🐦 Der Bergsittich - engl. regent parrot
lateinische Bezeichnung: Polytelis anthopeplus
Gattungsgruppe: Prachtsittiche
Der Bergsittich (Polytelis anthopeplus) gehört zu den ruhigen, aber eleganten Großsittichen Australiens. Seine Gesichtstöne sind eher blass gelblich-oliv. Sein harmonisches Spiel aus Oliv- und Gelbtönen, kombiniert mit hoher Flugfreude und sicherer Flugtechnik, macht ihn in freier Wildbahn sowie in artgerechter Haltung zu einem faszinierenden Vogel.
🐦 Kennzeichen (Aussehen)
Größe: ca. 38–42 cm
Gewicht: ca. 150–200 g
Männchen
- Kopf und Nacken blass gelblich-oliv
- Brust und Bauch überwiegend gelblich
- Rücken olivgrün
- Flügel: kleine Flügeldecken gelb, mittlere Flügeldecken rötlich, äußere dunkel
- Handschwingen mit dunklen Außenfahnen (dunkelblau bis schwarzblau)
- Unterflügeldecken und Bürzel gelblich
- Schwanzoberseite schwarzblau, Schwanzunterseite gelblich
- Schnabel rot, Iris rotbraun, Beine grau
Weibchen
- Kopf und Unterseite überwiegend olivgrün bis blass gelblich-oliv
- Farbkontraste insgesamt dezenter als beim Männchen
- Schwanzfedern eher dunkel blaugrün
Jungvögel
- Gefieder zunächst wie bei den Weibchen
- Jugendmauser beginnt ca. mit 6 Monaten
- Volle Ausfärbung erreicht etwa mit 12–15 Monaten
🎨 Unterarten
Es werden zwei Unterarten unterschieden:
- Polytelis a. anthopeplus – nominatform: südöstliches Australien (südwestliches New South Wales, West-Victoria)
- Polytelis a. westralis – westlicher Bergsittich: südliches Westaustralien; etwas kompakter und mit olivfarbenerem Kopf- und Brustbereich
🌍 Verbreitung, Herkunft & Lebensraum
Endemisch in Australien. Die genaue Verbreitung hängt von der Unterart ab: Nominatform im Südosten, westralis im Südwesten.
Bevorzugte Lebensräume sind:
- Eukalyptuswälder
- Baumsavannen und Buschland
- Uferwälder entlang von Flüssen
- Akazien-Buschland
- In landwirtschaftlich geprägten Regionen auch Getreidefelder und Weideland
Haltung
Bergsittiche sind ausgezeichnete Flieger mit großem Bewegungsdrang — sie sind nicht für kleine Käfige geeignet. Artgerechte Haltung erfordert viel Platz, Beschäftigung und Rückzugsmöglichkeiten.
- Keine Käfighaltung
- Mindestmaß Außenvoliere: 5 m × 5 m × 2,5 m (empfohlen)
- Schutzraum / Innenraum für Freiflug: mind. 2 m × 1,5 m × 2 m
- Aktivitätsrhythmus: vorwiegend morgens und abends
- Rufe können laut und schrill sein — Nachbarschaft beachten
- Gut vergesellschaftbar mit anderen Großsittichen und Papageien; Kombination mit Wellensittichen möglich, wenn ausreichend Raum vorhanden ist
Verhalten / Leben in der Natur
- Lebensweise: paarweise, in Familienverbänden oder kleinen Gruppen (bis ~20 Tiere); in einigen Regionen auch Schwärme >100 Tiere
- Nahrungssuche: sowohl in Bäumen als auch am Boden, vorrangig morgens und abends
- Flug: schnell, wendig, mit auffälligen Kontaktrufen
🥬 Ernährung
Natürliche Kost umfasst:
- Grassamen und Wildsamen
- Blüten, Blattknospen und Grünfutter
- Früchte und Beeren
- Nektar und gelegentlich Kleininsekten
In menschlicher Obhut eignet sich eine abwechslungsreiche Mischung aus hochwertigem Körnerfutter und frischem Futter (Gemüse, Obst, Grünfutter). Maiskolben (halbreif), Hirse, Hafer und spezielle Wildsamenmischungen sind geeignet; Sonnenblumen nur in Maßen.
Brut
- Brutzeit: in Australien überwiegend August bis Januar (vereinzelt bis in den Mai)
- Nistplatz: meist Baumhöhlen in Eukalyptusbäumen
- Gelegegröße: 4–6 Eier
- Brutdauer: ca. 21 Tage
- Nestlingszeit bis zum Flüggewerden: ca. 6 Wochen
- Paare nutzen oft wiederkehrend denselben Brutplatz
