Gegen Einzelhaltung von Wellensittiche, Sittiche + Papageien
Teil 2: Statements von Lesern

Nachfolgend noch einige Stimmen, die diese Aktion unterstützen bzw. befürworten:
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Themen der Rubrik

Julia

Mein Freund und ich haben uns vor 6 Wochen einen süßen grünen Welli gekauft. Er heißt Poldi (weil er so frech ist wie ein kleiner grüner Drache und ziemlich verfressen). Für uns stand von Anfang an fest, dass wir noch einen zweiten Welli kaufen, sobald Poldi zahm geworden ist. Nun, gesagt getan:

Poldi wurde nach kürzester Zeit zutraulich, kam auf den Finger und spielte mit uns (oder wir mit ihm?). Dann haben wir 3 Wochen später einen zweiten gefiederten Freund gekauft namens Krümel. Er ist türkis und ebenfalls sehr süß. Bei den beiden handelt es sich um Jungvögel, die beim Kauf nicht älter als 12 Wochen waren. Der Kleine (Krümel, er ist im Gegensatz zu Poldi wirklich ein Winzling) kommt jetzt auch langsam auf den Finger und guckt sich so allen Schabernack vom Großen ab.

Es ist wirklich so, wenn wir die beiden Wellis so beobachten, stellen wir jedes Mal fest, wie schön es ist, ihnen beim Spielen, gegenseitigem Füttern und Kraulen zuzuschauen. Das kann ihnen kein Mensch, auch wenn er sich noch so liebevoll und intensiv um sie kümmert, geben.

Es ist wirklich ein Vorurteil, dass nur allein gehaltene Vögel zahm werden!!!

Viel lauter sind die Kleinen auch nicht und mehr Dreck machen sie auch nicht. Ob ich nun zwei Futternäpfe füllen muss oder einen, das spielt auch keine Rolle. Was meint Ihr, wenn wir mit Kolbenhirse auf dem Finger nur in die Nähe des Käfigs kommen, hüpfen die Zwei schon ganz gierig ans Käfiggitter, um auch ja Erster zu sein. Dann kommen auch beide bereitwillig auf den Finger, bzw. die Finger. Denn wenn es ums Futter geht, kennen Wellis keine Gnade. Also den einen auf die linke Hand, den anderen auf die rechte Hand, damit sie sich nicht beim Fressen "bekriegen".

Kurzum, unser Fazit lautet:

Zwei Vögel bereiten doppelt so viel Spaß und Freude und werden so Freunde fürs (Vogel)Leben...

Ein fröhliches "Tschilp" an alle Welli-Liebhaber von Julia und Mirko und Poldi und Krümel!

Stefanie

Gestern (geschrieben am 29.12.2000) erreichte mich der Hilferuf einer Vogelhalterin deren Wellensittichhahn die gesamten Familienmitglieder anbalzt und dabei recht aggressiv wird. Auch füttert er die Stofftiere der Tochter und versucht diese zu begatten.

Diese kleine Geschichte zeigt, wie verzweifelt dieser Einzelvogel nach einem Partner sucht. Vögel sind Schwarmtiere und brauchen einen Partner. Ein Mensch kann niemals einen tierischen Partner ersetzen!!! Selbst wenn der Vogelbesitzer sich noch so oft zu dem Vogel setzt, mit ihm spielt und ihn unterhält; er spricht halt kein wellensittisch und verfügt über ein ganz anderes Verhaltensrepertoire als ein Vogel. Daher kann ein Mensch den Bedürfnissen eines Vogels niemals gerecht werden.

Im Laufe von 14 Jahren hat sich meine Vogelfamilie von 2 Vögeln in einen Schwarm von nunmehr 11 Wellensittichen verwandelt, ( zzgl. 3 Pflegevögel). Mit jedem Vogel, der hinzukam, merkte man, dass die Vögel immer munterer wurden und sich augenscheinlich in einem großen "Familienverband" wohl fühlen. Es ist immer sehr interessant zu beobachten, wie sich die Pieper dann in den bestehenden Schwarm einordnen. Ich habe viele ehemalige Einzelvögel aufgenommen und merke, wie wohl sie sich in Gesellschaft fühlen. Die, durch die Einzelhaltung entstandene Fehlprägung haben sie nahezu komplett abgelegt. Es haben sich mehrere Pärchen (gleich- und gegengeschlechtlich) gebildet und es macht einfach Spaß zuzusehen wie sie sich gegenseitig kraulen, miteinander schnäbeln und sich füttern. Ungewollten Nachwuchs kann man, je nach Vogelart individuell, verhindern.

Trotzdem sind alle Vögel soweit zahm, dass sie vor mir keine Angst haben. Die meisten kommen sogar gerne zu mir auf die Hand oder die Schulter geflogen, fressen aus meiner Hand und spielen gerne mit mir.

Um die obige Geschichte abzuschließen: der Einzelvogel wird in den Vogelschwarm einer Bekannten eingegliedert und bekommt dort ausreichend Gesellschaft. Seine Fehlprägung, die zudem auch Krankheiten wie z.B. Kropfentzündungen hervorrufen kann, wird er dort sicher schnell verlieren.

Fazit: Ein Vogel ist kein Vogel!!! Wer Tiere pflegen will sollte sich über deren Bedürfnisse im Vorfeld genau informieren und gegebenenfalls lieber die Finger davon lassen ein Tier aufzunehmen. Wer Vögel halten möchte sollte sich darüber im Klaren sein, daß nur mindestens 2 Vögel einer Art eine artgerechte Haltung fördern. Bitte denkt auch an die vielen Vögel in den Tierheimen. Nicht nur junge Vögel sind interessant- auch die erwachsenen Pieper haben so ihre Vorzüge!!!

Es grüßen Stefanie & Fipsi, Tweety, Kerry, Barney, Brutus, Freddy, Charly, Micky, Boncuk, Nicki, Wölkchen und die 3 Pflegevögel: Floh,Coco + Flori

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