Story 6: Mäxchen

Ich hatte mal einen Wellensittich, der wollte immer total in die Familie miteinbezogen werden. Am Anfang hielt meine Mutter Abstand zu "Mäxchen", doch mit der Zeit wurde das Verhältnis der Beiden immer besser. Morgens, wenn ich in der Schule war, saß Mäxchen immer auf der Schulter von meiner Mutter und war bei allem mit dabei.

Einmal hat meine Mutter gespült, da fiel Mäxchen ins Wasser, doch meine Mutter rettete es wieder heraus. Eines Nachmittags kam ich aus der Schule. Sonst kam Mäxchen immer zu mir geflogen, wenn ich kam, doch diesmal war es nicht da. Ich suchte und suchte und auf einmal sah ich es. Ich stieß erst einen gellenden Schrei aus, dann musste ich furchtbar lachen! Wir hatten da nämlich noch so ein Stövchen, wo man Teekannen draufstellt und ein Teelicht drunter stellt, damit der Tee warm bleibt. Dieses Stößchen war schwarz und Mäxchen, was darauf saß, war auch schwarz. Der normalerweise himmelblau-weiße Vogel war schwarz. Besonders der Kopf war betroffen. Da half kein schreien und kein beißen, ich schnappte mir Mäxchen und duschte es. Danach war es immer noch nicht richtig sauber. Doch mit der Zeit war auch Mäxchen wieder normal.

Ab und zu durfte Mäxchen auch an den Frühstückstisch. Es lief - zum Ärger von meinem Vater - auf dem Tisch herum und pickte neugierig auf den Tellern herum. Dann setzte es sich auf den Rand meines Kakaobechers und glupschte neugierig hinein. Auf einmal machte es einen Platsch und Mäxchen lag im Becher. Es kam aber direkt wieder heraus. Wir lachten und lachten und lachten. Das Vieh schüttelte sich und kam natürlich direkt erschrocken zu mir geflogen. Wir schrieen wie am Spieß, weil Mäxchen alle mit Kakao voll sprenkelte. Auch dann musste Mäxchen duschen.

Mäxchen konnte auch sprechen. Ich hatte zu seinem Geburtstag eine Party gemacht und seit dem konnte es sprechen. Am Anfang hat Mäxchen uns immer total fest ins Ohr gehackt. Dann bekam ich einen Tipp. Immer wenn Mäxchen mich nun ins Ohr biss, scheuchte ich es mit einem Schlag meiner Hand von der Schulter. Schimpfend flog es dann weg. Das mag sich nun total brutal anhören, mir hat es auch nach jedem Schlag leid getan, aber wir wurden danach noch festere Freunde.

Mäxchen saß auch bei meinen Hausaufgaben dabei, fraß zu meiner Freude mein Mathebuch an, kackte öfter mal auf meine Hausaufgaben und saß auf meinem Füller herum wenn ich am schreiben war. Ich passte natürlich immer auf, dass es keine Tinte fraß!!! dafür fraß es dann meine Tapete! Meine Mutter war am Rande der Verzweiflung! Doch wir alle liebten Mäxchen sehr.

Es saß auch öfter mal auf der Brille meines Vaters. Aber so dann und wann beugte es sich herunter und biss meinem Vater kräftig in die Nasenflügel. Davon war dieser natürlich total begeistert!!! Aber es konnte auch total lieb sein. Wenn ich traurig war merkte es das und trällerte um so lustiger. Oder es gab Küsschen auf die Backe. Mäxchen hatte schon mal einen Flügel gebrochen und war deshalb so zutraulich. Als wir dann einen Wellensittich zu Mäxchen dazu kauften, gab es erst einmal nur Streit. Mäxchen wollte lieber bei der Familie bleiben. Doch nach einiger Zeit merkte es, dass es trotzdem bei uns sein durfte und dass "Pucki" doch ganz in Ordnung war. Dann kraulten sich die Beiden und fütterten sich.

Ich habe so sehr geweint, als Mäxchen gestorben ist!! Einen so zahmen Wellensittich habe ich nie wieder bekommen!

Viele, viele Welli Grüße auch im Namen von Pucki und Snoopy

von Tabea

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