Der Wellensittich - engl. budgerigar

lateinische Bezeichnung: Melopsittacus undulatus

Wellensittich, grüner Plattschweifsittich mit gelber Maske und Wellenzeichnung.

Gattungsgruppe: Plattschweifsittiche, Unterfamilie: Melopsittacus

Kennzeichen (Aussehen)

Der Wellensittich ist an zahlreiche auffällige Merkmale angepasst, die ihn in der Natur und als Haustier bekannt machen. Es folgt die Beschreibung der Urform.

  • Körperlänge etwa 18 cm, schlanker Bau
  • Wildtyp: grasgrünes Gefieder, gelber Kopf, gelbe Maske, schwarze wellenförmige Zeichnungen am Rücken
  • Blauer Wangenfleck und schwarze Kehltupfen
  • Handschwingen: Schwarz mit einer gelben Säumung.
  • Schwanzfedern: Dunkelblau.
  • Kurz gebogener Schnabel, graue zygodactyle* Füße
  • Bei Zuchtformen große Farbvielfalt möglich

Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen

Geschlechtsspezifische Merkmale zeigen sich besonders an der Wachshaut und im Verhalten.

Bei Männchen ist die Wachshaut meist blau, bei Weibchen braun oder beige. Weibchen erscheinen kompakter und zeigen oft ein dominanteres Verhalten, besonders während der Brutzeit. Männchen sind meistens gesprächiger und zutraulicher.

Mutationen

Durch Zucht sind zahlreiche Mutationen und Farbkombinationen entstanden, außer Rottöne. Das Gefieder kann, abhängig von der Linie, auch Hauben oder Besonderheiten in Struktur und Farbverteilung aufweisen.

Verbreitung (Herkunft und Lebensraum)

Die Heimat des Wellensittichs ist Australien, wo er als Nomade das trockene Buschland besiedelt. Er folgt den Regenfällen und lebt daher häufig in wechselnden Schwärmen. Heute ist der Wellensittich auch weltweit als Ziervogel weit verbreitet. In einigen Regionen außerhalb Australiens existieren verwilderte Bestände. Bevorzugte Habitate sind offene Savannen und Regionen mit Zugang zu Wasser.

Ernährung

Die Ernährung des Wellensittichs ist vielfältig und an das Leben in trockenen Graslandschaften angepasst. In Australien ernährt er sich vor allem von:

  • Reifen und halbreifen Grassamen, besonders von Spinifex-Gräsern (Triodia spp.)
  • Weitere Wildgräser wie Mitchell-Gras (Astrebla spp.), Kängurugras und andere Trockengewächse
  • Samen von Stauden und Kräutern

In der Heimtierhaltung sollte die Nahrung umfassen:

  • Hochwertige Körnermischungen (Grassamen, Hirse, Kanariensaat)
  • Frischfutter: Gemüse, Wildkräuter, wenig Obst
  • Mineralstoffe (z.B. Sepiaschale, Grit)
  • Immer frisches Wasser bereitstellen
  • Keine fettigen oder zuckerhaltigen Speisen füttern

Brut

Die Brutbiologie des Wellensittichs zeigt interessante Anpassungen an das Leben in Australien. Wichtige Merkmale sind:

  • Brut in Baumhöhlen oder Astgabeln
  • Gelegegröße meist 4–6 Eier
  • Alleinige Bebrütung durch das Weibchen
  • Schlupf der Jungen nach ca. 18 Tagen
  • Jungvögel werden 4–5 Wochen im Nest gefüttert und betreut
  • Brutbereitschaft wird von Nahrungsangebot und Klima gesteuert, nicht strikt jahreszeitlich
  • In Menschenobhut sind spezielle Nistkästen erforderlich

Verhalten / Verträglichkeit mit anderen Arten

Wellensittiche sind hochsoziale Schwarmvögel, die bei Einzelhaltung rasch Verhaltensstörungen entwickeln können. Das typische Verhalten ist lebhaft, neugierig und verspielt. Ihr Lautrepertoire umfasst Zwitschern, Trillern und gelegentlich lautes Schreien. Bei anderen Sitticharten besteht meist Verträglichkeit, größere Papageien sollten jedoch gemieden werden. Mit ausreichend Platz und Zuwendung können sie sehr zahm werden.

Kommentare / Besonderheiten

Wellensittiche gelten als besonders lernfähig, einige lernen sogar einzelne Wörter oder Nachahmungen von Melodien. Sie sind anpassungsfähig und brauchen täglich Freiflug und Beschäftigung wie Schaukeln oder Kletteräste. Ihre wissenschaftliche Entdeckung und Erforschung begann im 19. Jahrhundert. Als Heimtiere werden sie weltweit geschätzt.

Die australischen Wellensittiche sind ungefähr 18 cm groß, Schauwellensittiche (Standards) werden mittlerweile bis 25 cm groß.

*Der Begriff zygodactyl bezieht sich auf die Anordnung der Zehen auf dem Fuß von Vögeln. Bei der zygodactilen Anordnung sind die ersten und vierten Zehen nach hinten gerichtet, während die zweiten und dritten nach vorne zeigen. Diese Anordnung ist beispielsweise für Papageien, Eulen und Kuckucks typisch.

Ein guter Kollege ist der charmante Nymphensittich mit der wunderschönen Haube, der ebenfalls aus Australien stammt. Mehr dazu im Nymphensittich-Steckbrief.