Rote Vogelmilbe / Parasiten (Dermanyssus gallinae)

Bei den Vogelmilben gibt es zwei Arten, einmal die rote Vogelmilbe, die hier behandelt wird, da sie sehr oft Wellensittiche befällt und die nordische Vogelmilbe, die seltener vorkommt. Der Unterschied besteht darin, dass die rote Vogelmilbe nachtaktiv ist und beim Befall mit der nordischen Vogelmilbe der Wellensittich tagsüber belästigt wird.

Definition

Die roten Vogelmilben sind äußerst gefährliche Parasiten und wurden bei Tauben, Greifvögel und einigen Papageien nachgewiesen, insbesondere bei Haltung in Außenvolieren. Sie befallen den Vogel fast ausschließlich nachts, krabbeln dabei auf Haut und Federn herum und saugen Blut. Nachdem sie sich mit Blut vollgesogen haben, verstecken sie sich tagsüber in irgendwelchen Ritzen oder sonstige Verstecke in der Nähe, sie leben also nicht permanent auf den Vögeln so wie die Grabmilbe. Die weibliche Milbe hat eine Größe von 0,8 mm Länge und 0,4 mm Breite, die männliche Milbe ist 0,6 mm lang.

Sie benötigen das Blut, welches sie aufnehmen für ihre Fortpflanzung. Innerhalb von 24 Stunden nach der Nahrungsaufnahme ist die Milbe soweit und wird viele Eier legen. Der Lebenszyklus - vom Ei zur erwachsenen Milbe - ist in weniger als einer Woche abgeschlossen, das bedeutet, dass sich die rote Vogelmilbe ohne Bekämpfung rasend schnell vermehrt und sich eine beachtliche Population entwickelt.

Ansteckung / Übertragung

Gefährdet sind hauptsächlich Vögel, die draußen leben, auch Wellensittiche aus Außenvolieren. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt. Jeder Vogel, der Kontakt mit einem kontaminierten Vogel hatte, ist Überträger, vorzugsweise befallen sie Vögel, wenn diese nicht mehr vorhanden sind allerdings alternativ auch Säugetiere wie Mensch und Tier. Interessant ist, dass die Milben sogar lange Zeit getrennt vom Wirt überleben können und das monatelang.

Wenn sie sich einmal im Haushalt befinden, weil ein Tier, Mensch oder Vögel diese eingeschleppt haben, können sie in Teppiche, Möbel oder Betten gelangen, überall dort, wo kein Sonnenlicht sie erreicht, deshalb ziehen sie sich tagsüber auch in Ritzen und Spalten zurück, wo es dunkel ist.

Symptome / Schadwirkung

Folgende Symptome sind typisch für einen Befall mit der roten Vogelmilbe:

  • starke Unruhe, vor allem nachts
  • nächtliche Panikattacken
  • Tagesmüdigkeit aufgrund Schlafmangel (die Milben saugen nachts das But)
  • Lustlosigkeit
  • ständiges Kratzen, Herumnesteln am Gefieder / Juckreiz (aufgrund entzündeter Hautstellen)

Die hauptsächliche Schadwirkung besteht im Blutverlust und einer daraus resultierenden Anämie. Nestlinge und Jungvögel können am Blutverlust sterben, ebenso brütende Vögel. Im fortgeschrittenen Stadium magern auch ältere Wellensittiche ab und können sogar sterben.

Wegen des starken Juckreizes und anschließenden Kratzens der Haut kann es auch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen.

Rote Vogelmilben können auch Menschen befallen, wenn sie hungrig sind und keinen Vogelwirt vorfinden.

Diagnose / Nachweis

Ohne Vergrößerung sind sie nur schwer zu erkennen, sobald sie sich mit Blut gefüllt haben, erscheinen sie als rote sich bewegende Partikel. Sie halten sich gerne im Stirnbereich des Wellensittichs auf, weil sie dort schneller an die Haut gelangen, aber auch an den Beinen und Füßen. Wenn man lange genug hinschaut, sich konzentriert und gute Augen hat, kann man auch mit bloßem Auge winzige rote Flecken finden.

Um die Rote Vogelmilbe ganz sicher nachzuweisen, legt man abends ein weißes Tuch über den Käfig und wenn dieses am frühen Morgen zahlreiche dunkelrote oder schwarze bewegliche Pünktchen oder winzige braune Flecken aufweist, handelt es sich um die Rote Vogelmilbe.

Einige Tierärzte kleben durchsichtiges oder weißes Klebeband an der Unterseite der Sitzstangen, sobald sich bei der nächsten Kontrolle rote Punkte an diesen Stellen befinden, ist es die rote Vogelmilbe. Rote Punkte = mit Blut vollgesogene Milben. Graue Punkte = nicht vollgesaugte Milben. Braune Punkte = Milbenkot.

Behandlung

Als gut verträgliches Mittel hat sich Exner Petguard bewährt, es ist völlig ungiftig. Es verstopft die Atemwege der Parasiten, so dass diese absterben, für den Vogel ist dieses Mittel nicht schädlich. Nicht nur die Vögel, sondern auch alle Gegenstände des Käfigs und in der näheren Umgebung müssen eingesprüht werden. Auch unter den Flügeln sollte gesprüht werden. Diese Behandlung sollte täglich über 10 Tage erfolgen und dann noch einmal wöchentlich über mindestens 3 Wochen, um sicherzugehen, dass auch alle Nachkommen der Milben zerstört wurden.

Achtung: Bitte niemals das Gelege eines Vogels mit diesem Mittel besprühen, da es die Poren der Eier verschließen würde, worauf die Vogel-Embryos ersticken!!!

Es gibt auch noch andere Behandlungsmethoden, die aber für den Vogel nicht ganz ungefährlich sind. Tierärzte behandeln gewöhnlich mit dem Wirkstoff Ivermectin.

In der Regel müssen alle Vögel mitbehandelt werden. Um eine Re-Ansteckung zu vermeiden.

Wie oben schon erwähnt, kann die Milbe monatelang ohne Wirt und Nahrung in irgendwelchen Ritzen und Spalten überleben - da sind die Milben nicht wählerisch. Dort werden sie gewöhnlich nicht entdeckt. Auch sind diese Milben sehr vermehrungsfreudig. Von daher ist die Behandlung sehr langwierig, weil diese Milben auch nach einer vorerst erfolgreichen Behandlung wieder auf die Vögel losgehen können.

Darum ist es unter allen Umständen wichtig, auch die Umgebung gewissenhaft zu reinigen, um einen Wiederbefall zu behindern. Dazu wird oft empfohlen, den Käfig ebenfalls mit einem Kontaktinsektizid zu behandeln, aber so, dass der Vogel selber nicht mit diesem Mittel in Berührung kommt, die Wellensittiche dürfen NIEMALS damit direkt eingesprüht werden!!!

Wichtig bei Milbenbefall ist peinliche Sauberkeit. Alle Käfiggegenstände müssen mit heißem Wasser abgewaschen werden. Auch die Käfigumgebung ist nach einem Milbenbefall zu reinigen oder desinfizieren.

Wer einen Dampfreiniger besitzt, kann diesen auch einsetzen, um in Spalten oder Ritzen, in denen sich Milben verstecken, zu reinigen.

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