Einstreu - von Buchenholzgranulat bis Vogelsand

Einstreu spielt eine wichtige Rolle für die Hygiene und Gesundheit der Vögel. Die Kombination von Futterresten, verschüttetem Wasser und Vogelkot ist ein Milieu, in dem sich Bakterien und Pilze gedeihen können. Die regelmäßige Reinigung des Käfigbodens und Wechseln der Einstreu ist hier das A und O. Die perfekte Einstreu muss jeder Halter selber herausfinden, jeder Belag hat seine Vor- und Nachteile. Bei den vielen Möglichkeiten, die mittlerweile in Frage kommen, hat man die Qual der Wahl. Es ist wichtig, eine Einstreu zu wählen, die unschädlich, geruchlos und schimmelresistent ist. An zweiter Stelle steht die Kontrolle der Kothäufchen. Eine Veränderung im Kot des Wellensittichs kann ein Krankheitsindikator sein, so dass man täglich einen Blick darauf werfen sollte. Sittiche.de möchte eine kleine Hilfestellung geben, welcher Bodenbelag in Käfigen, Volieren oder Wühlkisten verwendet werden kann und die Vor- und Nachteile aufzählen.

Grundsätzlich rate ich von Pellets oder Granulate in zu kleinen Größen ab, es besteht die Gefahr, dass der Wellensittich dieses für Nahrung hält und sich daran verschluckt oder sich ein Teil quersetzt oder sich Spätfolgen einstellen, da diese Einstreu auch sehr saugstark ist. Ungeeignet sind ebenfalls scharfkantige oder spitze Teile, hier ist ein Verletzungsrisiko möglich.

Vogelsand aus dem Handel

Im Handel wird der sogenannte "Vogelsand" angeboten, das ist ein weißer keimfrei gemachter Sand unter Zusatz von Gritsteinchen und Muschelkalk, teils wird auch Anis zugesetzt. Es sollte kein Spielsand verwendet werden, weil man nicht weiß, was darin enthalten ist und ob dieser belastet ist, außerdem backt er bei Feuchtigkeit zusammen (Sandkuchen). Ebensowenig Quarzsand aus dem Baumarkt.

Preis: Beutel mit 2,5 kg = ca. 0,50 €

Vorteile: Mittelmäßige Saugfähigkeit, beí Nässe trocknet Sand schneller durch und fault oder schimmelt nicht so schnell im Gegensatz zu pflanzlicher Einstreu. Ist in kleinen Packungen leicht zu transportieren und aufzubewahren, sowie leicht zu entfernen. Ist für Käfige geringer Größe ideal; man braucht nur eine kleine Menge Sand für den Käfig. Der Kot lässt sich gut kontrollieren. Vielen gefällt der Geruch von Anis. Ist leicht zu beschaffen, gibt es in fast jedem Supermarkt.

Nachteile: Ist nur für kleine Flächen geeignet, für größere Volieren nicht rentabel. Sand ist recht staubig und verteilt sich dann schon mal schnell rund um den Käfig. Für Parkettböden ungeeignet. Die Verschmutzung im Käfig fällt schneller auf.

Besonderheit: Es kann sein, dass Vögel im Krankheitsfall - z.B. bei einem gereizten Kropf - zuviel Sand aufnehmen. Diese übermäßige Aufnahme von Sand kann zum sogenannten "Sandmagen", also zu Verletzungen und Narben führen oder in Verbindung mit Wasser sogar verklumpen.

Buchenholzgranulat

Diese Einstreu besteht aus kleinen Buchenholzstückchen und gibt es in verschiedenen Größen. Die meisten Wellensittich-Halter wählen die mittlere Größe. Diese Stücke sind kantig und hart.

Preis: Zwischen 0,90 € - 1,40 € pro Kilogramm, abhängig von der Packungsgröße, gibt es in Beutelgröße von einen bis 2,5 Kilo, aber auch in 15 Kilo-Säcke oder mehr.

Vorteile: Geringes Gewicht, leichter als Sand. Sieht ordentlicher aus. Es staubt weniger als Sand, es fällt weniger daneben. Angenehmer Geruch. Dient auch als Beschäftigungsmaterial für Vögel.

Nachteile: Kann dazu verführen, den Käfig seltener zu reinigen. Die Schimmelgefahr bei Nässe ist sehr hoch, muss deshalb ständig kontrolliert und bei Bedarf (Nässe, muffiger Geruch) gewechselt werden. Ist teurer als Sand. Der Kot lässt sich schlecht kontrollieren. Ist schwerer zu beschaffen als Vogelsand.

Besonderheit: Grit bzw. Sand muss dann in einem Extra-Napf angeboten werden. In diesem Fall dient der Grit bzw. die Magensteinchen im Vogelsand als "Verdauungshilfe", den die Vögel benötigen.

Hanfeinstreu / Kleintierstreu

Wird aus gehächselten und getrockneten Hanfpflanzen hergestellt. Es gibt bei der Hanfeinstreu verschiedene Qualitätsstufen. Man sollte darauf achten, dass die Beschaffenheit nicht zu grob ist und keine spitzen Teile vorhanden sind.

Preis: Sack mit 150 l (14 kg) = ca. 16,00 €

Vorteile: Ist leicht und sehr ergiebig. Saugt Flüssigkeit gut auf, ohne zu schimmeln und der Geruch ist neutral. Ungezieferabweisend. Unbedenklich für Allergiker. Ideal für Nichtflieger oder Handicap-Wellensittiche, die schon mal von der Stange fallen, sie fallen dann weich und verletzten sich nicht.

Nachteile: Verteilt sich leichter durchs Zimmer.

Besonderheit: Ein schöner Nebeneffekt ist das Hängenbleiben der Federn. Die Federn haften am Hanfstroh.

Heu

Alfalfa-Heu und Timothy-Heu sind gut als Überstreu geeignet. Beide Pflanzen dürfen Wellensittich bedenkenlos fressen in frischer Form oder getrocknet als Heu. Sie nutzen gerne die Heuhalme als Spielzeug.

Preis: Beutel mit 1 Kg = ca. 3,00 €

Vorteile: Gute Beschäftigungsalternative und Futterversteckmöglichkeit. Bindet Federn und Futterspelzen. Kommt der Natur am nächsten. Federt Stürze von der Sitzstange ab, gut geeignet für flugunfähige und gehandicapte Wellensittiche.

Nachteile: Ist nicht sehr saugfähig und kann bei Nässe schimmeln, z.B. bei verschüttetem Wasser aus dem Wassernapf. Wie bei allen anderen Bodenbelägen außer Vogelsand, muss Grit ab und zu in einem Extra-Napf zur Verfügung stehen. Gibt es nicht überall, nur in ausgewählten (Online)Shops.

Anmerkung: Gute Qualität ist wichtig, das Heu sollte unbehandelt sein. Diverse Futtershops bieten gute Heu-Produkte für Kaninchen an, diese kann man auch für Wellensittiche nehmen. Qualitativ hochwertiges Heu ist noch grün und hat lange Halme und wenig Bruch. Nach dem Kauf muss das Heu aus der Plastikverpackung in einen Sack oder ähnliches umgefüllt werden, damit die Luft zirkulieren kann.

Mais-Einstreu

Auch als Mais-Spindel-Granulat bezeichnet. Mais-Einstreu wird aus Maiskolbenspindeln hergestellt und besteht aus sehr kleinen rundlichen Pellets. Es mag vielleicht für andere Tiere wie Nager geeignet sein, aber für Wellensittiche ist diese Einstreu nur bedingt bis gar nicht empfehlenswert. Siehe unter dem Punkt "Nachteile".

Vorteile: Sehr ergiebig, geruchsneutral, staubt nicht, wird nicht nach außen getragen und verbleibt im Käfig, da schwerer als Buchenholzgranulat.

Nachteile: Je nach Herstellungsverfahren ist Maiseinstreu kaum saugfähig, es gibt da Riesenunterschiede. Die Beschaffenheit ist sehr hart. Der Kot lässt sich nicht kontrollieren. Und jetzt zum eigentlichen Nachteil und K.O.-Kriterium: Das Material wäre als Einstreu einigermaßen okay, aber darf auf keinen Fall gefressen werden. Denn es kann dann jahrelang im Körper verbleiben, sich ansammeln und irgendwann Krankheit und sogar Tod verursachen. Der Grund ist, dass die Maispellets Feuchtigkeit aufnehmen und dann aufquellen, was alleine schon zu Problemen führen kann. Desweiteren können, wenn die Einstreu nass ist oder der Mais im feuchten Klima gewachsen ist, Träger vom Aspergillus-Schimmelpilz sein, welches bei Vögeln zu einer Atemwegserkrankung führen kann. Verschlucken kann zum Ersticken führen.

Papierprodukte: Zeitungspapier / Küchenrolle

Zeitungspapier kann theoretisch benutzt werden, da es nicht giftig ist. Was die Druckerschwärze betrifft, diese besteht aus gereinigtem Ruß + Kohlenwasserstoffe + evtl. Mineralöle und Lösungsmittel. Das entspräche der Wirkung von Grafit (Bleistift) oder Kohletabletten. Blei ist auf keinen Fall darin enthalten. Man kann die Zeitungen einige Tage liegen lassen, bevor man sie für irgendetwas benutzt, damit eventuelle Lösungsstoffe sich verflüchtigen.

Einige Halter bevorzugen Küchenkrepp, weil sie so am besten den Kot, zumindest den Nachtkot, kontrollieren können. Sand und Grit gibt es dann in separaten Schalen.

Vorteile: Günstig. Leicht zu beschaffen. Ist eine tolle Sache, staubt nicht, kann man leicht auswechseln. Man kann mehrere Lagen Papier übereinander legen. Erlaubt die Kontrolle der Kotbeschaffenheit.

Nachteile: Sieht vielleicht etwas lieblos und nicht "ansehnlich" aus. Einzelne Lagen rascheln eventuell. Kein Papier mit scharfen Kanten verwenden.

Bemerkung: Beim Einkauf wird ja Obst und Gemüse auf dem Markt auch meistens in Zeitungspapier eingewickelt. Hochgiftig ist die ganze Angelegenheit nicht, vielleicht nur unappetitlich. Das gilt allerdings nur für die herkömmliche Zeitung (Schwarz-Weiß-Druck). Auf Farbseiten, Hochglanzmagazin-Seiten oder Zeitschriften mit farbiger Tinte sollte man verzichten, da diese Tinten schädliche Chemikalien enthalten können. Für alle, denen Zeitungspapier nicht geheuer ist, die auf Nummer sicher gehen möchten: Man kann auch Packpapier oder Küchenrolle benutzen.

Katzenstreu

Es gibt mehrere Arten von Katzenstreu. Alles ist gefährlich. Diese Einstreu enthält Inhaltsstoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen und auf mehr als das 10-fache ihrer Größe anschwellen können, was möglicherweise zum Aufsaugen sämtlicher Magensäure und zum Magen-Darm-Verschluss und somit zum Tod führen kann. Auch wenn es nicht gefressen wird (welcher Halter kann da schon sicher sein), besteht die Gefahr, dass eine zu feine Katzenstreu eingeatmet wird und dann die Atemorgane geschädigt werden. Katzenstreu kann auch beim Verzehr giftig sein. Außerdem absorbieren diese Produkte die flüssigen Bestandteile des Kots, so dass es eine eventuelle Kotuntersuchung erschwert.

Tipp: Eine Möglichkeit ist, diverse Bodenbeläge/Einstreusorten miteinander zu kombinieren, so machen das zumindest einige Halter. Zum Beispiel ganz unten eine Lage Zeitungspapier, welches Flüssigkeit gut aufsaugt und den Käfigboden schont, dann Waldboden-Überstreu und darüber eine Schicht Vogelsand. So können die Vögel zusätzlich noch auf Sand und Waldboden laufen, was ihrer natürlichen Umgebung sehr nahekommt und zusätzlich im Sand nach Gritsteichen suchen. Gleichzeitig hat man durch den hellen Sand noch die Möglichkeit, den Kot zu kontrollieren. Natürlich muss das alles regelmäßig ausgewechselt werden.

Einstreu-Produkte

Buchenholzgranulat fein
Buchenholzgranulat fein

Buchenholzgranulat mittel
Buchenholzgranulat mittel

Heu-Einstreu
Heu-Einstreu

Vogelsand
Vogelsand

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