Die optimale Innenvoliere

Ab wann darf sich eine Behausung "Voliere" nennen? Das Wort Voliere kommt aus dem Französischen, das Wurzelwort lautet "voler" und entspricht dem spanischen Wort "volar", was so viel wie Fliegen bedeutet. Also ist mit Voliere auch eine etwas größere Einrichtung für Vögel gemeint, in der die Möglichkeit zum Fliegen der Insassen besteht.

Eine Voliere bietet sich immer dann an, wenn mehrere Wellensittiche untergebracht werden sollen und da stoßen die handelsüblichen Käfige oftmals an ihre Grenzen.

Auch für Pärchen ist eine Voliere supergut geeignet, wenn man genug Platz in der Wohnung hat und dem typischen Erkundungsdrang und Spieltrieb der Wellensittiche in einer ausreichend großen Unterbringung entgegenkommen möchte. Eine Voliere lässt sich großzügiger und kreativer einrichten und man kann den Wellis ein richtiges Paradies bieten, wenn man genug Fantasie oder handwerkliches Geschick hat.

Für Wellensittiche gilt: Zu groß gibt es nicht. Wer also den Platz und das nötige Geld ausgeben kann, investiert lieber in eine größere Voliere. Der tägliche Freiflug sollte trotz geräumiger Voliere stattfinden und darf nicht gestrichen werden.

Material und Farbe

Im Handel werden Volieren aus verschiedenen Materialien und Beschichtungen angeboten. Hier ist besonders auf die Verträglichkeit und Ungiftigkeit des Materials zu achten, da Wellensittiche, die gerne das Gitter benagen, giftige sich ablösende Partikel aufnehmen könnten.

Holz: Außer als Rahmen für eine Selbstbauvoliere, wird Holz für handelsübliche Volieren nicht eingesetzt. Käfige oder Volieren aus weichem Holz sind für Wellensittiche wegen ihrer Nagefreudigkeit eher ungeeignet. Das harte Holz der Buche ist dagegen optimal.

Chrom: Von einer Chromgefahr ist mir derzeit nichts bekannt. Es ist immer die Frage, sind die Volieren tatsächlich verchromt oder sind sie chromfarben. Die Farbe Chrom sagt nichts über das tatsächliche Material aus. Auch gibt es unterschiedliche Chromlegierungen.

Messing: Hier scheiden sich die Geister. Die einen sind der Meinung, dass Messing giftig sei, wiederum andere sind vom Gegenteil überzeugt. Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink.

Lack/Kunststoff: Viele Gitter handelsüblicher Volieren sind mit Lacken versehen. Beim Benagen brechen kleinere Stücke heraus und landen im Magen der Wellensittiche, wo sie Schaden anrichten können. Wenn man die Fingernagelprobe macht und sich dabei schon die Beschichtung löst, ist das Gitter völlig ungeeignet.

Hammerschlag/pulverbeschichtet: Jahrelang wurde Hammerschlag in den Foren angepriesen, mittlerweile gibt es Billigmodelle, die auf diesen Zug aufgesprungen sind, aber deren Qualität nicht dem entspricht, was man davon erwartet hat. Lieber für Qualität etwas mehr bezahlen und die Gewissheit haben, dass man ein Produkt erworben hat, welches wirklich gut verarbeitet und unbedenklich ist, als auf irgendein Billigimport zurückzugreifen, welches nur mit "Hammerschlag-Optik" wirbt, aber deren Optik nur dünn aufgetragen ist und unter Umständen leicht abblättert. Echter Hammerschlag ist giftig, hält aber einen Schlag mit einem Hammer aus und blättert nicht ab.

Pulverbeschichtungen, deren Beschichtung an einigen Stellen zu schwach ist und sich auflöst, sind für Wellensittiche gesundheitsschädlich.

Zink: Eigentlich ein Spurenelement, welches der Körper in Spuren benötigt, aber eine zu hohe Konzentration führt zu Zinkvergiftung, die oftmals tödlich endet. Handelsübliche Käfige und Volieren sind häufig verzinkt, um sie vor Korrosion zu schützen. Sollte man sich für Zink entscheiden, muss man auf eine sorgfältige Verarbeitung achten. Gefährlich sind sogenannte Zinknasen, also schlecht verarbeitete Gitter mit überstehender Legierung, die bei feuerverzinktem Metall entstehen können und die beim Benagen im Vogelmagen gelangen können. Bei galvanisch verzinktem Draht entstehen keine Zinknasen.

Edelstahl: Dieses Material ist für Vögel unbedenklich, wohl aber deutlich teurer.

Farbe: Sind die Gitterstäbe metallglänzend, weiß oder pastellfarben, dann reflektieren sie Licht und behindern die Sicht der Wellensittiche, im schlimmsten Fall tritt bei starker Sonnenstrahlung eine starke Blendwirking ein. Vorzuziehen sind dunkle Farben sowie Metalle, die mattiert sind.

Bauweise

Längs- oder Querverstrebung:
Die Verstrebung sollte an mindestens zwei Seiten der Voliere waagerecht verlaufen. Das Klettern an senkrechten Gittern ist mühevoller, da Wellensittiche dort leicht abrutschen, gesunde Vögel haben damit kein großes Problem, flugunfähige oder anderweitig gehandicapte Wellis kommen damit aber gar nicht klar.

Turmvolieren:
Diese Volieren sind zum Teil ungeeignet, da sie von der Grundfläche oftmals zu klein sind und mehr in die Höhe gehen . Wie bereits hier erwähnt, sind Wellensittiche keine Hubschrauber, sie brauchen Platz zum Fliegen in der Waagerechten. Solche Volieren sind meistens mit einem (Spitz)Dach versehen, wodurch es im Inneren viel zu dunkel ist. Auch bringt es weitere Nachteile mit sich, da man so keine Schaukeln oder anderes Spielzeug oben befestigen kann. Wenn man Turmvolieren kauft, unbedingt darauf achten, dass diese auch eine genügende Breite aufweisen und besser kein Dach besitzen.

Tür und Tor
Je größer die Voliere, desto mehr Türen und Zugriffssmöglichkeiten sollten vorhanden sein, um bequem alle Ecken erreichen zu können, zum Beispiel für Fütterung oder Reinigung.

Kotgitter
Viele dieser handelsüblichen Volieren sind mit einem Kotgitter ausgestattet, welches über dem Sandschuber steckt. So wird verhindert, dass die Wellensittiche in ihrem Kot herumwühlen, allerdings steht ihnen so auch nicht mehr die Möglichkeit offen, auf dem Boden zu spielen oder Sand bzw. Grit aufzunehmen, welches dann unbedingt in einem Extranäpfchen angeboten sollte. Will man das Kotgitter entfernen, entsteht ein ungefähr 2,5 cm großer Spalt zwischen Schublade und Käfig, der unbedingt geschlossen werden muss. Möglich wäre eine provisorische Schiene z.B. aus Plexiglas mit Kabelbinder (passgerecht zugeschnitten) dafür zu verwenden.

Standort:
Für den Standort gelten die bereits in diesem Artikel beschriebenen Punkte.

Volieren selber bauen

Eine weitere Möglichkeit, eine geräumige Voliere zu bieten, wäre ein Eigenbau. Auch hier gelten die vorherigen Kriterien, also die Wahl eines ungiftigen Gitters, am besten Edelstahlverdrahtung, weil es ungiftig ist, sowie Aluminium und ein stabiles ungiftiges und unbehandeltes Holz für die Rahmen, welches den Schnäbeln der Vögel standhält. Bei der Verarbeitung muss man darauf achten, dass keine spitzen Kanten und Ecken herausragen und möglichst abgedeckt sind, damit sich die Vögel nicht verletzen können. Der Vorteil beim Selbstbau einer Sittichvoliere liegt darin, dass man es den Gegebenheiten des Wohnraums anpassen und Eingänge, Futterplätze etc. so anlegen kann, wie es einem am besten gefällt.

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