andere Räume übertragen werden. Energiesparlampen ob zerbrochen oder nicht gelten als Sondermüll und gehören nicht in den Hausmüll.

Tipp: Zerbrochene Vogellampen / Energiesparlampen nicht mit Besen oder Handfeger aufsammeln, die Dämpfe werden dadurch herumgewirbelt. Besser mit einem Karton zusammenkehren und dabei Handschuhe tragen.

Kleine Entscheidungshilfe: Welche Lampe für welchen Zweck?
Kompaktlampen, Röhren, Halogen-Metalldampflampen

Man hat mehrere Möglichkeiten. Will man die Lampe zum Ausleuchten eines Käfigs oder Voliere benutzen oder soll damit abseits der Voliere ein Sonnenbadeplatz im Zimmer geschaffen werden?

Metalldampflampe und Reflektor sind als Sonnenbadeplatz super geeignet. Zu empfehlen ist diese Metalldampf-Lampe, 70 Watt dazu benötigt man noch ein Vorschaltgerät. Das Vorschaltgerät sorgt dafür, dass das Licht für das Auge der Vögel nicht flimmernd erscheint.

Zum Ausleuchten des Käfigs ist diese Vollspektrum-Lampe 5.0 UVB, 26 Watt perfekt. Es gibt hierbei eine Faustregel: Pro Kubikmeter Käfig etwa 100 Watt Röhrenlicht. Wenn man den Käfig fast komplett ausleuchten möchtet, wären auch spezielle Leuchtstoffröhren zu empfehlen. Dabei muss man folgendes bedenken: Zwischen Käfig bzw. Spielplatz und Lampe sollte mindestens 30 Zentimeter Abstand bestehen, so können sich die Strahlen optimal ausbreiten und die Gefahr des Verbrennens an der Lampe ist minimiert bis ausgeschlossen. Es sollte vermieden werden, die Lampe dauerhaft an den Käfig zu montieren, das kann gefährlich für die Vögel werden, auch erschwert es die Reinigung. Deshalb ist eine Stehlampe zu empfehlen. Je nachdem wie hoch der Käfig ist, bleibt es beim Mindestabstand von 30 cm. Und daran denken, die Lampe bzw. die Röhren niemals seitlich anbringen.

Praktisch ist auch das Anbringen von Vollspektrum-Lampen an ein Stativ. Dieses hier würde sich beispielweise eignen: Leuchtstativ. Das Leuchtstativ ist höhenverstellbar von 1-2 m. Die passenden Leuchten für dieses Stativ sind die Parrot Pro von Arcadia. Das gute an diesen Leuchten ist, dass die schon ein Vorschaltgerät integriert haben. Das ist sehr gut für die Augen der Wellensittiche, da sie das Licht durch das Vorschaltgerät gleichmäßig wahrnehmen.

Halten wir bis hierhin fest: Wer hauptsächlich Wert darauf legt, Lampen zur Unterstützung der Vitamin D-Synthese in der Vogelhaut einzusetzen, kann die typischen Vogellampen - egal ob Energiesparlampe oder Leuchtstoffröhre - vergessen. Deren Energie im UVB Bereich verliert sich nach wenigen Zentimetern und hat somit kaum noch Wirkung. Besser sind hierfür Lampen wie die Bright Sun UV Desert 70 W Komplettset, Metalldampflampe inklusive passende Fassung und Vorschaltgerät die ein naturnahes Spektrum mit hohem UVA und UVB Anteil bietet. Diese Lampe ist wie oben schon erwähnt, nicht für die stundenlange Grundausleuchtung geeignet, sondern als Spot-Beleuchtung für einen Sonnenplatz, der kurzzeitig eingeschaltet und dann aufgesucht werden kann. Für diese Zwecke sind alle Halogen-Metalldampflampen zwischen 3500K und 5500K geeignet. Für einen externen Sonnenplatz außerhalb des Käfigs muss ein passender Lampenschutzkorb her.

Beleuchtungsdauer

Wie lange so eine Vogellampe brennen soll, ist Geschmackssache, da hat jeder so seine eigenen Vorstellungen. Manche Halter bevorzugen eine saisonale Beleuchtungsdosis nur wenige Stunden am Tag, um die dunkle Jahreszeit oder die dunkle Tageszeit morgens und frühabends auszuleuchten. Bei anderen brennen sie den ganzen Tag. Wieder andere haben eine Mittagspause, in denen die Lampe nicht leuchtet, damit die Vögel zur Ruhe kommen und Mittagsschlaf halten können. Experimentiere einfach ein wenig, du wirst schnell merken, wie deine Vögel darauf reagieren und was ihnen gut tut und was nicht. Grundsätzlich sollten das UVA- und UVB-haltige Licht der Vollspektrumlampen nicht länger als 5 Stunden zur Verfügung gestellt werden, um Netzhautschäden bei den Wellensittichen zu vermeiden.

Reptilienlampen oder kann ich jede Lampe nehmen?

Es wird ab und zu auch vorgeschlagen, Reptilienlampen zu verwenden. Ob man Reptilienlampen nehmen kann, ist strittig in Bezug auf die Vitamin D-Synthese. Man geht davon aus, dass sich die Vollspektrum-Beleuchtung mit UVA und UVB bei der Vitamin-D-Produktion von Reptilien als wirksam erwiesen hat, das Licht aber kaum Wirkung auf die Vitamin-D-Produktion bei Vögeln hat, als Sonnenbadeplatz können diese Lampen okay sein. Wichtig ist allerdings, dass solche Lampen flimmerfrei sind und das sind sie nur mit einem Vorschaltgerät, das muss dann auch dazu gekauft werden, auch haben sie ein ganz anderes Lichtspektrum. Im Prinzip musst man darauf achten, dass die Lampen in allen wesentlichen Kriterien die Sonne imitieren, die wichtigsten Indikatoren sind Spektrum, Helligkeit und Strahlungswärme, ansonsten bringen sie nicht viel oder schaden sogar.

Technisches

Es wird ein CRI (engl. Colour Rendering Index - Farbwiedergabeindex) von 90 oder mehr empfohlen, vorzugsweise 95-98. Natürliches Sonnenlicht hat einen CRI von 100.

Die Farbtemperatur sollte den perfekten Wert von 5000K (Kelvin) enthalten, das entspricht einem Tageslichtweiß (auch Kaltweiß), aber Temperaturen bis zu 5500k sind in Ordnung. 5500K entspricht der Farbtemperatur der Sonne am Mittag auf dem Äquator.

Die Leuchte sollte ein elektronisches Vorschaltgerät haben, um Flackerprobleme zu vermeiden - wir Menschen sehen das Flackern nicht, Vögel aber sehr wohl und es stellt für sie eine Belastung dar.

Abschließend noch ein paar Tipps

Wie bei jedem elektrischen Gerät sollten die Wellensittiche keinen Zugang zum Kabel haben.

Die Lampe kann an einen Timer angeschlossen werden, so dass das Licht zu einer bestimmten Uhrzeit einschaltet und auch wieder abschaltet.

Lese dazu auch den Artikel über Licht.

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