Story 5: Freiheitsliebe

Hallo Piepmätze!

Ich möchte Euch ein kleines Erlebnis berichten, dass ich mit den Wellis meiner Schwester erlebt habe.

Ich selbst habe seit über 15 Jahren Wellensittiche und kenne mich nach der langen Zeit natürlich gut mit ihnen aus, aber Astrid war damals ein ziemlicher Neuling auf dem Gebiet. Aber in ihrer neuen Wohnung, (sie wohnte zum ersten Mal allein) war es ihr einfach zu still, und so holte sie sich Skaby und Mauritz ins Haus.

Eines Abends, die Vögel waren 3 Wochen vorher bei ihr eingezogen, bekam ich einen Anruf von Astrid: "Ingrid, komm' schnell! Mauritz ist ausgebüxt und ich kann ihn nicht wieder einfangen!". Ich war zwar gerade erst nach Hause gekommen, aber ein Wellensittich in Not hat Vorrang vor dem Feierabend! Also sprang ich in Gummistiefel und Regenjacke (es regnete in Strömen!) und lief zur Wohnung meiner Schwester. Dort angekommen war guter Rat teuer. Die Vögel waren nämlich nicht im mindesten zahm, und Mauritz drehte im Wohnzimmer eine Runde nach der anderen, während Astrid ihm hilflos zusah. Wie fängt man einen Wellensittich, der nicht zahm ist und nicht im Traum daran denkt, sich friedlich einfangen zu lassen? Da fiel mir ein, dass ich irgendwo einmal gelesen hatte, dass Wellensittiche im Dunkeln nichts sehen und sich daher im Dunkeln auch nicht bewegen. Es war zwar nicht die feine englische Art, aber einen Versuch war's wert.

Wir warteten also, bis Mauritz sich niederließ, dann schlich ich mich in Fangposition an ihn heran, und Astrid machte das Licht aus. Es wurde zappenduster. "Tapp, tapp, tapp." - "Astrid, mach' das Licht wieder an! Er hat sich bewegt!". Astrid machte das Licht wieder an, ich orientierte mich neu und Astrid machte das Licht wieder aus. "Tapp, tapp, tapp, tapp." - "Astrid! Er hat sich wieder bewegt! Mach' das Licht an!". Beim vierten Anlauf konnte ich endlich zugreifen, bevor Mauritz wieder auf Wanderschaft ging! "Astrid! Ich hab' ...aua, mein Finger! Mach' das Licht an! Schnell! Wo ist der Käfig? Autsch!!!". Und ehe er sich versah, saß Mauritz wieder bei seinem Kumpel im Käfig! Geschafft! Nachdem mein Finger mit einem Pflaster versehen war, habe ich Astrid erst einmal einen Vortrag gehalten über die Zähmung von Wellensittichen und die Sicherung von Wellensittichkäfigen!

Das war von knapp 2 Jahren. Skaby und Mauritz erfreuen sich immer noch bester Gesundheit und sind beide zahm. Auf die Hand kommen sie zwar nicht gern, aber wenn man ihnen ein Stöckchen hinhält, klettern sie darauf und man kann sie so in der Gegend herumtragen. Das Einfangen mittels "ägyptischer Finsternis" wird sich also, Gott sei Dank, nicht wiederholen. Mir ist das nur recht, nicht zuletzt meiner Finger zuliebe!

Viele Grüße, Ingrid, Spirou & Spip (Tschiep!)

von Ingrid Fleck

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