Durchfall

Durchfall hat viele "Gesichter", und ist nur ein Anzeichen, dass irgendwo etwas nicht stimmt. Es ist lediglich ein Symptom für eine Erkrankung. Es gilt, die Ursache herauszufinden.

Breiiger oder dünnflüssiger, gelblicher Kot zeigt eine allgemeine Verdauungsstörung an, diese wiederum kann durch Bakterien, Viren oder Pilze hervorgerufen werden. Ist der Kot mit Blut durchsetzt, so liegt eine schwere Darmentzündung vor, die sofort medikamentös behandelt werden muss. Flüssiger Kot von grünlicher Farbe deutet auf eine krankhafte Gallenausscheidung. Bei solchen Vögeln ist die Leber nicht in Ordnung.

Dann gibt es noch die harmloseren Ursachen. Wenn lediglich eine leichte Verdauungsstörung vorliegt, sind Haferflocken ein gutes Heilmittel; sie werden meist gerne genommen, wenn die Sittiche sie erst einmal kennen und im Futternapf diese öfter mal vorfinden. Der Wellensittich bekommt schnell einmal Durchfall, wobei man unterscheiden muss zwischen dem Durchfall nach reichlichem Obst und Gemüsegenuss, oder dem immer wieder neu auftretendem Dauerdurchfall, auch ohne den Genuss von Obst und Gemüse.

WICHTIG: Das Letztere gehört unbedingt in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes.

Durchfall muss aber nicht immer ein Krankheitssymptom sein, er kann auch seelische Ursachen haben. Man muss immer die Umstände genau beachten.

Gründe für Durchfall

  • Hat er sich erschrocken, hat er gerade gebadet oder frischen Salat / Obst verzehrt, kann es auch schon mal zu Durchfall kommen. Diese sind aber vorübergehender Natur.
  • War er Zugluft oder starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, hat er ein zu kaltes Bad genommen, dann ist er vielleicht erkältet oder hat sogar eine Lungenentzündung.
  • Bekommt der Wellensittich genügend Grit, das sind die kleinen Steinchen im Vogelsand. Diese braucht er nämlich unbedingt als Verdauungshilfe. Also nur Zeitungspapier zum Auslegen des Bodens reicht nicht.
  • Hat er vom Teller des Menschen gegessen und irgendwelche Speisen zu sich genommen, die schädlich für ihn sind? Vollkommen tabu ist scharf Gewürztes, Salziges, Alkohol, Bohnen, Grapefruit etc.
  • Ist er eventuell mit irgendetwas in Berührung gekommen, was für ihn giftig ist? Zum Beispiel ist bei einer Bleivergiftung der Kot oft schleimig und hellrot. Blei ist z.B. in Gardinenband, Metallgegenständen etc. enthalten. Hat er Plastik gefressen oder an giftigen Zimmerpflanzen oder Blumen geknabbert?

Größte Vorsicht ist geboten, wenn der Durchfall über mehrere Tage geht oder der Vogel gleichzeitig einen schwachen und kranken Eindruck macht. Oder wie oben beschrieben, der Kot eine andere Färbung als sonst besitzt. In diesen Fällen sollte man schnell handeln und beim Tierarzt eine veterinärmedizinische Untersuchung des Kotes vornehmen lassen. Der Kot darf keine Sandbeimischungen enthalten und sollte ziemlich frisch sein. eine ganz bestimmte Krankheit kann man beim Durchfall nicht schließen, da fast alle Krankheiten eines Wellensittichs mit Durchfall einhergehen.

Außer den oben genannten Gründen kann auch eine bakteriologische oder parasitäre Erkrankung vorliegen, innere Krankheiten wie Nierenentzündung, Leberentzündung, Tumore oder auch Infektionskrankheiten.

Besteht der Verdacht auf eine leichte Erkältung oder vorübergehende Unpässlichkeit, kann man den Wellensittich selbst behandeln, indem man ihn mehrmals täglich mit Rotlicht bestrahlt. Dabei hält man einen Abstand von circa 60 cm von der Lampe (je nach Wattzahl) und testet ab und zu, ob die Wärme auch angenehm für den Patienten ist. Bestrahlungsdauer ca. 10 - 15 Minuten. Anschließend sorgt man weiterhin für gleichmäßige Wärme. Außerdem streut man etwas Vogelkohle über das Futter oder verabreicht ihm einen dünnen Kamillentee, der aber nicht mehr warm sein darf. Den Kamillentee kann man mit Vitamintropfen u. einer Messerspitze Traubenzucker anreichern. Während dieser Zeit kein Grünzeug oder Obst.

Tritt keine Besserung ein und in schweren Fällen von Durchfall mit eindeutigen Krankheitsanzeichen - sofort zum Tierarzt. Während des Transportes zum Tierarzt ist der Wellensittich unbedingt warm zu halten.

Zur Behandlung einiger vom Vogel-Facharzt verschriebene Möglichkeiten

Bitte zuerst einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Diese Mittel wurden bisher mit Erfolg bei Durchfallerkrankungen eingesetzt. Zum Teil ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Also nicht herumexperimentieren. Rücksprache mit dem Vogel-Tierarzt ist unbedingt erforderlich.

  • Stullmisan 2ml Stullmisan in 20ml Wasser, 10 Tage lang geben.
  • Daktar Mundgel 1 erbsgroßes Stück aus der Tube in 20ml Wasser auflösen, 10 Tage lang geben. (bei Pilzerkrankungen als Ursache)
  • Bird-Bene-Bac 3x1ml direkt in den Schnabel geben, je Tube an einem Tag.
  • Vogelkohle in das Körnerfutter untermischen, 1-Woche lang.
WICHTIG! Alle Sitzstangen gründlich abwaschen. Wenn die Holzstangen wieder trocken sind, dann mit TEEBAUMOEL bestreichen. Futter und Wasserbehälter täglich auswaschen, damit sich keine Pilze bilden können.

Sehr flüssiger Kot - wie Wasser - ist ein ernstes Krankheitsanzeichen, welches schnellst möglich eine Untersuchung durch einen Facharzt für Vögel fordert. Dieser müsste eine Kotprobe und einen Kropfabstrich machen, um Bakterien, Pilze oder andere Parasiten auszuschließen.

Zudem kann eine größere Flüssigkeitsabsonderung, als Ursache einen Organschaden haben. Bei einer Leberstörung oder Niereninfektion, kann es zu vermehrten Wasseranteil kommen. Bei einem Leberproblem sieht diese Flüssigkeit grünlich aus (Gallenflüssigkeit). Bei einem Problem mit der Niere ist der weiße Kotanteil stark zerlaufen oder nicht mehr vorhanden, stattdessen gibt es flüssigen Urin, der auch gerne mal nur so in kleinen Pfützen abgesetzt wird. Beide Erkrankungen sind gut zu behandeln und bei frühzeitigem erkennen auch heilbar, müssen aber diagnostiziert werden, damit die richtigen Medikamente ausgewählt werden können.

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